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Die Marquise von O

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Die Marquise von O....

Hallo an alle L1er,

nun hab ich das reclam Heftchen aus und habe einige Fragen.
Muss ich beide Erzählungen für die Klausur können?
Wo bekomme ich eine Art Analyse dieses Textes her, damit ich die genauen tiefgründigen Bedeutungen kenne?
Die Sprache ist befremdlich aber bildhaft mit starkem religiösen bzw. biblischen Bezug!
Wie hat sie euch gefallen?
Grüße
Lena

Comments

Kleist ist epochenmäßig nicht einordenbar - und so ist auch sein Stil :).

Im Grunde musst Du gar nichts über den Text wissen, um ihn erzähltextanalytisch auseinandernehmen zu können. Das ist sozusagen eine mehr oder weniger rein mechanische Tätigkeit - interpretiert werden muss dabei gar nichts. Wenn Du es mal gelesen hast und weißt, worum es geht, genügt das. Du kannst Dir später zu Übungszwecken Teile aus dem Text herausnehmen und versuchen, daran die Kategorien Modus, Zeit und Stimme abzuarbeiten. Mehr brauchst Du dazu nicht zu tun :D (das ist schon genug Arbeit).

o Ich bin noch nicht mal ansatzweise dazu gekommen mir die Lektüre zur Brust zu nehmen... das dauert bestimmt noch ein bißchen.

Madmartigan wrote:

:o Ich bin noch nicht mal ansatzweise dazu gekommen mir die Lektüre zur Brust zu nehmen... das dauert bestimmt noch ein bißchen.

Ist eine nette Bettlektüre - so habe ich das zumindest in L1 gemacht: Kurse normal bearbeitet, Zusatzliteratur (die vor allem in den Epochenvorlesungen genannt wird) dann im Bettchen gelesen :).

vittoriacolonna wrote:

Ist eine nette Bettlektüre - so habe ich das zumindest in L1 gemacht: Kurse normal bearbeitet, Zusatzliteratur (die vor allem in den Epochenvorlesungen genannt wird) dann im Bettchen gelesen :).


So hatte ich es eigentlich auch vor, aber momentan komme ich noch nicht so richtig dazu. Ich organisiere mich wohl gedanklich immer noch; ich bleibe zumindest mit den Studienbriefen am Ball. :rolleyes

Ist bei mir auch so, Madmartigan. Ich ackere die Studienhefte durch und schreibe fleißig raus. Aber mit der Marquise beschäftige ich mich frühestens, wenn ich Kurs 3 durch habe, vielleicht auch erst in der Klausurvorbereitung, die ja noch etwas dauert. Nach den wenigen Wochen, die ich jetzt dabei bin, bin ich noch in der geistigen Sich-Sammeln-Phase.

Zilpzalp wrote:

Aber mit der Marquise beschäftige ich mich frühestens, wenn ich Kurs 3 durch habe, vielleicht auch erst in der Klausurvorbereitung, die ja noch etwas dauert. Nach den wenigen Wochen, die ich jetzt dabei bin, bin ich noch in der geistigen Sich-Sammeln-Phase.

Die Zusatzlektüre lässt sich recht gut parallel zu den Vorlesungen bzw. Kursen lesen. Wenn man sich mit dem Sturm und Drang beschäftigt, ist es schon empfehlenswert, wenn man dann auch mal z. B. in den Werther reinliest - denn dadurch wird einem klar, was den Sturm und Drang stilistisch ausmacht. Und so ist das auch bei den anderen Epochen. Aber gaaanz locker bleiben - kommt Zeit, kommt Goethe ... oder Schiller ... oder auch Kleist :D.

