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03400 - Was ist die Intention der Autoren?

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03400 - Was ist die Intention der Autoren?

Es wurde an anderer Stelle gesagt: Modul 1 Unterlagen alles prima!

Das teile ich [U]so[/U] nicht.

Nach dem ersten Kapitel des Studienbriefes habe ich mich gefragt: ist das 'wissenschaftlicher Stil'?

Ist es das was Drauf steht? Einführung in die Psychologie und ihre Geschichte?

Ich persönlich versteh unter beidem etwas anderes!

Ich persönlich habe den Eindruck, das hier ein Autor den Leser manipuliert, um ihn 'auf seine Seite' zu ziehen. Es werden rhetorisch Spitzfindigkeiten angewandt um den einen Standpunkt subtil zu diskreditieren und den eigenen zu stärken.
Wenn der Autor das in einem Kommentar an anderer Stelle gemacht hätte ok. Aber das als eine Einführung verkaufen zu wollen halte ich doch für fragwürdig.
Die offensichtlich unterschiedlichen Standpunkte der Psychologie offen anzusprechen und den Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich selbst eine Meinung zu bilden würde ich für korrekt halten. Aber darum bemüht sich der Autor nicht.
Begriffe wie 'Scheckbuchargumentation', 'schlechte Philosophie' passen in dieser irgendwie nicht in eine wissenschaftliche Arbeit. Ich bin gespannt, was für eine Note die Studenten bekmmen, die so eine Arbeit abgeben würden!
Inhaltlich:

Auf Seite 10 schreibt der Autor
"... . Als logischer Kollektivbegriff kann 'Seele' genauso problemlos verwendet werden, wie 'Intelligenz', 'Gesellschaft' oder Leben." um die Psychlogie als 'Wissenschaft von der Seele' bezeichnen zu können.
Der Begriff Seele kann aber eben nicht 'problemlos' für die Beschreibung der Phänomene benutzt werden. Dieser Begriff ist zu religiös vorbelastet und somit ungeeignet.
Ein 'neutralerer' unbelasteter Begriff wäre da mit Sicherheit passender!

So stößt mir dann auf, das von 'die Seele ist ein Sytem' gesprochen wird. 'Das Seele' wäre schon passender, um nicht in eine 'dingliche' Sichtweise zu verfallen.

Was genau versteht der Autor unter Seele und was wäre ein passenderer Begriff?

Der Autor bringt in Kapitel 1.6 das Problem 'Leib-Seele' auf.

Das funktioniert aber doch nur, wenn man einen Gegensatz von materiell und immateriell annimmt. Was aber, wenn es diesen Unterschied gar nicht gibt? Was ist denn die 'physische' Welt? Deutlich von 'anderem' abgetrennte 'Dinge', die in gewissem Grad gleichbleibend über einen gewissen Zeitraum 'wahrnehmbar' sind.
Sind diese 'Dinge' aber nicht nur 'graduell' dinglich?

Warum ist ein Tisch 'dinglich', warum zerfließt er nicht mit/in seiner Umwelt? Was macht ihn überdauernd? Was ist er, wenn er nicht überdauernd ist? Nur für einen Menschen 'ewig', für die 'Gesamtheit' aber nur in einer Episode als Tisch existent?

Was ist also wenn also die Hauptpositionen weiter vervollständigt werden um

[E] mentale und physische Entinitäten haben den gleichen 'Ursprung'. 'Physis' ist also nicht der Ursprung und mentales ist nicht 'eigenständig'

Dann würde die 'platte' Rhetorik des Autors so nicht funktionieren....

JA! Das ist 'subjektive' Sichtweise meinerseits. Ja, das habe ich gemacht, um mir einen Berg aus dem Kopf zu schaufeln, der sich vor dem Rest der Inhalte aufgebaut hat.

Dennoch am Ende noch mal die Frage: stimmen Titel und Inhalt überein? Meiner Ansicht nach verfehlt der Autor zumindest im ersten Kapitel den selbst gestellten Anspruch. Richtiger wäre es: 'Meine Ansicht in Sachen Psychologie im Vergleich zu anderen Sichtweisen.'

Comments

Übrigens habe ich mich auch gefragt: was würde Aristoteles heute über sich denken?

Würde er rückwärts gerichtet das rechtfertigen, was er früher gedacht hat? Oder würde er seine Überlegungen neu ordnen wenn er über die Erkenntnisse der Jetzt-Zeit verfügt.

Ist es da nicht prinzipiell nicht 'unfair', ihn mit seinen 'Irrtümern' zu zitieren, die aber zu seiner Zeit nicht als Irrtümer zu erkennen waren?
Zu seiner Zeit war er ein 'Vorreiter des Denkens'. Etwas, dass ihm nach seinem Tode nicht mehr möglich gewesen ist ;)

Könnte Aristoteles heute noch Vor-Denker sein?

Vielleicht war es Absicht des Autors, klar zu machen, dass der Begriff "Psychologie" nicht eindeutig definiert ist und es dazu unterschiedlichste, zum Teil kontroverse aber auch ineinander verwickelte Vorstellungen gibt - und dass man sich als Student mit diesen auseinandersetzen sollte, damit man später kritischer auf das ganze Ding an sich guckt?
Dann wär die Mission ja gelungen...grins.

Dann wäre es guter Stil, diese Intention in einem Lehrbrief erkennbar zu machen.

