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Fragen zum 1. WK

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Ich habe mir grade wissenswertes zum 1.WK aus 3503/3 rausgeschrieben und kann manchem nicht folgen.

Vielleicht kann der ein oder die andere mir Denkanstöße geben oder erklären :)

Folgendes:

1. es gibt nicht zu übersehende Entwicklungslinien vom 1. WK zum 2. Wk - soweit klar. Weiter heißt es:

"die militärische Gewalt bleibt ein gesellschaftliches Strukturelement der Nachkriegszeit, wie der besonders agressive Nationalismus, den der Krieg hervorgebracht hatte"
Letzteres verstehe ich - denk ich. Durch die Aufteilung in Versailles wurde der Nationalismus noch mehr geschürt, später kam doch dieses Denken über deutschen Brüder die in anderen Ländern leben...kann das grad schlecht ausdrücken.
Aber was meint: militärische Gewalt bleibt ein gesellschaftliches Strukturelement
Ist damit gemeint, dass sich die Gesellschaft militarisierte (Kinder in Uniform, militärische Strukturen in Familie und Leben) oder was anderes??

2. Die neuen demokratischen Republiken hielten nicht lange, zerfielen oder wurden abgelöst durch autoritäre bis diktatorische Regime, teilweise auch Beute faschistischer Bewegungen
Was bedeutet letzteres an einem Beispiel? Wie "Beute"? Hä?

Vielleicht kann mir jemand mal die Scheuklappen von den Augen nehmen :)
Das wäre super!
Danke :)

Janine

Comments

Mandy

Danke für deinen Beitrag. Ich werde den mit meinem "Wissen" mal im Kopf mixen und heut noch Infos suchen...das zusammen sollte ein Bild ergeben. Wenn ich dann was hab, was ich äußern kann, schreib ich es hier nieder :D

Ich habe leider zu 1914-1933 nur sehr geringes Wissen und ab 1933 besseres Wissen ohne sehr viele Details. :o
Daher muss ich mir erstmal ein Bild im Kopf bauen.

LG Janine

Hallo

Also ich habe (weil ich mal nen klaren Gedanken hatte :D) im "großen Ploetz" und in "Schlaglichter der deutschen Geschichte" quer gelesen.

Dabei kam heraus zu militärische Gewalt bleibt ein gesellschaftliches Strukturelement :

Militarismus ist ein Schlagwort, geprägt in Frankreich 1860. Eine Überbewertung militärischem Denkens auch in nichtmilitärischen zivilen Lebensbereichen, grade in Blick auf Erziehung und Ausbildung der jungen Generation.
Unter Wilhelm II. wurde der Militärdienst die "Schule der Nation" und überhaupt fand Wilhelm II. alles militärische ober super toll (Kleidung, Aufmärsche etc)
In der Weimarer Republik entstanden dann (durch die Schwachpunkte der Parteienstruktur) u.a. Wehrverbände. Diese waren halbmilitärisch und prägten das öffentliche Leben in besonderer Weise durch häufige gewaltsame (am Ende auch bürgerkriegsähnliche) Auseinandersetzungen. Dazu kamen dann die Freikorbs, die dann in der Reichswehr aufgingen.

Das gepaart mit deiner Aussage, Mandy, macht ein gutes Bild zu meiner 1. Frage. Vor allem, wenn man sich vor Augen hält, dass die Militarisierung ja schon vor 1914 begannt, dann unter Wilhelm II. verstärkt wurde und bestimmt nicht einfach aufhörte, dann die Weimarer Republik alles andere als stabil war und x Kräfte wirkten um die Republik wieder aufzulösen.
Ich denke, dass kann ich so lassen und das reicht als Basis für die Frage.

Meine 2. Frage kann ich mir immer noch nicht 100% erklären. Zur Beute werden ist irgendwie ein blöder Begriff. Auch wenn evtl. dazu die nationalistisch-faschistischen Bewegungen im Land gemeint sind. Kling aber mehr nach Raubzug...

JSchneider wrote:

Meine 2. Frage kann ich mir immer noch nicht 100% erklären. Zur Beute werden ist irgendwie ein blöder Begriff. Auch wenn evtl. dazu die nationalistisch-faschistischen Bewegungen im Land gemeint sind. Kling aber mehr nach Raubzug...

Versuche ich mal ganz spontan ein paar Gedankenanregungen zu geben:

Die "Beute" passt schon gut, eigentlich... :) Denk mal an die Tierwelt, wer wird da leicht zur Beute? Junge, schwache, kranke = irgendwie instabile Tiere. Das kann man dann übertragen, sowohl auf die Regierung an sich als auch auf generell auf die Leute. Ein verlorener Krieg mit natürlich negativen Folgen und der 'Schmach' des Verlierers, eine Portion Wirtschaftskrise, allgemeine Unzufriedenheit, eine schwache Regierung - das sind hervorragende Voraussetzungen für 'Stimmungsmacher', die einem das Blaue vom Himmel versprechen und genau in diese Wunden ihr Salz streuen. Und was anderes ist das als ein Raubzug, irgendwie?

Also bedeutet Beute faschistischer Bewegungen eine pol. Veränderung von innen heraus und nicht von aussen. Dann ist Deutschland dafür ja auch ein Beispiel oder? Die Veränderung schlich sich zwar an, aber letztendlich kam es aus einer Strömung/Bewegung heraus, die sich Probleme zum Nutzen machte.