Ich hatte zum Glück den Werther schon rauf und runter und auch alle Epochen wie den Sturm und Drang rauf und runter und auch Goethe und Schiller - den Kanon der deutschen Klassiker eben. Das war alles in der Schule dran und zum Teil in meinem (wenn auch abgebrochenen) Studium. Darüber bin ich sehr dankbar, das erspart mir einige Lektüre neben dem Job. Vor allem den Sturm und Drang und die Empfindsamkeit habe ich immer sehr gemocht, ganz im Gegensatz zur Klassik und zum Realismus. Das hängt wohl mit der Jugend zusammen, mit 16 ist man schwer für den Werther zu begeistern. Aber ich mag ihn heute noch. Nur die Marquise wie Kleist im Allgemeinen sind mir noch völlig unbekannt, aber es ist bestimmt nicht so schwer, das mal einzuschieben. Aber erst nach Kurs 3, dann weiß ich wenigstens, worauf ich eigentlich achten soll. Mir ist auch klar, dass es für die folgenden Kurse nicht mehr gelten wird, dass ich viele Texte schon kenne. Aber gerade am Anfang bin ich sehr froh darüber.

Zilpzalp wrote:

Vor allem den Sturm und Drang und die Empfindsamkeit habe ich immer sehr gemocht, ganz im Gegensatz zur Klassik und zum Realismus. Das hängt wohl mit der Jugend zusammen, mit 16 ist man schwer für den Werther zu begeistern.

Der Werther ist DAS Beispiel schlechthin für Sturm-und-Drang-Literatur - den hättest Du doch dann auch mit 16 schon mögen müssen ... :p.

Sag ich doch, ich hatte den Werther damals rauf und runter. :) Und wegen Werther mochte ich ja den Sturm und Drang mit 16 ganz besonders

Zilpzalp wrote:

Sag ich doch, ich hatte den Werther damals rauf und runter. :) Und wegen Werther mochte ich ja den Sturm und Drang mit 16 ganz besonders :)

Sagst Du eben nicht :D - Du sagtest doch "mit 16 ist man schwer für den Werther zu begeistern" - oder bin ich jetzt falsch gepolt? Ist ja auch egal - Hauptsache, Du begeistert Dich auch heute noch für die LitWis :).

ich versuche gerade die Marquise hier im UK aufzutreiben. Wir sollen ja, wenn möglich, eine ganz bestimmte Ausgabe mit Anmerkungen und Nachwort lesen.
Ist das die folgende -> [url=https://www.amazon.co.uk/Die-Marquise-Von-Erdbeben-Chili/dp/3150080029/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1239490656&sr=1-1]Die Marquise Von O. / Das Erdbeben in Chili: Heinrich von Kleist: Amazon.co.uk: Books[/url] Ausgabe??

Vielen Dank schonmal für evt. hilfestellungen. Ich beginne ernsthaft meine Stabib zu vermissen (snüff, snüff..)

Cheers

Heike

Heike,

habe gerade die ISBN-Nr. verglichen - das ist die richtige Ausgabe.

Liebe Grüße
Monella

Ich habe mir erstmal so eine Reclam Hoerbuchausgabe in der Stadtbib ausgeliehen, dann kann ich mir so nebenbei schon einmal ein Bild vom Thema usw. machen. Das hat ganz gut geklappt und es ist eine gute Abwechslung zu den Studienbriefen.

Danke monella, hab mir das gute stück gleich bestellt. Mal sehen wie lange die Lieferung diesmal dauert..

vittoriacolonna wrote:

Sagst Du eben nicht :D - Du sagtest doch "mit 16 ist man schwer für den Werther zu begeistern" - oder bin ich jetzt falsch gepolt? Ist ja auch egal - Hauptsache, Du begeistert Dich auch heute noch für die LitWis :).

:fiesgrins aaah, jetzt versteh ichs, wir haben ein Verständigungsprobem :) Bei uns nutzt man das Wörtchen schwer gerne im Sinne von "total, absolut, sehr, voll". Mir ist überhaupt nicht in den Sinn gekommen, dass du es im eigentlichen Sinne verstanden hast. Also: ich wollte sagen, mit 16 ist man total für den Werther zu begeistern. Weil man da ohnehin ständig unglücklich verliebt ist.

Zilpzalp wrote:

Weil man da ohnehin ständig unglücklich verliebt ist. :D

Du meinst also, schwer verliebt ... ;)! Okay, jetzt habe ich Dich auch verstanden, wenn es mir auch schwer gefallen ist!

