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xenforo

Ist das nicht zum Mäuse melken?

Content

[FONT=Century Gothic]Oooooh nein!
[FONT=Century Gothic]Heute zum ersten Mal nach zwei Semestern auf den Studienservice gestoßen. Sofort begeistert von der Idee des Tagebuchs.
[FONT=Century Gothic]Eine Stunde Finger wund getippt.
[FONT=Century Gothic]Über Erich Fromm, die Arbeit als Wert an sich und die Rolle der Frau ausgelassen.
[FONT=Century Gothic]Und dann das Ganze posten wollen. Nix da. "Sie sind zur Zeit nicht angemeldet, loggen Sie sich bitte ein" oder so ähnlich. Da bin ich wohl in der Zwischenzeit rausgeschmissen worden. Ok, eingeloggt. Text weg. Alles. Frust. Ob ich wohl noch einmal einen zweiten Anlauf mache werde?
[FONT=Century Gothic]
[FONT=Century Gothic]LG, E.

Comments

ohje, wie schade................................hätte gern Dein Tagebuch gelesen. Herzlich Willkommen!

Herzlich willkommen! Nun bin ich doch neugierig geworden - ob Du es nochmal wagst und das Abhandengekommene noch mal postest?

[COLOR=darkslategray]Ja, ich werde es nochmal wagen, nur muss jetzt erst einmal studiert werden. Immanuel Kant: Personalität. Und Sozialisation - Eine Einführung. Muss bis zu den Prüfungen irgendwie im Oberstübchen angekommen sein. [/COLOR]

und auch von mir herzlich willkommen bei den Tagebuchschreibern sowie viel Erfolg beim Studium!

So, fast ein Jahr hat es also gebraucht bis zu meinem zweiten Versuch hier bei den Tagebüchern. Aus gegebenem Anlass wollte ich eigentlich ein neues Tagebuch mit neuem Titel öffnen: "Queen of Procrastination" oder so hätte es heißen sollen. Hat aber nicht geklappt. Immer hieß es "Geben Sie einen gültigen Text ein". Seltsam. Also geht es hier unter dem alten Titel weiter. Passt vielleicht auch ganz gut.

Als ich letztes Jahr die Tagebücher hier entdeckt habe, habe ich nicht schlecht gestaunt. Da schreiben viele, die studieren UND arbeiten (im Extremfall beides Vollzeit) UND Kinder haben UND auch noch die Zeit finden, lange Beiträge hier zu schreiben UND offenbar die von anderen zu lesen!!! WIE GEHT DAS???

Ich fühle mich oft schon mit meinem Doppeldecker Studium und Arbeit (ersteres Vollzeit, zweiteres nicht einmal komplette Teilzeit) wie im Hamsterrad und habe das Gefühl, dass zu wenig Zeit "für mich" bleibt. Natürlich ist das objektiv betrachtet vollkommener Murks, schon deshalb, weil ich mich selbst entschieden habe, zu studieren (so sollte ich dies eigentlich auch als "meine" Zeit betrachten können). Irgendwie scheint diese Sichtweise mit Kindern sogar leichter zu sein: wenn sie abends im Bett sind, ist endlich "eigene freie Zeit" da, um studieren zu können.
Mein Gefühl: wenn ich die für das Studium nötigen Stunden studiert habe und fertig mit der Arbeit bin, ist endlich noch ein bisschen Zeit des Tages für mich da. Alles eine Frage der Perspektive. Und der Gedanke, den ich schon in den Köpfen eventueller Mitleser auftauchen sehe ist: "Unglaublich! Lebt im Zeitluxus und beklagt sich noch"

Der Grund, warum ich jetzt "Zeit" zum schreiben habe, ist ganz einfach: PROKRASTINATION. Eine Hausarbeit steht an. Meine erste in diesem Studium. Bildungswissenschaft, Modul 2B. Ganz abgesehen davon, dass es mir sowieso schwer fällt, Dinge aufs Papier zu bringen...

(gleich gehts weiter, ich poste mal lieber, damit ich nicht wieder rausgeschmissen werde wie letztes Jahr)

sage ich hier in aller Anonymität, was ich in Moodle nicht so unverblümt sagen würde: DAS GANZE MODUL KOTZT MICH AN! Fast alles, was ich in diesem Modul gelesen habe, kommt mir vor wie eine riiiiiiiiesige künstlich aufgeblasene BLASE von etwas, was man eigentlich in ein paar Worten abhandeln könnte. Und genau so eine HA sollen wir nun schreiben: eine 15-seitige BLASE. Manchmal frage ich mich, ob ich die einzige bin, die das so sieht, oder ob es noch so ein oder zwei andere gibt, die eben einfach wie ich nicht die Klappe zu weit aufreißen in Moodle.

