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24.11.2011 17:49 UhrVon Rainer Woratschka
[SIZE=5][B][I]Neue Initiative[/I][/B][/SIZE]
[SIZE=6][B]Organspende: Jeder wird gefragt[/B][/SIZE]
Nach monatelangen Diskussionen haben sich die Bundestagsfraktionen am Donnerstag auf eine Initiative zur Neuregelung der Organspende verständigt.
Berlin - Nach monatelangen Diskussionen haben sich alle Bundestagsfraktionen auf eine Initiative zur Neuregelung der Organspende verständigt. Demnach soll die Spendenbereitschaft der Bürger „regelmäßig“ abgefragt werden. Wie oft und bei welcher Gelegenheit das geschehen soll, blieb offen. Als wahrscheinlichste Option wurde genannt, die Abfrage mit dem Versand der Krankenversicherungskarten zu verbinden. Die Abfrage solle mit „so viel Nachdruck wie möglich“ erfolgen, hieß es, auf Sanktionen für Antwortverweigerer werde jedoch verzichtet. Am Streit um solche Sanktionen wäre der gemeinsame Vorstoß vor einem Monat fast gescheitert. Bis Ende des Jahres soll nun ein Gruppenantrag formuliert sein.
Pro Jahr sterben in Deutschland etwa 1000 Menschen, weil es zu wenig Spenderorgane gibt. raw
Comments
balina
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View profileich habe einen Ausweis in der Tasche..., meinen Willen zum Ausdruck gebracht.
Dort konnte man ja oder nein sagen....
balina
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View profilevllt will man sich nicht erklären... Finde es nicht gut, wenn zu diesem Thema Zwang ausgeübt wird. Ich hatte in meinem Bekanntenkreis Leute die transplantiert wurden, ich habe erlebt was das bedeutet (pos. wie neg.). Und als meine Tochter sich einen Spenderausweis ausgefüllt hatte, habe ich mich entschieden eine Meinung zu diesem Thema zu haben.
kueff
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View profileZwang fände ich auch nicht gut, aber ich denke, Organspende müsste öfter thematisiert werden! Ich habe auch einen Ausweis in der Tasche und finde das eine prima Sache, aber ich musste mich erst damit auseinander setzen und dazu brauchte es einen Anstoß!
Andi2
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View profileIch habe auch einen. Aber was passiert wenn man sich bei den Abfragen nicht committed? Darf dann entnommen werden oder nicht?
balina
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View profilekeine Ahnung. Ich werde mch nicht unter Druck setzen lassen.
balina
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View profile[url]https://www.tagesspiegel.de/politik/die-letzte-frage/5884596.html[/url]
unten ist der erste Teil, die anderen Seiten und Kommentare über den link oben.
balina
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View profile[SIZE=6][B][I]Organspenden [/I]Die letzte Frage[/B][/SIZE]
[IMG]https://www.tagesspiegel.de/images/heprodimagesfotos82320111125unfall-jpg/5884604/6.JPG?format=format1[/IMG]
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Auf Leben und Tod. Sehr oft sind Organspender Menschen, die bei Verkehrsunfällen umkamen. - Foto: Kienel / Keystone Pressedienst
Der plötzliche Tod eines Angehörigen. Und dann auch noch die Entscheidung: Organspende – ja oder nein? Ein neues Gesetz soll verhindern, dass so eine Situation zum Albtraum wird.
Acht Wochen ist es her, dass Jacob starb. Am 29. September um 18 Uhr 41 rief er seine Freundin an, sagte, er sei gleich bei ihr, und stieg auf sein gerade drei Wochen altes Rennrad. Neun Minuten später nahm ihm ein abbiegender Mercedes die Vorfahrt. Der 23-Jährige bremste, stürzte, schlug hart auf den Asphalt. Als der Notarzt zur Unfallstelle kam, lag die Kette noch im 24. Gang, das Rad hatte keinen Kratzer. Bei Jacob diagnostizierten die Ärzte ein multiples Schädeltrauma.