Ist ja gut zu wissen, daß es erstmal genügt die Marquise etwas zu kennen. ich habe es mir als Hörbuch angehört fürs erste und werde mir dann noch die Reclams besorgen. Momentan bin ich auch noch sehr am mich sortieren!

vittoriacolonna wrote:

Du meinst also, schwer verliebt ... ;)! Okay, jetzt habe ich Dich auch verstanden, wenn es mir auch schwer gefallen ist!


:rofl::rofl

Äußere Form?

Also das ich nach Modus, Zeit, Stimme schauen muss ok!
Aber wie baue ich den Text denn auf?
Muss ich Zitate einbauen?
Wenn ja wie?
Kann man hier nicht mal grundlegende Charakteristika des Textes klären?
Damit man in der Klausur nicht monumentale Punkte übersieht?

Hmm... Gute Frage... man muss sicherlich die Textstellen angeben, wahrscheinlich in Zeilen oder Sätzen. Das sollte wohl als Zitat erfolgen. So würde ich es machen.

Ihr bekommt einen Textausschnitt, der mit Zeilennummern versehen ist. Von daher könnt Ihr Euch darauf beziehen und müsst nicht zitieren :)!

Wenn Ihr also z. B. einen Wechsel von extra- zu intradiegetischer Erzählung vorfindet, schreibt Ihr in etwa:

"Von Zeile 1- 11 liegt eine extradiegetische Erzählung vor, weil ... Ab Zeile 12 - 18 erfolgt ein Wechsel zu intradiegetischer Erzählweise, erkennbar an ... " oder so ähnlich.

Hilft Euch das weiter?

Leandra wrote:

Kann man hier nicht mal grundlegende Charakteristika des Textes klären?
Damit man in der Klausur nicht monumentale Punkte übersieht?

Die Marquise von O ist ja nun nicht gerade ein kurzer Text. Irgendein Teil daraus wird Euch vorgelegt. Und nur auf diesen habt Ihr dann auch die Erzähltextanalyse anzuwenden. Ich will damit sagen, dass Kontextwissen dabei keine Rolle spielt, Ihr müsst Euch auf das beschränken, was Euch vorliegt. Auch wen Ihr wisst, was vorher oder nach dieser vorliegenden Textstelle passiert, dürft Ihr das nicht mit einbeziehen.

Das mit den Zeilen ist super, ich habe das Zitieren in der Fachabiprüfung gehasst!
Striche oben unten und eckige Klammer nicht vergessen aber bitte die Schlüsselwörter auch zitieren ect. schlimm und wehe einmal saßen die Gänsefüßchen falsch direkt Formfehler!
Also kein Kontextwissen das wird ja komisch sein!
Wie soll ich den Text aufbauen?
Einleitung wenn ja welche? Hauptteil Schluss?
Ich kann ja nicht einfach ne Auflistung aller mit auffälligen Textstellen aufzählen!?

vittoriacolonna,

ja, das hilft schon sehr weiter! Vielen Dank für deine, wie immer, wertvollen Hinweise :)

Sonnige Grüße aus München..

Petra

vittoriacolonna wrote:

Die Marquise von O ist ja nun nicht gerade ein kurzer Text. Irgendein Teil daraus wird Euch vorgelegt. Und nur auf diesen habt Ihr dann auch die Erzähltextanalyse anzuwenden. Ich will damit sagen, dass Kontextwissen dabei keine Rolle spielt, Ihr müsst Euch auf das beschränken, was Euch vorliegt. Auch wen Ihr wisst, was vorher oder nach dieser vorliegenden Textstelle passiert, dürft Ihr das nicht mit einbeziehen.

Wir dürfen es nicht mit einbeziehen? Es wird mehrfach erwähnt, dass man den ganzen Text kennen muss.

