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G1 : Neuere Geschichte KE1

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Sitze gerade an der fertigstellung meines Exzerpts über die Neuere Geschichte KE1. Ein Kapitel bzw. der Anfang bereitet mir Kopf zerbrechen. Es geht um 2.4 Ungleichzeitigkeit.
Ich habe nicht die geringste Ahnung was der Herr Niethammer mir auf den ersten Seiten (S: 31-34) sagen möchte... die Modernierungstheorie und der Unterschied von Marx Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse kann ich ja noch nachvollziehen aber das davor?
Mag mir das vielleicht jemand in verständlichen Worten erklären, was genau mit Ungleichzeitigkeit gemeint ist?
Habe ein totales Brett vor dem Kopf.

Comments

ich habe vorhin auch gerade daran gesessen und wirklich verstanden habe ich es auch nicht. Aber ich habe herausgelesen, dass sich eine Gesellschaft nicht immer gleich schnell entwickelt, sondern es immer Gruppen gibt, die noch in früheren Zeiten und den damaligen Lebensformen "festhängen". Und laut Bloch soll es für diese eben eine besondere, andere Zukunft geben und nicht einfach nur ein "Hinterherentwickeln" an den Rest ... dieser Teil ist mir auch unverständlich, aber ich habe für mich beschlossen, dass es für die Klausur reichen muß, wenn ich die Modernisierungstheorie und Marx erklären kann ;) aber falls jemand noch andere Erklärungsvorschläge hat, lese ich sie auch gerne :)
schönen Abend noch

Ich kann diesen Wikipedia-Artikel anbieten: [url]https://de.wikipedia.org/wiki/Ungleichzeitigkeit[/url]

Hier zur Ansicht eine Seite einer Studienarbeit zu Blochs Ungleichzeitigkeit ("Blick ins Buch"):

[media=asin]3640301935[/media]


Liebe Grüße

@Gumgum
ich finds toll, dass du ein fachliches Thema einstellst, um darüber zu diskutieren. Das greife ich gern auf und möchte auch noch Fragen stellen (im nächsten Post).

@taina
So habe ich mir das auch erklärt. Bloch betrachtet die Gesellschaft unter dem Aspekt der Ungleichzeitigkeit. Danach gibt es immer Gesellschaftsbereiche, die noch an älteren Gesellschaftvorstellungen festhalten.

Dieser Gedanke spielt besonders in der Marx. Gesellschaftstheorie und in der Modernisierungstheorie eine Rolle.
Marx nimmt eine ungleichzeitige Entwicklung von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen gesetzmässig an. Danach halten die Produktionsverhältnisse nicht mit der Entwicklung der Produktivkräfte Schritt. Zu seiner Zeit kam es durch die Industrialisierung zu einer Weiterentwicklung der Produktivkräfte und Produktionsmittel. Die Arbeiter wurden aber weiterhin von einer "bourgeoisen" Herrschaftsschicht (Bürger, Unternehmer) durch herrschaftliche Produktionsverhältnisse ausgebeutet, indem sie die Produktionsmittel vereinnahmten. Nach Marx ist das nur durch Revolution zu beseitigen, wobei er dabei die ganze Gesellschaft sozusagen über einen Kamm schert.

In der Modernisierungstheorie spielt die Ungleichzeitigkeit auch eine Rolle. Danach gibts "rückständige" Sektoren in der Gesellschaft, die politisch und sozioökonomisch nicht mit einem angenommenen Fortschritt Schritt halten. Diese Bereiche werden über politische, demokratische, und sozio-ökonomische Eingriffe sozusagen angepasst.

Beide Theorien haben das Problem, dass sie eine Art höheres Ziel anvisieren. Bei Marx ist dies die kommunistische Arbeitergesellschaft als Fernziel, bei der Modernisierungstheorie ja auch immer eine Art angenommener Fortschritt, eine höchste Entwicklung. Das ist sozusagen auch noch in der postkolonialen Entwicklungshilfe zu beobachten. Dieser Determinismus wird heute von der modernen Geschichts- und Kulturwissenschaft eher abgelehnt.

Hoffe, das kann man so erklären und lese auch gerne andere Erklärungsversuche und Ergänzungen.

Ich habe vor allem mit den schrecklichen Vergleichen (Detektiv-Historiker, Spurensuche, Märchen) Probleme und fand den Text von Niethammer sehr sehr verworren und schwierig zu lesen. Ich hab mir das zwar ungefähr erklärt, was er will, aber ich krieg keinen richtigen Plan dran.

Grundprobleme der Geschichtswissenschaft nach Niethammer...äh, gibts vielleicht Tipps in Stichworten ungefähr...? Wie seid ihr dem beigekommen? Lieber nicht zuviel hinterfragen?

das problem: bei der fülle an stoff, kann man gar nicht alles hinterfragen und komplett verstehen. so wars bei mir zB bei der ungleichzeitigkeit. versteh ich nur im ansatz, erklären könnte ichs nicht gut

Bei der Detektiv-Geschichte habe ich mich fast ausschliesslich an die Folie von Frau Hüsing gehalten, ich denke, hier ist alles ganz gut zusammengefasst. Ich wäre auch niemals auf die Idee gekommen, hier eine mögliche Klausurfrage zu vermuten, aber soll ja schon so gewesen sein... Ich werde also die Unterschiede und Gemeinsamkeiten einfach nur auswendig lernen, widerwillig und nur für die Klausur, ich denke nicht, dass dieser Text uns im Studium insgesamt weiterhelfen wird, aber was tut man nicht alles, um eine eingermaßen gute Klausur zu schreiben ;)
wünsche euch allen einen schönen Sonntag

Vielen Dank für die schnelen Antworten!
Schätze auch, dass man viel Mut zur Lücke haben muss, allerdings ist mir der Niethammer jetzt etwas klarer,

Nicht vergessen: Man kann eventuell auch etwas zur Periodisierung schreiben (das bereite ich mir vor, da ich es insgesamt eingängiger finde, auch wenn es viel ist) oder eine Quellenkritik nehmen.

@taina Ich mach das mitm Detektiv genauso, auswendig lernen und hoffentlich wiederkäuen können!

Heute habe ich mal den Stoff überschlagen und meine Sachen geordnet. Dann krieg ich immer eine Art Krise...es ist einfach verdammt viel...:eek

in 3503 kommt auch häufig langes 19., kurzes 20. jh.

Will mal noch ergänzen:
Hüsing hat zur Ungleichzeitigkeit eine Übungsaufgabe (Bloch, Bund der Landwirte, SPD) in Moodle eingestellt. Die fand ich mitsamt den Antworthinweisen auch noch mal sehr hilfreich, um den Ansatz Blochs wirklich zu verstehen.

Im September letzten Jahres war der Detektiv eine Aufgabenstellung für Neuere Geschichte. Ich habe dann ein anderes Thema genommen...

Ihr dürft Eure Exzerpte auch ruhig hier verlinken, ich les die dann durch und sag euch was dazu

[url]https://www.ernst-bloch.net/owb/fobei/index.html[/url]