ich hoffe es macht noch jemand mit im Modul 2.:)
Ich habe schwierigkeiten mit folgender Fragestellung:
4. Wie kann identitätsbehauptendes Handeln aussehen, wenn die Identität in einer sozialen Situation nicht bestätigt wird?
Darauf habe ich zwar geantwortet, aber die Betreuung findet das unzureichend:
Meine Antwort Zu 4.)
Wenn die Identität in einer sozialen Situation nicht bestätigt wird, haben wir es mit einer Identitätsbedrohung einzelner Bestandteile der Identität zu tun. Der Handelnde der eine soziale Nichtbestätigung erhalten hat, wird sich entweder zu gleich gesinnten begeben, die ebenfalls das gleiche erfahren haben oder dort bleiben wo er ist und auf seiner Identitätsbehauptung beharren, bis er diese Bestätigung bekommt.
Folgendes Feedback kam:
*Allerdings, hakt es ein wenig bei der Frage vier, wie Sie selbst schon angemerkt haben.
Richtig erläutert haben Sie, dass identitätsbehauptendes Handeln sozial ausgelöst wird, wenn die soziale Bestätigung, die der Akteur zur Aufrechterhaltung seiner Identität braucht, fehlt oder ihm diese entzogen wird. Dann sind Sie allerdings bei den Identitätsbedrohungen "hängen" geblieben. Danach war aber nicht gefragt.
Vielleicht sehen Sie nochmals in den Unterlagen nach, was denn ein Akteur macht, wenn sein Selbstbild in einer bestimmten Situation nicht bestätigt wird. Welche Möglichkeiten hat er dann?*
Jetzt habe ich in den Unterlagen geguckt, aber meines erachtens habe ich diese Aufgabe richtig beantwortet. Fällt euch dazu was ein auf welcher seite ich genau nachschauen kann, vielleicht übersehe ich ja etwas?
Comments
vittoriacolonna
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View profileIch habe das Modul leider nicht vorliegen, daher kann ich nur aus der Antwort von Hagen ableiten, was gemeint sein könnte: Du beschreibst nicht, was derjenige, dessen Identität nicht bestätigt wird, dann aktiv macht. Du sagst lediglich, dass derjenige sich zu anderen gesellt, denen es ähnlicht geht (dadurch behauptet er aber seine Identität in der ablehnenden Gruppe nicht!) bzw. dass er in der Gruppe bleibt und abwartet, dass er vielleicht doch irgendwann Anerkennung erfährt (auch dadurch behauptet er seine Identität meiner Ansicht nach nicht - das wäre ja ein abwartendes, passives Verhalten!). Könnte es daran liegen, dass die Antwort nur unzureichend ist?
Klingt alles sehr nach Schimank - bezieht sich die Übung darauf? Dann solltest Du mal in Richtung "soziale Nichtbestätigung umdefinieren" schauen!
Resul
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View profileVittoria,
also jetzt habe ich mir die anderen Lösungen angeschaut. Die Betreuerin findet folgende Lösungen für gelungen:
Eventuelle Musterlösungen zu 4.)
Nichtbestätigung ist eine Identitätsbedrohung. Es gibt folgende Arten darauf zu Handeln:
1. Umdefinition von sozialen Nichtbestätigungen, also Beharren auf Selbstanspruch; z.B. Ausländer mit dunkler Hautfarbe soll in seinem Anders-Sein im Gastland akzeptiert werden.
2. Änderung des Umfelds und der Pluralisierung der Umgebung; z.B. zieht ein Ausländer in Gegend, wo viele Ausländer leben
3. evaluative und normative Selbstansprüche durch mehr Anstrengung verstärken; z.B. Großeltern sehen nach langer Abwesenheit die verschreckten Enkerl wieder, wollen Liebe zurückgewinnen
4. Maßnahmen der Affektkontrolle; z.B. ein Uniprofessor hat Angst vor Vorlesungen
5. Rolleninszenierung (ich inszeniere mich in die Rolle hinein und nutze Freiräume)
6. Rollendistanz (signalisiere, dass ich nicht hinter Rolle stehe, z.B. Chef, der unangenehme Entscheidung treffen muss, die seinem Selbstbild nicht entsprechen)
7.Rollendevianz (aus der Rolle fallen)
8.Ausstieg aus der Rolle
Andere Lösung zu 4.)
4) Verschiedene Praktiken der Identitätsbehauptung sind möglich. Das extremste ist der Ausstieg aus der Rolle. Möglich sind auch die sog. Rollendistanz, als Selbstdarstellung neben der Rolle oder die sog. Rollendevianz, als Selbstdarstellung gegen die Rolle. Es können auch Maßnahmen zu Affektkontrolle angestrebt werden oder der Akteur versucht die Nichtbestätigung zu entkräften. Er kann seine Umgebung pluralisieren (verändern) in der Hoffung auf Personen zu treffen, die zu seiner Identitätsbehauptung beitragen können.
vittoriacolonna
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View profileUnd siehst Du den Unterschied zu Deiner Lösung? Klingt alles SEHR nach Schimank!
Resul
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View profileEs ist auch Schimank vom Kurs "Handeln und Strukturen". Schade nur, dass im Soziologie Modul 2 nicht mehr so viele mitmachen hier. Ich habe im Moodle das Glück, dass dort die politologen mit drin sind. Das sind ja dann doch ne ganze menge, aber vereinzelt nur Sozis :). Schauen wir mal.
vittoriacolonna
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View profileDie Leute, die hier im Studienservice auftauchen, haben oft M2 schon hinter sich. Und so viele Soziologen gibt es ja leider auch nicht (mehr) in Hagen. Ich kenne das Modul auch nicht, habe nur M1 gemacht (studiere ja eigentlich KuWi, habe aber ein großes Herz für Soziologie). Deshalb kann ich auch nicht viel helfen - höchstens auf die Sprünge ;))) Hoffe ich wenigstens!