Sagen wir mal, wir hätten den Werther zu analysieren und bekommen eine Textstelle aus seinen Briefen zu analysieren. Dann weiß derjenige, der den ganzen Text gelesen hat, dass das intradiegetische Erzählung ist (ich bin da noch nicht so firm, aber so sollte es sein), wobei derjenige, der nicht den ganzen Roman kennt, davon ausgehen könnte, dass es extradiegetische Erzählung ist (insofern keine Anzeichen für einen Brief vorkommen).

Hmm... es dürfte ja letztendlich nicht falsch sein, wenn ich die Textstelle als intradiegetische Erzählung angebe.

Hmm... ?!?

Vielleicht habt ihr da ja eine schlaue Antwort. :confused

Madmartigan,
ich habe zum jetzigen Zeitpunkt noch keine schlaue Antwort für dich. Ich verspreche mir in der Hinsicht sehr viel von der PV in Hagen. Wirst du auch dabei sein?
LG
Doris

Doris,

ich bin auch in Hagen und da wird man evt. schlauer werden. Ich rechne fest damit.

LG
Verena

Ja super, freu mich schon dich kennenzulernen

LG Doris

Leandra wrote:

Also kein Kontextwissen das wird ja komisch sein!
Wie soll ich den Text aufbauen?
Einleitung wenn ja welche? Hauptteil Schluss?
Ich kann ja nicht einfach ne Auflistung aller mit auffälligen Textstellen aufzählen!?

Es sollte auf jeden Fall ein einführender Satz geschrieben werden, bevor Du in die Analyse einsteigst. Und Prof. Huber will auch ein Fazit sehen (darauf gabe es von 20 Punkten übrigens 4 Punkte!).

Madmartigan wrote:

Wir dürfen es nicht mit einbeziehen? Es wird mehrfach erwähnt, dass man den ganzen Text kennen muss.

Natürlich sollte an den ganzen Text kennen. Dann kann man sich leichter in die Materie einarbeiten.\

Madmartigan wrote:

Sagen wir mal, wir hätten den Werther zu analysieren und bekommen eine Textstelle aus seinen Briefen zu analysieren. Dann weiß derjenige, der den ganzen Text gelesen hat, dass das intradiegetische Erzählung ist (ich bin da noch nicht so firm, aber so sollte es sein), wobei derjenige, der nicht den ganzen Roman kennt, davon ausgehen könnte, dass es extradiegetische Erzählung ist (insofern keine Anzeichen für einen Brief vorkommen).

Hmm... es dürfte ja letztendlich nicht falsch sein, wenn ich die Textstelle als intradiegetische Erzählung angebe.

Hmm... ?!?

Vielleicht habt ihr da ja eine schlaue Antwort. :confused:

Du hast das ganz richtig erfasst. Du weißt mehr, als der Textausschnitt hergibt. Trotzdem beziehst Du Dich nur auf den vorliegenden Textteil! Im Fazit könntest Du zum Beispiel dann zeigen, dass Du mehr weißt und den Kontext mit einbeziehen!

ich befasse mich auch zur Zeit mit der Erzähltextanalyse und der Marquise von O... und habe einige Schwierigkeiten damit. :(
Ich würde mich gern mit anderen darüber austauschen, zu welchen Ergebnissen Ihr in Bezug auf die Fokalisierung so kommt... Handelt es sich grundsätzlich um Übersicht oder Außensicht der Erzählinstanz, also Nullfokalisierung oder externe Fokalisierung, was meint ihr? Und wie ist die Distanz im allgemeinen? Also ich meine jetzt nicht in den Momenten direkter Rede, sondern ansonsten. Kann man sagen, dass das Verhältnis von Erzählung und Geschichte eher mittelbar und distanziert ist?

An diejenigen, die L1 bereits hinter sich haben: Wird es dazu eine Übungsaufgabe in moodle von Frau Igl geben? Damit wäre mir sehr geholfen! (Also, eher mit der Korrektur meiner Antwort als mit der Frage an sich :D)

Würde mich freuen, wenn jemand etwas beitragen/mich korrigieren/mich erleuchten könnte :)! Ich find das nämlich verdammt schwer ohne jede praktische Übung und kann an der Veranstaltung in Hagen leider nicht teilnehmen.....
Viele liebe Grüße
Korinna

vittoriacolonna wrote:


Du hast das ganz richtig erfasst. Du weißt mehr, als der Textausschnitt hergibt. Trotzdem beziehst Du Dich nur auf den vorliegenden Textteil! Im Fazit könntest Du zum Beispiel dann zeigen, dass Du mehr weißt und den Kontext mit einbeziehen!