Über das, was danach geschah, sagt Astrid Burkhardt, seine Mutter: „Ich wollte das.“
14 Jahre ist es her, dass der Sohn von Renate Focke starb. Kurz danach kamen die Albträume.
Manchmal sah sie seine Leiche in einem Aquarium treiben. Sie träumte von seinem leeren Grab, von blutigem Operationsbesteck.
Auch Arnd Focke starb nach einem Verkehrsunfall. Aber anders als Astrid Burkhardt ist Renate Focke mit dem, was danach geschah, bis heute nicht versöhnt.
Arnd Focke und Jacob Burkhardt wurden im Krankenhaus auf Anfrage der Ärzte und nach Einwilligung ihrer Familien zu Organspendern. Zwei Tote, zwei trauernde Familien und sechs oder acht gerettete Leben. So weit die Zahlen.
Oktober 2011. Renate Focke, heute 66, sitzt in einem Restaurant in Berlin-Schöneberg. Die Stimme der zierlichen Frau klingt zerbrechlich, wenn sie über den Herbst 1997 spricht. Den Moment, in dem der Anruf kam.
Gemeinsam mit ihrem Mann war sie auf Städtereise in Dresden. Das Telefon klingelte, die Tochter war dran. Es habe einen Unfall gegeben, sagte sie. Eine Frau habe Arnd angefahren. Er war schwer verletzt. Schon am Unfallort musste er beatmet werden.
Im Auto rasten die Fockes von Dresden nach Siegen. Immer wieder hielten sie an, um von Raststätten aus mit der Klinik zu telefonieren. Irgendwo auf der Autobahn in Thüringen erfuhren sie, dass ihr Sohn ins Koma gefallen war.
Arnd Focke war 27 Jahre alt, verheiratet. Er schrieb an seiner Doktorarbeit in Chemie.
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„Als wir im Krankenhaus ankamen, fühlten wir uns wie Marionetten“, sagt Renate Focke. Ihr Sohn lag mit sechs anderen in einem Raum. Keine Trennwände, keine Privatsphäre. Immer wieder wurden sie aus dem Zimmer geschickt. Untereinander, das konnten sie hören, sprach das Personal von den Patienten nur als „den Hirnis“.
Renate Focke hatte Schwierigkeiten, die Situation zu begreifen. Die äußerlich nur minimalen Verletzungen standen im krassen Widerspruch zu dem, was die Ärzte ihnen sagten: dass Arnd nur wenig Überlebenschancen habe, dass die Diagnose Hirntod wahrscheinlich sei.
„Dann wird ja die Frage nach Organspende auf uns zukommen“, sagt Renate Fockes Mann damals mechanisch. Doch die Frage kam nicht. Stattdessen gratulierte ihnen eine der Stationsschwestern am nächsten Tag zu der Entscheidung, einer Organspende zugestimmt zu haben. Die Fockes fühlten sich überrumpelt. „Wir hatten doch gar nicht zugestimmt“, sagt Renate Focke. „Und dann hatten wir plötzlich den [URL='https://www.tagesspiegel.de/politik/organspende-jeder-wird-gefragt/5884652.html']Eindruck, wir müssten jetzt ganz schnell Ja sagen.[/URL]“ Sie diskutierten, es gab Meinungsunterschiede, die Tochter war gegen eine Spende. Arnds Frau jedoch sagte, ihr Mann habe sich einmal dafür ausgesprochen. Schließlich signalisierten sie Zustimmung.
Ihr Sohn war doch sozial? - Wer kann da schon widersprechen? - Lesen Sie mehr auf Seite zwei.
trickytrillian
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View profileWenn ich mir das so ansehe finde ich die österreichische Regelung gar nicht schlecht: jeder gilt grundsätzlich als Spender ausser er hat sich dagegen entschieden.
balina
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View profileGenau das war der Grund, warum ich mir einen Ausweiß zugelegt habe. Weil die Gesetzgebung in anderen Ländern so ist. So musste ich mich damit auseinandersetzen.
