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Aha-Erlebnisse

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Aha-Erlebnisse

Liebe Philosophen, :freu:

euer Austausch zu P2 hat mich gerade auf die Idee gebracht, noch ein ganz grundsätzliches Thema aufzumachen.

Ich schlage vor, dass wir die Bücher mal sammeln, die uns wirklich geholfen haben, was zu verstehen, wo wirklich ganz dicke Knoten geplatzt sind.

Wenn ich mein Regal mal durchgehe, sind das nämlich gar nicht viele.

Bei mir: :gruebel:

:daumen: zu den Vorsokratikern:

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:daumen: zu Parmenides:

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:daumen: zu Platon:

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:daumen: zu Aristoteles:

[url=https://www.buch.de/buch/03019/131_aristoteles__reclam_universal_bibliothek__band_8773.html]››› buch.de - bücher - Aristoteles. Reclam Universal-Bibliothek, Band 8773 - Jonathan Barnes[/url]

:daumen: zu Descartes und Spinoza:

[url=https://www.dtv.de/titel/klassiker_des_philosophischen_denkens_30801.html]Klassiker des philosophischen Denkens - Deutscher Taschenbuch Verlag[/url]

:daumen: zu Kant:

[url=https://www.klostermann.de/philo/phi_2982.htm]Heidegger: Kant und das Problem der Metaphysik[/url]

:daumen: zu Wittgenstein (absoluter Preis-Hammer):

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:daumen: zu Heidegger:

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:daumen: zur Logik:

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Nach meiner Erfahrung kommt es auf den Preis oft nicht an (Ausnahme: Platon, da ist das Billige wirklich Mist).

Ich bin gespannt auf eure Tipps! :chatten:

Grüße an alle

Michael

Comments

Aha-Erlebnisse habe ich (leider) noch nicht so viele gehabt, aber ich möchte hier zwei Bücher nennen, die mir genützt haben:

Rosenberg, Jay F.: Philosophieren. Ein Handbuch für Anfänger. 5. Aufl. Frankfurt, Klostermann, 2006

Rosenberg schreibt darin: "In der Philosophie lernt man ... auf dem selben Gelände Krabbeln, Gehen und Laufen."

Und da ich mich noch sehr im Krabbelalter fühle, ist mir noch ein anderes Buch nützlich, dass ich leider erst jetzt entdeckt habe. Ich wünschte, ich hätte es schon vor einem halben Jahr gelesen:

Adler, Mortimer J. u. Charles van Doren: Wie man ein Buch liest. Frankfurt, Zweitausendeins. 2007

LG Hanna-Ela

Hanna-Ela,

vielen Dank für den Wie-Bücher-lesen-Tipp: da schaue ich bestimmt rein!

Ich habe mir eine eigene Lesetechnik angeeignet, die bei allen nur Kopfschütteln auslöst und von der ich noch nirgendwo was gelesen habe, die für mich aber prima funktioniert:

Die Technik löst irgendwie meinen Konflikt, der darin besteht, dass ich einerseits das Bedürfnis habe, eigentlich die großen Originaltexte selbst lesen und verstehen zu wollen, ohne an die Stelle des Textes gleich irgendeine Interpretation zu setzen und anderseits die Einsicht, dass das nicht leistbar ist (z. B. den ganzen Kant von vorne bis hinten Wort für Wort oder den ganzen Aristoteles - was wirklich überflüssig ist - usw. zu lesen) und eigentlich auch einseitig -z. B. kann ich so nie auf die Wirkungsgeschichte kommen pp. und außerdem ist mein Genie ziemlich begrenzt.

Also jetzt zur Technik:

Voraussetzung ist, dass der Originaltext, um den es mir gerade geht, irgendwie dauerhaft verfügbar ist, also entweder in meiner Bibliothek steht - das ist heute kein wirkliches Problem, die klassischen Texte bekommt man heute digital. Und das ist eigentlich sogar besser, weil man nacharbeiten kann.

Grundsätzlich gehe ich so vor, dass ich die in einem Sekundärtext zitierte und behandelte Stelle aus meinem Originaltext in meinem Originaltext einfach markiere und dranschreibe, wo diese Textstelle in der Sekundärliteratur zitiert wird.