Also beziehe ich meine Analyse ausschließlich auf den Textausschnitt und lasse den gesamten Text außen vor.

Im Fazit könnte ich dann das Ergebnis der Textstellenanalyse wieder korrigieren bzw. anpassen. Also in meinem Beispiel wäre der Briefausschnitt evt. extradiegetische Erzählung und im Fazit könnte ich sagen, dass es intradiegetische Erzählung ist, weil Haupterzählung eine andere ist??

Sorry, muss da noch mal nachhaken.

Madmartigan wrote:

Also beziehe ich meine Analyse ausschließlich auf den Textausschnitt und lasse den gesamten Text außen vor.

Im Fazit könnte ich dann das Ergebnis der Textstellenanalyse wieder korrigieren bzw. anpassen. Also in meinem Beispiel wäre der Briefausschnitt evt. extradiegetische Erzählung und im Fazit könnte ich sagen, dass es intradiegetische Erzählung ist, weil Haupterzählung eine andere ist??

Sorry, muss da noch mal nachhaken. :D

Ja, so könntest Du es machen :)! Ihr werdet aber sicher bei der PV einen Textausschnitt kriegen und daran üben. Dann wird es klarer, was verlangt wird.

kopioma wrote:

Hallo Ihr Lieben,
ich befasse mich auch zur Zeit mit der Erzähltextanalyse und der Marquise von O... und habe einige Schwierigkeiten damit. :(
Ich würde mich gern mit anderen darüber austauschen, zu welchen Ergebnissen Ihr in Bezug auf die Fokalisierung so kommt... Handelt es sich grundsätzlich um Übersicht oder Außensicht der Erzählinstanz, also Nullfokalisierung oder externe Fokalisierung, was meint ihr? Und wie ist die Distanz im allgemeinen? Also ich meine jetzt nicht in den Momenten direkter Rede, sondern ansonsten. Kann man sagen, dass das Verhältnis von Erzählung und Geschichte eher mittelbar und distanziert ist?

An diejenigen, die L1 bereits hinter sich haben: Wird es dazu eine Übungsaufgabe in moodle von Frau Igl geben? Damit wäre mir sehr geholfen! (Also, eher mit der Korrektur meiner Antwort als mit der Frage an sich :D)

Würde mich freuen, wenn jemand etwas beitragen/mich korrigieren/mich erleuchten könnte :)! Ich find das nämlich verdammt schwer ohne jede praktische Übung und kann an der Veranstaltung in Hagen leider nicht teilnehmen.....
Viele liebe Grüße
Korinna

Also, ich glaube, dass es grundsätzlich keine Nullfokalisierung ist, denn der Erzähler weiß ja nicht mehr, als die Figuren. Es kommt aber darauf an, welchen Textausschnitt Ihr bekommt, um das beurteilen zu können. Im [URL="https://www.fernuni-hagen.de/imperia/md/content/fakultaetkultur-undsozialwissenschaften/institut-literatur/merkblatt_klausur_ba_modul_l1_2009_05_19.pdf"]Merkblatt zur Klausur [/URL]steht ja:

Bei der Aufgabenstellung geht es nicht um eine Textinterpretation, sondern um eine Erzähltextanalyse auf der Basis des narratologischen Modells von Gerard Genette, [FONT=Corbel,Corbel][FONT=Corbel,Corbel]bezogen auf den vorgegeben Klausurausschnitt. Hier sollen Sie zeigen, dass Sie das narratologische Begriffsinstrumentarium auf den angegebenen Erzähltextausschnitt anwenden können. D.h., Sie sollen den Textausschnitt anhand des [FONT=Corbel,Corbel][FONT=Corbel,Corbel]kompletten Genette-Rasters analysieren und so die dominanten von den weniger dominanten narrativen Strukturen im Textausschnitt abgrenzen. Die Analyse ist zudem mit einem [FONT=Corbel,Corbel][FONT=Corbel,Corbel]Fazit abzuschließen, in dem Sie Ihre wesentlichen Beobachtungen knapp zusammenführen.