Denn wenn ich nicht entscheide, entscheiden andere für mich!
nikita86
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View profilein österreich bist du automatisch organspender ... und das find ich auch gut.
balina
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View profilewas mir fehlt bei dem Thema Organspende, ist die Thematisierung "leben mit einem fremden Organ" und das Thema der Angehörigen. Wie wird damit um gegangen etc., auch die Frage nach den Genzen des Lebens und der Medizin kommt mir in solchen Debatten immer zu kurz. Thema Ethik ist ein Fass ohne Boden.....
balina
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View profileHier noch ein Artikel, leider ist er zu lang um ihn einzufügen:
[url]https://taz.de/Anmerkungen-zur-Organtransplantation/!78828/[/url]
Bradbury
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View profileDas finde ich auch in Ordnung. Zum einen, weil es die Auseinandersetzung mit dem Thema fördert - zum anderen, weil es auch eine grundsätzliche soziale Verantwortung für meine Mitmenschen impliziert.
Je mehr Organspender es gibt, desto besser werden auch Mißstände wie z. B. illegaler Organhandel (inklusive Organraub) ausgehebelt. DAS ist grausam!
grenoble
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View profileDa kann ich Dir nur zustimmen. Bei der jetztigen Debatte wird dieser Themenkomplex ja nahezu völlig ausgespart. Insgesamt finde ich es aber gut, dass Organspende überhaupt zu einem Thema geworden ist. Es war überfällig.
Meinen Ausweis trage ich seit Jahren schon in der Tasche.
skfatal
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View profileIch trage auch seit Jahr und Tag einen Ausweis mit mir rum, einfach weil ich es wichtig finde. Verhält sich für mich genauso wie mit dem Blut spenden. Das tut man ja nicht einfach nur so für andere, sondern immer auch ein Stück weit für sich selbst, denn im Zweifel ist man irgendwann darauf angewiesen, da finde ich es nur fair und gerecht.
Wenn jemand aus welchen Gründen auch immer nicht (Organ-) spenden will, verstehe ich das, eine öffentlichere Thematisierung - und hier auch gerne zwangsweise (damit meine ich zB die Handlungsweise Österreichs), fände ich allerdings sehr schön.
balina
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View profileHeute auf WDR 5.
[URL='https://www.wdr5.de/sendungen/funkhausgespraeche.html'][IMG]https://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Stimmungsbilder/funkhausgespraeche_02.jpg[/IMG][/URL]
Sendung vom 01.12.2011, 20:05 bis 21:00 Uhr
[URL='https://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Funkhausgespraeche/2011/Beitragsbilder/1201_Organspende_dpa_458.jpg'][IMG]https://www.wdr5.de/typo3temp/pics/c4dc947805.jpg[/IMG][/URL]
[URL='https://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Funkhausgespraeche/2011/Beitragsbilder/1201_Organspende_dpa_458.jpg'][IMG]https://www.wdr5.de/fileadmin/templates/images/icons/lupe_plus.gif[/IMG][/URL]Organspendeausweis
[SIZE=5][B]Streitfall Organspende – Leben retten um jeden Preis?[/B][/SIZE]
Moderation: [URL='https://www.wdr5.de/team/randi-crott.html']Randi Crott[/URL]
Fast 12.000 Kranke warten in Deutschland auf ein Herz, eine Niere oder ein anderes lebenswichtiges Organ von einem Spender. Doch Organe sind ein knappes Gut, und daher soll die Spendenbereitschaft erhöht werden. Die Bundestagsfraktionen haben sich nun gemeinsam mit Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) auf die sogenannte Entscheidungslösung geeinigt. Alle Bürger sollen möglichst regelmäßig und mit Nachdruck gefragt werden, ob sie Organe spenden möchten. Ist es richtig, die Menschen immer wieder mit diesem Thema zu konfrontieren? Darf es eine ethische Verpflichtung zur Organspende geben? Ließe sich die Anzahl der Spenderorgane vielleicht durch finanzielle Anreize erhöhen?