Eigentlich könnte ich die Sache ja auch positiv sehen: an dem Thema gibt es nicht viel zu verstehen, ich muss einfach nur viel Wind um Nichts machen und 15 Seiten mit Worten füllen. Ich müsste es halt einfach nur machen. Morgen. Sage ich seit Wochen. Mal sehen, was morgen passiert.

Habe ich also den falschen Studiengang erwischt? Schon möglich. Aber ich habe schon andere vorher abgebrochen und dieser wird jetzt durchgezogen. In unserer Gesellschaft braucht man halt 'nen staatlich anerkannten Wisch, um eine Chance zu haben und auch, um das, was man an nichtstaatlich erworbenen Qualifikationen hat, effektiv einsetzen zu können.
Meine Sichtweise auf Beruf und Arbeit hat sich sehr geändert seit meiner Schulzeit. Aber jetzt bin ich in einem Fahrwasser, das die Konsequenz meiner früheren Ansichten ist.
Früher dachte ich, platt gesagt: Soziale Arbeit ist wertvoller als "andere". "Gutes/Soziales" tun besser als "gut verdienen". Und vorallem: der Beruf ist die zentrale Instanz im Leben, über die man sich definiert und selbst verwirklicht.
Meine jetzige Ansicht: Arbeiten muss ich, um Geld zu verdienen. Nicht, um mich selbst zu definieren. Und wenn ich es schon muss, dann soll wenigsten gut etwas dabei herausspringen. Unter dem Gesichtspunkt ist es natürlich vollkommen klar: mit "Bildungswissenschaft" habe ich da echt was Falsches angefangen. Aber meine Neuorientierung war eben noch nicht vollzogen, als ich damit angefangen habe. Und jetzt wird es durchgezogen. Ich kann ja noch sehen, ob ich mit dem Master nochmal einen Richtungswechsel vollziehen kann.
Meine Gleichgültigkeit gegenüber eines Berufes zum Zwecke der Selbstverwirklichung geht so weit, dass ich persönlich (keine Kritik!) gar nicht ganz nachvollziehen kann, dass viele Frauen so schnell wie möglich nach der Geburt eines Kindes wieder in den Beruf wollen, selbst wenn der Mann die Familie ohne Probleme und auch gerne durch seine Arbeit finanzieren kann. Da denke ich so ganz anders als viele Frauen heute: ich habe den Eindruck, dass viele den Beruf brauchen, um sich emanzipiert und sich selbst zu verwirklichen. Ich sage: Was für ein LUXUS, wer einen Mann hat, der so viel verdient, dass er beide (oder die Familie) ernähren kann! Oft sehne ich diese Situation herbei.
Was die Frau in der Familie tut, ist...
(gleich gehts weiter)

(wenn sie nicht arbeiten geht), ist ja nicht weniger wert (ganz im Gegenteil!!), als was man in einer bezahlten Arbeit tut. In unserer Gesellschaft wird die bezahlte Arbeit so weit über alle andere (aus Liebe zur Sache getane) Arbeit gestellt! Ist es nicht ein Luxus, seine Lebensenergie für das einsetzen zu können, was einem selber wirklich wichtig ist (das kann z.B. die Familie sein), anstatt seine Arbeitskraft an Andere verkaufen zu müssen? Wenn in einer Familie die "klassische" Arbeitsteilung gelebt wird (Mann geht arbeiten, Frau sorgt für die Kinder und das Haus) entstehen sofort Bilder von: "die arme Frau, sie kann sich nicht selbst verwirklichen, der Mann unterdrückt sie" u.s.w. Wie wäre es mit einem kleinen Perspektivwechsel? Der Mann verkauft seine Arbeitskraft nach außen, und macht es dadurch möglich, dass seine Partnerin sich für das für beide wirklich Wichtige einsetzen kann.

Ok. Ich weiß und verstehe, dass es (zum Glück) viele Menschen gibt (Frauen und Männer), die ihre bezahlte Arbeit aus Liebe zu Sache tun und nicht nur, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Wer aus Begeisterung für seinen Beruf arbeiten will: wunderbar! Wollte nur einmal betont haben, dass es auch andere Fälle geben kann. Dass sich nicht alles um den Beruf drehen muss. Und dass ich mich manchmal danach sehne, den Luxus zu haben, den manch andere als Bürde erleben.

herzlich willkommen hier! Hurra, und noch eine Biwilerin, auch wenn ich gerade leider so halb pausiere...
Aber bald habe ich M2 in Psychologie, das ist wie das neue 1d in Biwi, dann tu ich immerhin etwas dafür.

Also, ich denke, mit Biwi hast du eine große Bandbreite an Möglichkeiten, wo du arbeiten kannst....da findest du sicher etwas, was deinen Wünschen entspricht. Am Besten fang schon jetzt an, dich umzugucken und ein wenig in diesem Bereich Fuß zu fassen...ich denke, dann klappt es am Besten.