Ganz konkretes Beispiel - ich will Kants Kritik der reinen Vernunft lesen:

Ich lese dann weder Kant noch irgendwas anderes, sondern hole mir zuerst einen Berg Sekundärliteratur, den ich aber auch nicht lese - sondern:

Ich unterscheide zuerst: Hat der Sekundärtext hinten einen Stellenindex von zitierten Stellen? Prima! Dann markiere ich diese Stellen einfach bei Kant. Hat der Sekundärtext keinen Index blättere ich das Buch durch und schau nur, welche Stellen zitiert werden und markiere wieder.

Auf diese Weise habe ich dann, bevor ich anfange, Kant selbst zu lesen, meine ganz private Kant-Ausgabe, die jetzt - sozusagen auf Vorrat - 'verlinkt' ist.

Diese 'Verlinkungen', meine Markierungen und Randverweise, benutze ich dann als Orientierungs- und Lesehilfe, denn ich sehe plötzlich, was am Originaltexte seiten- und kapitalweise in der Literatur überhaupt nicht diskutiert wird (und was ich dann beim Kant-selbst-Lesen überspringen kann, weil mir 800 Seiten Wort für Wort zu lesen wirklich zu viel ist) und welche Stellen alle diskutieren - und auch welche Stellen offensichtlich für eine bestimmte Interpretationsrichtung wichtig sind, ohne aber - und das ist mir wichtig, mich gleich von der Interpretation in diese Richtung lenken zu lassen (klar: geht ja nicht mehr, denn die Interpretation habe ich bis jetzt ja nicht gelesen).

Nochmal konkret: Meine "private" Kant-Ausgabe sieht jetzt so aus, dass z. B. in KdrV B26 dick markiert ist:

"Ich nenne alle Erkenntnis t r a n s z e n t a l, die sich nicht so wohl mit Gegenständen, sondern mit unserer Erkenntnisart von Gegenständen, so fern diese a priori möglich sein soll, überhaupt beschäftigt. Ein S y s t e m solcher Begriffe würde T r a n s z e n d e n t a l - P h i l o s o p h i e heißen."

Ich sehe sofort: diese Stelle ist wichtig, denn an dieser Stelle habe ich ganz viele Verweise notiert:

Seebohm Seite 13f., Weismahr Seite 42, Heidegger Seite 15f., Aschenberg Seite 51, 67f., Tetens Seite 34, 177, Schnädelbach Seite 62, Rohs Seite 160, Scheier Seite 76, 80 usw.

Ich lese deshalb diese Stelle bei Kant ganz genau und versuche erstmal selbst zu verstehen, was gemeint ist und warum alle diese Stelle für wichtig halten könnten. Und erst, wenn ich mir mein eigenes Verständnis klargemacht habe, lese ich gezielt in den Sekundärliteratur-Verweisen: In welchem Kontext erklärt z. B. Scheier die Stelle? Warum hält er sie für wichtig? Wie erklärt sie Tetens usw. Was ist das Gemeinsame an den Bewertungen? Wo unterscheiden sie sich? Was überzeugt mich? usw.

Konkret bin ich bei Kant so darauf gekommen, dass ich Heideggers Auseinandersetzung einfach am intensivsten finde und für mich als das Fruchtbarste.

Diese Lesetechnik ist bei mir in Fleisch und Blut übergegangen und wenn ich z. B. eine Philosophie-Geschichte lese oder meine podcast-Sachen höre markiere ich immer "nebenbei" im jeweiligen Original die zitierte Stelle und den Verweis "auf Vorrat" für mein späteres Lesen.

Meine Technik ist also eine 'Verlinkungs-Technik', die ich eigentlich mit den heutigen technischen Möglichkeiten noch viel professioneller ausbauen müsste, denn das Durchblättern von Büchern und das Markieren ist eigentlich unnötig zeitaufwändig und technisch überflüssig.

Toll wäre, wenn es ein Programm gäbe, dass die Sekundärliteratur nach ihren Stellenindices elektronisch einliest und automatisch 'verlinkt', in der Juristerei ist diese Verlinkung z. B. ganz üblich, in der Philosophie kenne ich es nicht.

Wenn jemand sowas kennt: da bin ich ganz dankbar!!!!!

Liebe Grüße

Michael

Michael :)

das hört sich sehr interessant an.
Am Ende sehen meine Texte auch immer recht wild aus, aber meine Vorgehensweise ist weniger strukturiert als Deine.
Vielen Dank, dass Du das hier mal genau erklärt hast.