Demnach lässt sich nicht allgemein sagen, welche Distanz etc. vorliegt, da sich diese ja im Laufe der Geschichte ändert. Das gilt auch für viele andere Kategorien, die Ihr abarbeiten müsst.

Wenn man also hier eine gemeinsame Analyse startet, dann sollte ein Textausschnitt festgelegt werden, damit alle vom Gleichen reden :).

So, wie ich das verstehe, kann sich die Art der Fokalisierung ständig ändern. Da muss man sich dann wirklich die Textstelle genau ansehen. Auch andere Analysemittel des Modells können sich innerhalb einer kurzen Textstelle mehrfach ändern, ich hoffe aber, dass der Textausschnitt in der Klausur nicht so kompliziert sein wird.

Madmartigan wrote:

So, wie ich das verstehe, kann sich die Art der Fokalisierung ständig ändern. Da muss man sich dann wirklich die Textstelle genau ansehen. Auch andere Analysemittel des Modells können sich innerhalb einer kurzen Textstelle mehrfach ändern, ich hoffe aber, dass der Textausschnitt in der Klausur nicht so kompliziert sein wird. :)

Absolut richtig erfasst! Deshalb sagte ich ja, dass man nur schwer eine allgemeine Aussage treffen kann. Und genau darin liegt in der Klausur auch die Aufgabe: Die Wechsel zu erkennen und benennen zu können :). Es wird sicher eine Stelle, an der eine eindeutige Wechselsituation vorliegt. Danach könntet Ihr die Marquise mal durchforsten.

Es gibt in der Marquise ja eine Textstelle, die auch in Martinez/Scheffel länger erwähnt wird. Da erzählt der eine Typ (weiß grad nicht seinen Titel, ich glaube der Graf), warum er doch nicht tot ist und was ihm passiert ist, also eine intradiegetische Erzählung. Was da in Bezug auf Fokalisierung passiert, habe ich mir noch nicht so angeschaut. Im Buch geht es, glaube ich, um die Erklärung einer Raffung. Der Graf erzählt in aufzählender Weise von der Zeit, wo er auf dem Feld fällt bis er dann zum Haus der Marquise kommt. (und dass er... und dass er, dass er... usw.).

So eine Stelle könnte es sein, wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass diese Textstelle genommen wird, die auch schon im Buch von Martinez/Scheffel zitiert wird.

Madmartigan wrote:

So eine Stelle könnte es sein, wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass diese Textstelle genommen wird, die auch schon im Buch von Martinez/Scheffel zitiert wird.

Ja, das denke ich auch. Es gibt aber sicher ähnliche Stellen, in denen ein deutlicher Wechsel innerhalb der Kategorien stattfindet. Wenn Ihr danach mal Ausschau haltet, könnt Ihr daran am besten üben.

Ich könnte mir vorstellen, dass eine Stelle mit direkter und erzählter Rede sowie Raffungen kommt - zum Beispiel da, wo über den Antrag des Grafen gesprochen wird:

Inzwischen war die Familie in der lebhaftesten Unruhe. Der Forstmeister erzählte, wie bestimmt, auf einige Vorstellungen des Kommandanten, des Grafen Antworten ausgefallen wären; meinte, daß sein Verhalten einem völlig überlegten Schritt ähnlich sehe; und fragte, in aller Welt, nach den Ursachen einer so auf Kurierpferden gehenden Bewerbung. Der Kommandant sagte, daß er von der Sache nichts verstehe, und forderte die Familie auf, davon weiter nicht in seiner Gegenwart zu sprechen. Die Mutter sah alle Augenblicke aus dem Fenster, ob er nicht kommen, seine leichtsinnige Tat bereuen, und wieder gut machen werde. Endlich, da es finster ward, setzte sie sich zur Marquise nieder, welche, mit vieler Emsigkeit, an einem Tisch arbeitete, und das Gespräch zu vermeiden schien. Sie fragte sie halblaut, während der Vater auf und niederging, ob sie begreife, was aus dieser Sache werden solle? Die Marquise antwortete, mit einem schüchtern nach dem Kommandanten gewandten Blick: wenn der Vater bewirkt hätte, daß er nach Neapel gereist wäre, so wäre alles gut. Nach Neapel! rief der Kommandant, der dies gehört hatte. Sollt ich den Priester holen lassen? Oder hätt ich ihn schließen lassen und arretieren, und mit Bewachung nach Neapel schicken sollen? - Nein, antwortete die Marquise, aber lebhafte und eindringliche Vorstellungen tun ihre Wirkung; und sah, ein wenig unwillig, wieder auf ihre Arbeit nieder. - Endlich gegen die Nacht erschien der Graf.

So leicht ist das nicht mit der Erzähltextanalyse, da muss man manchmal genauer hinschauen, aber manchmal empfiehlt sich auch ein wenig Abstand zum Text zu bewahren, damit man leichter die Umbrüche erkennt.

(Kompliziert ausgedrückt... hmm... hoffentlich versteht man mich irgendwie :D)

Das mit der erzählten, transponierten und erlebten Rede finde ich, je nach Ausdruck, auch nicht so leicht. Also bis "Nach Neapel" ist es anders als danach. Danach ist es erzählte Rede und davor transponierte Rede?? Hmm... da gibt es eine nette Übersicht und das muss ich mir noch mal genauer ansehen. *ach herrjeh*

Madmartigan wrote:

Kompliziert ausgedrückt... hmm... hoffentlich versteht man mich irgendwie :D

Ich verstehe, was Du meinst. Schaut doch mal hier rein: Da findet Ihr einen netten [URL="https://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/e-learning/erzaehlsituationen/Einfuehrung_start.htm"]Online-Kurs[/URL] der Uni Kiel, in dem auch eine Reihe Beispiele zu jeder Kategorie enthalten ist. Hat mir damals sehr geholfen, das Ganze besser zu verstehen.

vittoriacolonna wrote:

Ich verstehe, was Du meinst. Schaut doch mal hier rein: Da findet Ihr einen netten [URL="https://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/e-learning/erzaehlsituationen/Einfuehrung_start.htm"]Online-Kurs[/URL] der Uni Kiel, in dem auch eine Reihe Beispiele zu jeder Kategorie enthalten ist. Hat mir damals sehr geholfen, das Ganze besser zu verstehen.


Danke, schaue ich bald mal rein. Ich fühle mich aber an sich schon viel schlauer als vor 1 Monat, also bin ich guter Hoffnung, dass ich es in 2 Monaten schon recht gut kann und verstehe.

Immerhin fange ich bei meinen "normalen" Alltagsbüchern (lese ganz gerne mal Fantasy- und Vampirgeschichten und so und bin gerade beim 3. Eragonband) an, auch darüber nachzudenken, in welchem Modus, welcher Stimme usw. das geschrieben ist. Das hält hoffentlich nicht an, denn das verdirbt ein bißchen den Entspannungsspaß. :D:eek

Was ich Euch schon die ganze Zeit fragen wollte: Welche Stelle aus dem Marquise-Text hattet Ihr denn nun in der Klausur?

Die Familie denkt über das Dankeschön an den Grafen nach, dann kommt der Bote und berichtet vom Tod dessen und der Marquise ist das erste Mal nicht wohl und scherzt darüber mit ihrer Mutter.
Das war die Inhaltsangabe vielleicht folgt die Seitenzahl von jemand anders ich hab die Marquise ins Exile verbannt.

Ganz liebe Grüsse von einer elendig wartenden Leandra auf ihre Ergebnisse schon nach knapp 2 Wochen puh!!

Der Textausschnitt ist auf der Seite 7 Z. 35 - Seite 9 Z. 20, Reclam-Ausgabe.