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Ein Neuanfang...

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Nun habe ich in dieser Ecke des Studienservice schon einige inspirierende Einträge gefunden und denke, es ist Zeit, einmal etwas von mir zu erzählen.

Wie der Titel schon sagt, das Studium WiWi habe ich begonnen, um einen Neuanfang zu wagen.

Nachdem ich vor 2,5 Jahren von München in die Schweiz ausgewandert bin, habe ich keine Möglichkeit gefunden, mich hier irgendwie weiterzubilden. Ich arbeite im Bereich Inkasso und da gibt es sehr wenig Angebote, was Weiterbildung angeht. Ich habe mich überall informiert. Entweder waren die Angebote zu spezialisiert oder - für meinen Geldbeutel - zu teuer.

Vor einem Jahr dann die Diagnose - pulmonale Hypertonie. Ich bin in ein Loch gefallen und hatte das Gefühl, die ganze Welt und mein Leben arbeiten gegen mich. Es waren Monate, in denen ich keine Zeit hatte, mir Gedanken zu machen, was aus meiner Zukunft werden soll. Ich war 27 und hatte keine Ahnung, ob ich überhaupt eine Zukunft haben werde.

Ich bekam im November 2010 meinen OP-Termin - der 19.01.2011. Der Tag, an dem mich die Ärzte "wieder gesund machen wollten". Einen Tag, bevor ich ins Krankenhaus gefahren bin, habe ich die Anmeldung für mein Studium versandt. Ich wollte auf jeden Fall zurück kommen, und diese Anmeldung war mein Anker. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen eigenartig aber wer vielleicht selbst schon mal in solch einer Situation gewesen ist, kann das vielleicht ein bisschen verstehen und mir hat das unheimlich geholfen.

Nun ja, mittlerweile sind 5 Monate seit meiner OP vergangen - die übrigens zur vollsten Zufriedenheit von den Chirurgen verlaufen ist. Gleich nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus 2 Wochen später hatte ich so viel Tatendrang in mir. Am liebsten hätte ich sofort angefangen. Bei der Reha habe ich dann auch schon das ein oder andere an Mathevorbereitung gemacht. Ich wählte für mein 1. Semester 2 Module. Schon nach einigen Wochen wurde mir klar, dass ich, wenn ich überhaupt fertig werden möchte, mich nur auf eine Klausur vorbereiten kann. Ich habe mir vorgenommen, die Klausuren nicht irgendwie zu schaffen, sondern so zu lernen, dass ich die Dinge auch wirklich verstehe. Es fällt mir noch sehr schwer Prioritäten zu setzen. Dadurch lerne ich wahrscheinlich genau die Sachen ganz detailliert die eigentlich gar nicht so wichtig sind.

Mir wurde ein neues Leben geschenkt, ein Neuanfang und ich sitze seit 3 Wochen vor meinen Unterlagen und komme einfach nicht weiter... Obwohl das Studium mein grösster Traum ist. Woran kann das liegen? Der Stoff interessiert mich unheimlich, daran liegt es nicht. Es kommen nur ständig irgendwelche anderen Sachen dazwischen. Da wir in der Schweiz wohnen und unsere Familien in Deutschland sind wir an vielen Wochenenden nicht zu Hause. Wir haben schon versucht, diese Besuche zu reduzieren aber unsere Familien und Freunde liegen uns sehr am Herzen und die meisten sehen wir wirklich nicht so oft. Ich habe mir auch schon einen Lehrplan erstellt aber in den letzten Wochen habe ich es nicht ansatzweise geschafft, diesen einzuhalten. Ich will dieses Studium unbedingt machen und freue mich auch auf die Arbeit, die da auf mich zukommt.

Wie dem auch sei, vielleicht hat ja der eine oder andere Lust, zu meiner Geschichte etwas zu erzählen oder mir ein paar Tips zu geben, wie ich mein Studium voranbringen kann. Ich freue mich über jede Rückmeldung und Meinung und wäre froh, wenn ihr mir Eure Erfahrungen erzählen könntet.

Nun habe ich heute frei und mir auch vorgenommen, etwas zu lernen. Mal sehen, ob es klappt ;)

Viele Grüsse von meiner Seite!!