Viele Grüße
Lucky
:winke

Hm. sowas zu programmieren sollte eigentlich kein echtes problem sein.
mir schwebt da schon was vor, so als weblösung, mit autorenzugriff, wo mehrere leute ihre verweise reinschreiben können. hätte den vorteil, dass nicht jeder seine eigene sammlung machen muss.

tja, bis die skripten kommen, ist eh noch ein wenig zeit, da könnte ich mir ja inzwischen konkrete gedanken machen über das system.

papagorilla,

ein Traum wird wahr!

Das Blöde bei mir ist: ich bin in der Informatik völlig ahnungslos und habe überhaupt erst seit vier Monaten einen Internet-Abschluss und seit 1 Jahr meinen ersten privaten PC überhaupt ....
:lol:

Ich kann nur eintragen ...

:chatten

Was mir wirklich vorschwebt, wäre so ein offenes Projekt, das auf

[url=https://de.wikipedia.org/wiki/Hypertext]Hypertext ? Wikipedia[/url]

für die großen philosophischen Texte hinausläuft

simmias wrote:


Das Blöde bei mir ist: ich bin in der Informatik völlig ahnungslos und habe überhaupt erst seit vier Monaten einen Internet-Abschluss

auf welcher Uni kann man denn einen Internet-Abschluss machen ? :D (manche Tippfehler sind einfach zu schön :rolleyes: )

so, nun aber wieder ernsthaft:
bei mir isses umgekehrt: ich bin seit ca. 25 jahren im dunstkreis der edv unterwegs und lasse gern die ganglien rauchen, wenns um solche projekte geht. andererseits bleiben die meisten dann irgendwo auf der strecke, weil die datenerfassung und -bearbeitung mir zu langweilig und/oder anstrengend ist.

Hypertext ist auf jeden fall das, was mir vorschwebt, ja. ich bin nur noch am überlegen, welches frontend sinnvoll ist. ich möchte nicht alle & jeden herumschreiben lassen, sonst ist der administrations-aufwand danach zu hoch (siehe wikipedia, wo jeder eintragen kann und die mittlerweile eine armee von redakteuren und qualitätsmanagern brauchen). und natürlich steht und fällt alles mit der datenbank dahinter.

ich mach bis morgen abend mal ein rohkonzept.
:cool

Anschluss, es heißt: Anschluss. Ich schließe mich natürlich allem vertrauensvoll an und bin schon jetzt völlig begeistert!

Also dann bis morgen, wenn alles fertig ist!

:urlaub

das hört sich seeeeeehr spannend an, was Ihr hier ausheckt. Ich habe zwar nicht viel Ahnung vom Konzipieren solcher Datenbanken, aber wie man sie professionell z.B. mit bibliographischen Daten füttert, da bin ich Expertin. Vielleicht kann ich was beitragen ...
LG Hanna-Ela

Hurra hurra, da formiert sich ein team *jubel*
das riecht ja nach einem tollen gruppenprojekt (hey, ob uns das dann mal als praxis angerechnet wird?)

wie wärs mit einem neuen thread dafür?

Ehrlich gesagt finde ich, dass man solche Projekte heute als Abschlussarbeit anerkennen müsste ... wieso muss ich noch einen Text schreiben ????

Weil philosophen immer texte schreiben?

papagorilla wrote:

weil philosophen immer texte schreiben?

... das wird's wohl sein - seufz :)

Gibt's schon Neuigkeiten vom Projekt???

Hanna-Ela wrote:

Gibt's schon Neuigkeiten vom Projekt???

heute Abend, soviel Zeit muss sein!

sowas tüftelt sich nicht in 2 Stunden aus, das steckt ja Einiges dahinter.

aber wenn jemandem langweilig ist, könnte sie/er ja inzwischen einen coolen Namen für das Projekt erfinden

papagorilla wrote:

heute Abend, soviel Zeit muss sein!

sowas tüftelt sich nicht in 2 Stunden aus, das steckt ja Einiges dahinter.

aber wenn jemandem langweilig ist, könnte sie/er ja inzwischen einen coolen Namen für das Projekt erfinden :D

lass Dir Zeit, ich war nur neugierig :)

cooler Name - ojeoje - *grübel*

LG Hanna-Ela