Bologna-Prozess
Wie seid ihr eigentlich mit den neuen Studiengängen zufrieden?
Für mich war der "Bätschla" ja das Erst-Studium, die alten kenne ich nicht. Mir fallen folgende Kritikpunkte ein:
Ich hätte mir die größere Wahlfreiheit gewünscht, die es wohl früher gab. Es sollte wenigstens mehr Module zur Auswahl geben und in den Modulen auch mehr Kurse. Ich sehe allerdings ein, dass dies vor allem ein Finanz-Problem ist. Auch bin ich mit dem, was angeboten wird, recht zufrieden.
Wenn es auch schön ist, schon nach 3 bzw. 2 Jahren Regelstudienzeit fertig zu sein, so ist das m.E. doch irgendwie zu kurz geraten. Redet man mit "Alt-Studierten" und wird nach dem Bachelor befragt, dann kriegt man auf die Schilderung von 3 Jahren Studienzeit und einer Abschlussarbeit von 40 Seiten für den Bachelor milde lächelnd die Antwort serviert: "Das war bei uns ein Vor-Diplom". Der BA alleine nutzt wohl nicht viel.
Dazu hat mir auch immer was gefehlt. Bei 11 Modulen des Bachelor Politik konnte ich aus insgesamt 15 bis 17 Modulen wählen. Für mich hätten zu den 11 aber eigentlich noch mindestens 3 weitere Module dazugehört. Auch hätte ich mir noch mindestens ein weiteres historisches Modul gewünscht. Manchmal war auch die Wahl zwischen den Kursen innerhalb der Module eine sehr schwere Entscheidung. Insgesamt wäre ich doch auf vier Jahre gekommen, die mich unbedingt interessiert hätten.
Also: ich bin froh, jetzt fertig zu sein, aber irgendwie ist der Bachelor doch zu kurz geraten. Was soll's, hänge ich halt den Master dran. Aber ein längeres und höherwertigeres Diplom hätte mir auch gereicht.
Comments
fah_fah
Contributions on this page: 1
View profileich kenne das Vor-Bologna nur aus dem Bereich Naturwissenschaften, mein Informatikstudium in München war 1971 noch ziemlich "unverschult", aber deutlich erkennbar auf dem Weg dahin (Regelstudienzeiten und kontrollierte Anwesenheiten in Seminaren). Insgesamt hatte man aber viel Freiheit in der Gestaltung des Studiums, wenn man sich durch das Angebot des Studiengangs gewühlt hatte. Ich war dankbar, Hilfe in der Fachschaft und bei Altstudenten zu finden - man sagte damals, dass etwa 2 Semester "Such- und Findephase" einzurechnen wären. Dieses fällt heute im BA-Studiengang sicherlich weg. Ich habe jetzt in Hagen 3 Semster BA (G1,G2,L1,P1) studiert, bevor ich jetzt in den Master gewechselt bin. Ich kann feststellen, dass die Materialien i.d.R gut vorsortiert und aufbereitet sind, aber es fehlt (da denke ich natürlich vor allem an neben dem Studium Berufstätige) mit Sicherheit die Zeit, irgendwo ganz tief einzusteigen, wenn man möchte. Die Betreuung ist in Teilen ganz hervorragend (ich erwähne immer gern Frau Hüsing G1,G2) und macht das Bestehen von Klausuren (ich habe bisher nur Klausuren geschrieben) "relativ" einfach. Zusammenfassend (soweit ich es beurteilen kann): Bachelor wirkt auf mich wie eine Vereinfachung, zielgerichtete Regulierung und inhaltliche Anforderungsbeschränkung zur Beschleunigung des Abschlusses.
Gruß
Frank