Elodia,

ich weiß nicht ob es mir zusteht, dich Willkommen zu heißen, bin ja eigentlich ein 'neuerer' Tagebuch-Schreiber...... aber ich tu's einfach trotzdem: Willkommen!

Eigentlich wollte ich nur lesen und mein Beitragschreiben auf heute oder morgen Abend beschränken, aber das was du geschrieben hast fand ich so interessant, dass ich mich nicht beherrschen kann, hierzu unaufgefordert meine Kommentare abzugeben.

1. Prokrastination: Ich schäme mich dafür zugeben zu müssen, dass ich die Bedeutung dieses Wortes bis heute nicht kannte, obwohl ich das Phänomen seit jeher kenne. Natürlich von mir selbst. Schon lange suche ich nach Ratschlägen, Lösungen, Erklärungen, Tipps, am besten Heilung und habe auch schon den ein oder anderen Weg gefunden, mich dann und wann selbst zu überlisten...... Nun jedoch, wo du mich endlich mit dem treffenden Ausdruck versorgt hast, eröffnen sich mir mit einem Schlag alle Internetseiten und Buchtipps zu diesem Schweinehund-Problem. Habe heute morgen schon 45 Tipps gelesen, wie man Herrin übers Prokrastinieren wird und bin nun so motiviert, dass ich eigentlich gar keine Zeit für den Studienservice habe! Vielen Dank!

2. Thema "Die Frau in der Gesellschaft": Finde ich sehr mutig, dass du dich hier mal als Befürworterin der alten Frauenrolle outest. Zumal gerade hier ja viele Frauen unterwegs sind, die dieser Rolle mit großem Ehrgeiz nicht zu entsprechen versuchen. Ein Thema, über das ich mir auch recht häufig Gedanken mache.
Ich glaube, dass nicht nur die Männer die Frauen, sondern vor allem die Frauen untereinander sich unter Druck setzen: Wer schafft am meisten? Haushalt? Haushalt und Job? Haushalt, Job und Kinder? Haushalt, Job, Kinder, Studium? Usw.. Es ist häufig auch ein Versuch, sich die Anerkennung anderer zu erarbeiten. Dafür, auf einer Fete auf die Frage "Und, was machst du so?" mit "Ich bin Hausfrau und Mutter." zu antworten, braucht man schon Selbstbewusststein. Ich habe jedenfalls eine Freundin, die ist tatsächlich 'nur' Hausfrau und Mutter von 4 Kindern und sie erzählt mir häufig, dass ihr Selbstbewusstsein leidet. Ich selbst habe aus verschiedenen Gründen nicht mal meinen engsten Freunden von meinem Studium erzählt, mache also in ihren Augen seit 15 Jahren nichts außer Hausfrau zu sein und in dem Geschäft meines Mannes zu arbeiten (denn egal, wie stark ich hier tatsächlich Einfluss nehme, nach außen 'helfe' ich im Betrieb meines Mannes). Meine Freundinnen nehmen nach Jahren der Kindererziehung wieder ihre Jobs auf, machen berufliche Fortschritte..... da habe ich das Gefühl, für rückständig gehalten zu werden, wie jemand, der sich nicht weiterentwickelt, jemand, der nichts "will". Alles ist wie ein kleiner Wettkampf, wer am meisten leistet.

Ich kann auch nur innerlich mit den Augen rollen, wenn Freundinnen, deren Männer bei Weitem ausreichend verdienen, so dass Klamotten und Reisen und Eigenheim und PKWs kein Problem sind, "Oh, am Wochenende MUSS ich arbeiten." sagen. Wie du es schon sagtest: Wieso "muss"? Geht ja normalerweise jeder freiwillig zur Arbeit. Dazu hab ich auch mal einen interessanten Vortrag von Brigitte Asgodom gehört. Auch sie sagte etwas überspitzt, man könne ja seine Kinder ins Heim stecken und unter der Brücke schlafen, jeder wäre (zumindest in einem bestimmten Rahmen) seines Glückes Schmied.

Aber trotzdem fallen mir gute Gründe ein, warum ich nicht 'nur-Hausfrau' sein möchte. Womit fülle ich meinen Tag, wenn die Kinder mal erwachsen und aus dem Haus sind? Wovon ernähre ich mich, wenn mein Mann in zehn Jahren plötzlich eine Jüngere findet und nicht mehr mit mir teilen will? Was, wenn der Mann arbeitslos oder arbeitsunfähig wird und ich gezwungen bin, meine Familie zu ernähren? Und macht es einen Menschen und Partner nicht auch interessanter, wenn er von mehr zu erzählen hat als vom 'Wäschewaschen und essen kochen'?
Das sind die Gründe, die mich zu dem Fernstudium und der Absicht, mich für den Arbeitsmarkt frisch zu halten, bewegt haben

Wie auch immer, wichtig ist, wie du schon sagtest, dass man seine Sache gut macht.