Sunshine

Comments

Willkommen unter den Tagebuchschreibern und willkommen im Stuse!:D Setz Dich mit dem Studium nicht gleich zu Anfang so unter Druck. Das bringt nur Frust. Man muß erst einen Rhythmus finden! Viel Spaß auf alle Fälle!

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Auch von mir herzlich willkommen in der Tagebuchecke sowie alles Gute für deine Gesundheit und viel Erfolg beim Studieren... auch wenn aller Anfang schwer ist, du schaffst das bestimmt, sobald du einmal deinen (Lern-)Rhythmus gefunden hast.

Als ich Eure Antworten gelesen habe, war ich froh, dass ich das "Tagebuch" umgesetzt habe. Mit so guter Resonanz habe ich wirklich nicht gerechnet. Vielen Dank schon Mal für alle Ratschläge, den einen oder anderen werde ich hoffentlich bald umsetzen können.
@flicka: Du hast Recht, das schlechte Gewissen verfolgt einen jeden Tag. Immer, wenn ich irgend etwas anderes mache, denke ich, dass ich ja eigentlich lernen müsste. Aber durch das Fernstudium hat man eben auch nicht den Druck wie bei einem richtigen Hochschulstudium und sich in den A... zu treten ist nicht so einfach. Doch eine Veränderung geschieht leider nicht von heute auf morgen. Vielleicht kannst Du mir ein bisschen näher erläutern, wie du vorgegangen bist, als Du Dir Dein Studi-Leben neu eingerichtet hast. Ich selbst habe es schon mal mit einem Lernplan versucht, der auch sehr realistisch gewesen ist. Wie sieht denn Dein Alltag aus? Es würde mich sehr interessieren, natürlich nur, wenn du das hier öffentlich schreiben möchtest (ansonsten kannst Du mir auch gerne eine Nachricht an mein profil senden) :)
Die letzten Tage ist bei mir nicht so viel passiert mit dem Lernen. Zum Glück habe ich die Möglichkeit, 90% zu arbeiten. Das bedeutet, dass ich Di-Nachmittag frei habe und Mittwoch Morgen, was eine grosse Entlastung ist. Heute ist Dienstag und ich habe mir fest vorgenommen, die Bücher raus zu nehmen und weiter zu machen. Mal sehen, was daraus wird. Momentan schreibe ich mir eine Zusammenfassung zur linearen Algebra. Das ist zwar kein neuer Stoff, aber wenigstens tue ich etwas fürs Studium.

@Myrmid: Wie hast Du denn Deinen persönlichen Lernrhythmus gefunden und im wievielten Semester studierst du denn (und was?)?

Euch allen wünsche ich einen hoffentlich schönen sonnigen Tag!
Viele Grüsse
sunshine1206

sunshine1206 wrote:

@Myrmid: Wie hast Du denn Deinen persönlichen Lernrhythmus gefunden und im wievielten Semester studierst du denn (und was?)?

Ich studiere derzeit im 5. Semester (Teilzeitstudium) Kulturwissenschaften mit Fachschwerpunkt Geschichte und Nebenfach Literatur... daneben arbeite ich Vollzeit. Nachdem ich schon ein abgeschlossenes Studium habe, betrachte ich dieses Studium mehr oder weniger als "Hobby" und stresse mich dementsprechend nicht damit. Ich habe auch nicht die Absicht, es später einmal beruflich zu verwerten, sondern mache es eben nur aus Interesse. Ich belege planmäßig pro Semester nur ein Modul - das geht neben dem Job ganz gut. Es gab aber auch schon Semester, in denen habe ich gar nichts geschafft - dafür in anderen dann schon auch mal zwei Module. Daher kann man bei mir auch weniger von "(Lern-)Rhythmus" sprechen - ich muss sehen, wie das Studium druntergeht. (Falls du Lust hast, kannst du Näheres dazu ja in meinem Tagebuch nachlesen. ;)) Ich komme aber mittlerweile gut damit zurecht, dass einmal mehr, einmal weniger und manchmal auch gar nichts geht. Wie gesagt, ich stresse mich nicht, sondern betreibe das Studium als Hobby - das jedoch konsequent. ;) Meine Situation ist daher nicht unbedingt mit deiner vergleichbar, aber das ist ja hier das Schöne: Dass jede/r hier auf seine/ihre ganz persönliche Weise flexibel studieren kann, so wie es zur Lebenssituation (die sich natürlich auch schnell ändern kann) passt.