Bart Haar wrote:

Auf Seite 10 schreibt der Autor
"... . Als logischer Kollektivbegriff kann 'Seele' genauso problemlos verwendet werden, wie 'Intelligenz', 'Gesellschaft' oder Leben." um die Psychlogie als 'Wissenschaft von der Seele' bezeichnen zu können.
Der Begriff Seele kann aber eben nicht 'problemlos' für die Beschreibung der Phänomene benutzt werden. Dieser Begriff ist zu religiös vorbelastet und somit ungeeignet.
Ein 'neutralerer' unbelasteter Begriff wäre da mit Sicherheit passender!\

Vorweg: Ich habe das entsprechende Skript noch nicht gelesen und konnte mir deshalb noch keinen subjektiven Eindruck verschaffen, allerdings hoffe ich trotzdem etwas zum Thema betragen zu können.

Stichwort "Seele": Sicherlich platziert sich der Begriff an sich vor einem gewissen religiösen Hintergrund. Allerdings wurde 'die Seele' als Kollektivbegriff auch bereits früher schon in dieser Form verwendet.

Als Beispiel:
"Seele ist ein Kollektivbegriff für die Gehirnfunktionen. Die menschliche Seele ist das Gehirn selbst und daher sterblich.[FONT=verdana]"
(Ludwig Büchner)

Ludwig Büchner war 'mechanischer Materialist'. Da ich weder Philosoph noch Spezialist in Sachen 'Leib-Seele-Problem' bin, macht es für mich jedoch durchaus Sinn, eine Definition des Begriffes 'Seele' im Sinne des Materialismus zugrunde zu legen. Gerade auch was das Leib-Seele-Problem betrifft.

Bart Haar wrote:

Der Autor bringt in Kapitel 1.6 das Problem 'Leib-Seele' auf.

Das funktioniert aber doch nur, wenn man einen Gegensatz von materiell und immateriell annimmt. Was aber, wenn es diesen Unterschied gar nicht gibt? Was ist denn die 'physische' Welt? Deutlich von 'anderem' abgetrennte 'Dinge', die in gewissem Grad gleichbleibend über einen gewissen Zeitraum 'wahrnehmbar' sind.
Sind diese 'Dinge' aber nicht nur 'graduell' dinglich?\

Was ich aus deiner Ausführung leider nicht heraus lesen kann ist, ob eine Betrachtung des Leib-Seele-Problems unter Gesichtspunkten des materialistischen bzw. des idealistischen Monismus erfolgt. Ich gebe dir recht, eine Betrachtung des LSP muss stets unter beiden Gesichtpunkten erfolgen (und sollte den Dualismus bestenfalls mit einschliessen).

Bart Haar wrote:

Dennoch am Ende noch mal die Frage: stimmen Titel und Inhalt überein? Meiner Ansicht nach verfehlt der Autor zumindest im ersten Kapitel den selbst gestellten Anspruch. Richtiger wäre es: 'Meine Ansicht in Sachen Psychologie im Vergleich zu anderen Sichtweisen.'

Ist es nicht immer eine Frage der subjektiven Sichtweise ? Bzw. kann es überhaupt anders sein ?

Bart Haar wrote:


Nach dem ersten Kapitel des Studienbriefes habe ich mich gefragt: ist das 'wissenschaftlicher Stil'?

ein vorlesungsskript - was es nunmal ist - hat selten den anspruch 'wissenschaftlich' zu sein.
es fasst die grundaspekte zusammen und stellt sie plausibel dar, klar kann der prof da seine eigene meinung durchblicken lassen.
selbst in 'wissenschaftlichen' texten beziehen autoren einen standpunkt.
drum reicht letztendlich auch das vorlesungsskript nicht aus, spndern man muss wissenschaftliche pflichtlektüren hinzulesen...ist an meiner präsenzuni auch nicht anders.
ich finds sehr nett geschrieben

V.a.: wo kann man Studenten noch leichter auf die eigene seite ziehen als in den ersten Semstern

"Das funktioniert aber doch nur, wenn man einen Gegensatz von materiell und immateriell annimmt. Was aber, wenn es diesen Unterschied gar nicht gibt? "

Dass dies die Prämissen des ganzen Problems sind, steht bereits im ersten Absatz des Leib-Seele Kapitels: "Erst wenn angenommen wird, dass die Seele unkörperlich ist [...] taucht das Problem auf, wie sie miteinander verkehren [...]. "

"Warum ist ein Tisch 'dinglich', warum zerfließt er nicht mit/in seiner Umwelt? Was macht ihn überdauernd? Was ist er, wenn er nicht überdauernd ist? Nur für einen Menschen 'ewig', für die 'Gesamtheit' aber nur in einer Episode als Tisch existent?"

Tatsächlich hat der Autor die panta rhei-Philosophien außen vorgelassen, sowie die Positionen der Semiotiker bzw. radikalen Konstruktivisten, was mich wirklich ein Wenig zustimmen lässt, dass die ganze Darstellung ein wenig kurz kommt. Dagegen muss ich allerdings sagen, dass es sich eben hier nicht um eine Philosophie-Vorlesung zum Thema Philosophy of Mind handelt, wo man 2sws ein bis zwei Semester lang über das Thema redet. So wie ich das sehe, sollen die Studenten nur erstmal sehen, dass die Sache gar nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheint und dass sie anfangen, über ihren Standpunkt zu philosophieren.
Es steht einem im Studium nunmal frei, das Ganze weiter zu vertiefen und dazu gibt es hier entsprechende Literaturempfehlungen, über die man sich dann zum "Experten" erheben kann. Dies ist aber eben kein Pflichtprogramm.

Ich bin übrigens über den Begriff "Scheckburchargumentation" auf den Artikel gekommen... ein irgendwie totes Wort mit 7 Treffern bei Google. Hast ja recht, dass das unnötig ist, aber ich habe das jetzt nicht direkt als polemische Metapher aufgefasst. Allerdings bedarf es hier eines Wortes, dass beschreibt, was der Autor meint. Mir fällt gerade kein passenderes ein, und um es zu beschreiben.Zumindest nicht in aller Kürze...