Hab ichs jetzt verstanden?

; wrote:

Mein Mann meinte übrigens, zw. 1. + 2. WK waren alle Parteien sehr militärisch - also mit Uniformen und Aufmärschen, auch SPD und Co.

Jetzt ist die Empfehlung vielleicht etwas spät, aber ich finde das Werk von Prof. Michael Stürmer klasse: Das Ruhelose Reich, Deutschland 1866-1918

Und

Deutsches Kaiserreich von Volker Ullrich

Livia

Danke für die Literaturtips. Beziehen sich beide auf die Zeit vor 1918 oder? Ist sicher interessant, nur nicht 100% für die Frage zur Zeit zwischen 1. und 2. WK.

Trotzdem nehm ich sie mal in die Liste der interessanten Bücher mit auf, die Themen können ja nur noch spezieller werden.

Livia753 wrote:

Jetzt ist die Empfehlung vielleicht etwas spät, aber ich finde das Werk von Prof. Michael Stürmer klasse: Das Ruhelose Reich, Deutschland 1866-1918

Und

Deutsches Kaiserreich von Volker Ullrich

Könntest Du auch noch mal [url="#?t=43743"]hier[/URL] posten :)!

was sich sehr gut anbietet, sind die Hefte vom Ernst Klett Verlag->
speziell 'Abiturwissen'.
In diesem Fall würde ich das Thema "Die Weimarer Republik" vorschlagen.

Die Hefte sind sehr gut, da sehr kompakt und aus meiner Sicht leicht verständlich, die Themen beschrieben sind.

Viele Grüße
Mathias

; wrote:

Ergänzung zur Aussage, dass alle Parteien sehr militärisch waren.
Die KPD hatte den Rote Frontkämpferbund, die NSdAP die SA und auch die SPD hatte ihre milit. Einheiten, ich glaube "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold".



PS: Auch für die Zeit 1870 bis 1914/18 gibt es 'Abiturwissen'.

Viele Grüße
Mathias

Mathias,

das haben wir besonders gerne hier im Studienservice - Leute, die ganz neu hier sind und gleich gute Beiträge liefern!

Wir freuen uns aber auch über einen Eintrag im Vorstellungsthread, damit wir ein wenig mehr über Dich erfahren. Also wenn Du magst ...

LG
Sandra

Sandra,

irgendwo hatte ich den Link mal...
Kannst du ihn mir senden?
Danke
Mathias

Makli wrote:

Hallo Sandra,

irgendwo hatte ich den Link mal...
Kannst du ihn mir senden?
Danke
Mathias

Du findest den Thread im Diskussionsforum - [url="#?t=36183"]here you are[/URL]!

vittoriacolonna wrote:

Du findest den Thread im Diskussionsforum - [COLOR=#1d2a8d][U][COLOR=#1d2a8d][U][url="#?t=36183"]here you are[/URL][/U][/COLOR][/U][/COLOR]!



Ich habs getan

Makli wrote:

Ich habs getan;)

Danke sehr :) !!!

2. Die neuen demokratischen Republiken hielten nicht lange, zerfielen oder wurden abgelöst durch autoritäre bis diktatorische Regime, teilweise auch Beute faschistischer Bewegungen
Was bedeutet letzteres an einem Beispiel? Wie "Beute"? Hä?

Ich würde da spontan an diejenigen Staaten denken, die erst nach dem ersten Weltkrieg entstanden sind.

Zum Beispiel:

Die Republik Österreich, die aus einem Bruchteil des K.u.K.-Reiches einen neuen Staat zu formen und die Habsburger-Monarchie durch eine demokratische Regierung, strukturell ganz ähnlich der Reichsregierung, zu schaffen, mit dem Bundespräsidenten als Staatsoberhaupt, dem Bundeskanzler als Regierungschef und einem Zweikammerparlament.
Aber: auch die Republik Österreich wanderte zunehmend nach rechts. Die Regierung Dr. Schuschnigg hatte durchaus klerikalfaschistische Züge, ganz zu schweigen von der erstarkenden Nationalsozialistischen Partei in Österreich.

Ich denke, mit Blick auf den "Anschluss" könnte man Österreich als Musterbeispiel für eine "Beute faschistischer Bewegung[en]" sehen. Weitere Beispiele könnten die Tschechoslowakei sein (Abspaltung des Sudetenlandes--> Annektierung der "Resttschechei" --> Protektorat Böhmen und Mähren). Auch die Tschechoslowakei hatte durchaus einige Punkte zu bieten, die vielleicht nicht perfekt demokratisch sind.
Aber weiter im Text: Dann wären da noch der Freistaat Danzig, Kroatien (allerdings erst nach Beginn des Zweiten Weltkrieges), Ungarn, Albanien (von Italien besetzt).

Und wenn man nur faschistische Bewegungen sucht, findet man mit dem spanischen Bürgerkrieg und der Franco-Diktatur sowie dem Faschismus Mussolinis in Italien schon reichlich europäisches Material, auch ganz ohne solche Regierungen wie z.B. Admiral Horthy in Ungarn als faschistisch zählen zu müssen.

Viele Grüße,
Ingo