Auch von mir herzlich willkommen in der Tagebuchecke

Herzlich willkommen!!!

Vielen Dank nochmals für das Interesse, was ihr meinem Tagebuch widmet!
Heute habe ich mich an der Fernuni zurück gemeldet. Ich werde nächstes Semester meine Kurse von diesem Semester wiederholen und richtig Gas geben. Ich gebe mir jetzt nochmal diese Chance aber ich denke, dass es genau so richtig für mich ist.
Gestern habe ich schon mal ein bisschen in Statistik gelesen, sehr interessant aber auch sehr kompliziert. Welche Erfahrungen habt ihr mit Statistik gemacht? Hat eigentlich einer von Euch so etwas wie eine Lerngruppe oder lernt ihr allein?
Momentan haben wir in der Arbeit mächtig viel zu tun. Nicht einen Tag habe ich es in den letzten zwei Wochen geschafft, pünktlich Feierabend zu machen. Dabei brauche ich mein verringertes Arbeitspensum um das Studium machen zu können. Ich hoffe aber, dass unser neuer Mitarbeiter bald richtig eingelernt ist, dann wird vieles einfacher. Ich freue mich auch über das Vertrauen, was ich mittlerweile von meinen Kollegen entgegengebracht bekommen. Deshalb, missen möchte ich den Stress nicht :)
So, das war es für heute erstmal von mir!
Bis bald hoffentlich und allen wünsche ich noch eine schöne restliche Woche!
Sunshine

Lerngruppen können nie schaden. Oder schau, ob in der Nähe ein Studienzentrum Betreuung zu deinen Modulen anbietet

Auch von mir ein herzliches "Willkommen" bei den TB-Schreibern.

@Alisha: das habe ich für nächstes Semester auch vor. Ich werde mich in Pfäffikon anmelden, Das hätte ich schon viel eher machen müssen, jetzt habe ich mich auf jeden Fall dazu durchgerungen :) Hast Du selber auch eine Lerngruppe? Und wenn ja, wie oft trefft ihr euch und wie geht ihr vor? Entschuldige die Nachfrage, ich bin nur immer an den Erfahrungen von anderen Studenten interessiert.
@Aktionär: vielen Dank!! Was studierst Du denn und seit wann?

Tja, bei mir hat sich diese Woche nicht viel getan. Ich bin momentan sehr eingespannt in der Arbeit, aber ich glaube, da bin ich nicht die einzige, der es so geht. Ich hoffe, das wird auch wieder weniger werden, obwohl, ich hab es eigentlich auch gern, wenn mir die anderen Kollegen das Gefühl geben, das ich ihnen helfen kann.
Wie war Eure Woche bisher?
Gewittrige Grüsse aus der Schweiz
Sunshine

PS: ich hab gehört, dass in BaWü die Unwetter toben. Ich hoffe, es hat keinen von Euch erwischt und wenn doch, hoffentlich habt ihr alles in Sicherheit gebracht.

@sunshine1206: Ich studiere WiWi auf Diplom, bin also schon länger dabei, aber so langsam auf der Zielgeraden. Noch zwei Scheine (im September), Seminar und DA.

@sunshine1206: Momentan habe ich keine Lerngruppe, weil ich keinen in der Nähe kenne, der das Modul auch macht. Im Normalfall haben wir uns einmal die Woche getroffen, ca einen Monat vor den Klausuren auch bei Bedarf zwei- bis dreimal.

Melde dich an in Pfäffikon, ich war auch zu einigen Seminaren dort und habe auch die Klausuren zu den A-Modulen alle in Pfäffikon geschrieben. Und nette Leute zum gemeinsamen Lernen und Motivieren finden sich so auch einfacher.