Voraussetzung für eine Transplantation ist in den meisten europäischen Ländern das Hirntod-Kriterium. Mit dem Hirntod ist ein Mensch aus naturwissenschaftlich-medizinischer Sicht tot. Doch ist er es wirklich? Und was bedeutet dies für den Umgang mit Sterbenden und trauernden Hinterbliebenen?
Öffentliche Veranstaltung
im Kleinen Sendesaal, WDR-Funkhaus Wallrafplatz, Köln
Eintritt frei
Streitfall Organspende - Leben retten um jeden Preis?
[SIZE=5][B]Gäste in der Sendung[/B][/SIZE]
[IMG]https://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Funkhausgespraeche/2011/Beitragsbilder/1201_bavastro_priv_113.jpg[/IMG]
Dr. Paolo Bavastro
Internist und Kardiologe. Er hat als Chefarzt in Stuttgart die Schwangerschaft einer hirntoten Patientin über 84 Tage hinweg aufrechterhalten, so dass das Kind dieser Patientin per Kaiserschnitt entbunden werden konnte.
These: Ein hirntoter Mensch ist ein schwerstkranker, sterbender Mensch, aber noch kein Toter. Darüber muß jeder vor seiner Entscheidung zur Organspende aufgeklärt werden.
[IMG]https://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Funkhausgespraeche/2011/Beitragsbilder/1201_Fuchs_priv._113.jpg[/IMG]
Richard Fuchs
Er hat mehrere Bücher zum Thema „Organspende“ veröffentlicht und unterstützt den Verein „Kritische Aufklärung über Organspende“.
These: Die Transplantationsmedizin wird nicht nur durch Bedarf gesteuert, sondern auch von den kommerziellen Interessen der Akteure, nicht zuletzt auch von der Pharmaindustrie.
[IMG]https://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Funkhausgespraeche/2011/Beitragsbilder/1201_huster_priv._113.jpg[/IMG]
Prof. Dr. Stefan Huster
Er lehrt Öffentliches und Sozialrecht an der Ruhr-Universität Bochum und forscht zu ethischen Aspekten in der Medizin.
These: Um den Organmangel zu beheben und Menschenleben zu retten, darf es keine Tabus geben, und es sollte auch über finanzielle Anreize für Organspender beziehungsweise deren Angehörige nachgedacht werden.
[IMG]https://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Funkhausgespraeche/2011/Beitragsbilder/1201_Wirges_priv._113.jpg[/IMG]
Dr. med. Ulrike Wirges
Sie ist geschäftsführende Ärztin der Deutsche Stiftung Organtransplantation, Region NRW.
These: Per Gesetz sind die Krankenhäuser verpflichtet, Organspender zu melden. Diese Verpflichtung muss im Sinne der Behandlung schwerkranker Patienten auf den Wartelisten konsequent eingefordert werden. Da liegt der Fehler im System.
[SIZE=5][B]Wiederholungen auf WDR 5[/B][/SIZE]
Samstag, 03.12.2011, 3.05 – 4.00 Uhr
Sonntag, 04.12.2011, 23.05 – 24.00 Uhr
Mittwoch, 07.12.2011, 3.05 – 4.00 Uhr
bruja
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View profileSo sehr ich Organspende und das "Entscheidungsgesetz" befürworte, da es mMn das Thema endlich aus der Dunkelheit holt. Als ich das gelesen habe, ist mir richtig schlecht geworden:\
Da macht der Titel der Sendung doch gleich eine ganz andere Wendung. Ich glaube, ich werde mir das mal aufnehmen und später anhören. Danke für den Hinweis, balina.