Das also in aller - ääähh - Kürze mein Beitrag zu deinen Beiträgen. Finde solche Themen sehr interessant! Doof nur, dass man damit ruck-zuck eine halbe Stunde vergakelt hat......

RegineB wrote:

Thema "Die Frau in der Gesellschaft"

Das ist wahrlich ein heikles Thema. Da gibt es eben dazu sehr unterschiedliche Vorstellungen und vor allem wenig gegenseitiges Verständnis für das jeweils andere Konzept.

Gerade das ist ein Thema, wo es wohl kein "richtig" oder "falsch" oder sonstwas gibt, sondern es sollte sich die jeweilige berufliche/private Lebenssituation mit den eigenen Vorstellungen und zwischen den Partnern vereinbaren lassen. Wenn es dann für alle Beteiligten passt, kann es ja so falsch nicht sein... egal, was andere denken und sagen. Lass dich also von gegenteiligen oder anderen Meinungen nicht entmutigen oder gar von deinem Weg abbringen. Und von daher kann ich auch deinen Frust darüber nachvollziehen, dass deine momentane Lebenssituation eben so gar nicht deinen Wünschen entspricht - auch wenn ich selbst zu diesem Thema etwas anderer Meinung bin. Aber egal, die gehört jetzt auch gar nicht hierher bzw. in dein Tagebuch. ;)

Jedenfalls wünsche ich viel Erfolg für deine Hausarbeit. Das schaffst du schon.

Vielen Dank für eure lieben Willkommensgrüße! ( @Regine: das freut mich, dass dir dieser Schlüsselbegriff dir die Türen zu so vielen guten Tipps geöffnet hat. Ich sollte vielleicht selber auch mal nach dem Thema surfen ;) )

Ja, das Thema, das mich da beschäftigt, ist tatsächlich eine sehr komplexe never ending story! Ich bin auch bei weitem nicht gegen die Emanzipation, ganz im Gegenteil! Mich regt es auf, dass heutzutage Frauen immer noch schlechter bezahlt werden als Männer und viel geringere Aufstiegschancen haben! Ich finde, dass jede Frau, die eine Karriere einschlagen möchte, dies mit den gleichen Chancen tun können sollte, wie ein Mann.

Nur glaube ich, dass die sogenannte Emanzipation teilweise recht skurrile Wege eingeschlagen hat. Wie du, Regine, schreibst, machen sich viele Frauen selber oft gegenseitig "Emanzipationsdruck". Und vorallem: Emanzipation gelingt um so besser, je "männlicher" frau auftritt. Wir sind eben nicht soweit, dass typisch "weiblich" assoziierte Eigenschaften positiv in der Gesellschaft bewertet werden. Statt dessen streben wir dahin, mit typisch "männlichen" Adjektiven assoziiert zu werden und nennen das dann Emanzipation, diskriminieren uns in Wahrheit aber damit selbst.

So viel mal für heute.

Aber das ist schwierig. Also das mit dem Einschlagen der gleichen Karriere.
In einem Haifischbecken voller Alphamännchen nicht einfach kaputt zu gehen ist schon verdammt schwer und Männer sind da einfach wirklich anders. Mein Ausflug in das Schwimmbecken hat mich in den letzten Monaten einige Verletzungen mitnehmen lassen und ich weiß mittlerweile gar nicht mehr, ob ich bereit bin, mit der gleichen Kaltschnäuzigkeit und dem gleichen Gehabe zu Kämpfen wie die Alpha-Tiere. Ich wünsche: Wenn mich jemand will, soll er mich wollen, weil es um mich geht und weil ich meine Sachen unheimlich gut kann und mache. Ich bin auch bereit das zu zeigen und in der Bewerbung zu kämpfen, aber irgendwann muss es gut sein. Ich bin gut und Frau und steh dazu :p. Hat gestern nicht funktioniert, bei der Frage nach der Zielgehaltsvorstellung war ich einige viele Euros über dem, was die Firma zahlen möchte. Dabei suchen die "Experten" - steht so in der Anzeige. Also hab ich Expertengehalt verlangt :rolleyes:.

Ich glaube übrigens, dass es mit der Emanzipation reicht... manchmal bekommt man ja richtig Angst wenn man einige "Vollblutemanzen" sieht, dass die die Männer gleich kastrieren wollen :confused: .

So, muss zum Einkaufen und dann zurück zur Diplomarbeit.
Herzlich willkommen im Forum und viel Erfolg beim Stuuuuudium!!

deinen letzten Beitrag
kann ich so unterschreiben, Elodia!