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KURS 34202 Europäische Expansion und außereuropäische Schriftkulturen

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Comments

Ich finde den Kurs wahnsinnig interessant. Zur Zeit lese ich ihn einfach so, weil das Thema so spannend ist, denn ich kenne persönlich Leute , die Sprache erforschen und Alphabetisieren...

eine christliche Organisation die das tut ist Wycliff. von dort stammt auch dieses Linguistische Credo...

Balina, wünscht allen G2er (M4er auch) eine guten Start in die "Schriftkultur"

[COLOR=Purple]Linguistisches Credo [/COLOR] [COLOR=Purple][URL="https://www.wycliff.de/index2.php?option=com_content&task=view&id=24&pop=1&page=0&Itemid=173"] [IMG]https://www.wycliff.de/images/M_images/printButton.png[/IMG][/URL][/COLOR] [COLOR=Purple][URL="https://www.wycliff.de/index2.php?option=com_content&task=emailform&id=24&itemid=173"] [IMG]https://www.wycliff.de/images/M_images/emailButton.png[/IMG][/URL][/COLOR] [COLOR=Purple] Wir glauben, dass die Sprache eine der wichtigsten Gaben Gottes an die Menschen ist. Sie ist von allen Gaben die, die den Menschen am meisten zum Menschen macht. Kultur und Zivilisation sind undenkbar ohne Sprache. [/COLOR]
[COLOR=Purple] Wir glauben, dass jede Sprache geeignet ist, schwierige menschliche Interaktion und komplexe Gedankengänge zu vermitteln. Jede Sprache kann also Grundlage sein für komplexe Kultur und Zivilisation. [/COLOR]
[COLOR=Purple] Darum sind es alle Sprachen wert, respektiert und gründlich studiert zu werden. [/COLOR]
[COLOR=Purple] Als menschlichste Eigenschaft des Menschen ist Sprache eng mit seinem Selbstwertgefühl verbunden. Wertachtung seiner Sprache ist gleichbedeutend mit Wertachtung des Menschen selbst. [/COLOR]
[COLOR=Purple] Alle Sprachen sind es wert, aufgeschrieben zu werden und der Nachwelt erhalten zu bleiben. [/COLOR]
[COLOR=Purple] Jede Sprachgruppe verdient es, Literatur in ihrer eigenen Sprache zur Verfügung zu haben. [/COLOR]
[COLOR=Purple] Sprachliche Minderheiten innnerhalb einer größeren Nation haben das Recht, die Nationalsprache sprechen, lesen und schreiben zu lernen. [/COLOR]
[COLOR=Purple]Benjamin F. Elson, 1987[/COLOR]

[COLOR=Purple]"Linguistisches Credo [/COLOR] [COLOR=Purple] Wir glauben, dass die Sprache eine der wichtigsten Gaben Gottes an die Menschen ist. Sie ist von allen Gaben die, die den Menschen am meisten zum Menschen macht. [][/COLOR]
[COLOR=Purple] Als menschlichste Eigenschaft des Menschen ist Sprache eng mit seinem Selbstwertgefühl verbunden.[]"[/COLOR]

Hallo zusammen,

ich möchte an dieser Stelle aus persönlicher Betroffenheit kurz loswerden, dass es viele Menschen gibt, die nicht sprechen können und sich auch schwer tun, anderweitig zu kommunizieren. Dennoch sind sie durchaus menschlich und haben auch Selbstwertgefühl. Es mag sein, dass ich das jetzt etwas spitzfindig interpretiere, aber gerade bei solchen Äußerungen sollte man doch vorsichtig sein und darauf achten, niemanden auszugrenzen und zu verletzen. Denn gerade Menschen, die persönlich betroffen sind, haben sowieso schon genug mit gesellschaftlicher Diskriminierung zu kämpfen.

Viele Grüße
Lucky

Ich glaube, da hast du was falsch verstanden...
bin ganz Platt wie du das siehst. Erklär mal näher...
PETRA

balina wrote:

ich glaube, da hast du was falsch verstanden...
bin ganz Platt wie du das siehst. Erklär mal näher...
PETRA

Ich glaube, das liegt daran, dass ich eine andere Perspektive habe und viele Menschen mit Behinderungen kenne, auch in der Familie.

Es ist mir wichtig zu zeigen, dass es auf Menschen, die z.B. davon betroffen sind, nicht sprechen, kommunizieren oder gar Sprache verstehen zu können, sehr diskriminierend wirkt, wenn so etwas wie oben formuliert wird. Egal, ob es dann so gemeint ist oder nicht.
Ich bin da zugegebenermaßen empfindlich (manchmal vielleicht zu sehr), dennoch möchte ich gern dafür sensibilisieren, niemandem das Recht auf gleichwertiges Menschsein abzusprechen, aus welchen Gründen auch immer. Mir ist auch klar, dass Vieles in der Art gar nicht böse gemeint ist, in diesem Fall, wenn es gar als "Credo" betitelt wird, finde ich die Formulierungen allerdings mehr als unglücklich.

Nichts für ungut,
liebe Grüße
Lucky

Es geht doch grade um die Achtung von menschlichen Ausdrucksmöglichkeiten. Es ist natürlich in diesem Zusammenhang von Sprache der Völker und Menschen, die oft zerstört worden sind oder missachtet in der Geschichte, die Rede.
Mit Behinderung , im Sinne von Geistig oder Körperlich hat das doch nichst zu tun.
Es ist doch wichtig, dass jeder das Recht auf seine Sprachlichen Ausdrucksformen hat, und damit auch das Recht und die Möglichkeit zur Bildung. Man hat lange genug Z.B. die Indianer in Brasilien ( leider auch heute noch) oder afrikanische Völker übers Ohr gehauen und Dumm gehalten. Und Ihre Sprache zerstört und damit auch ihre Indentität.

Balina

finde ich gut, das du dazu was sagst..

Balina,

so wie Du es siehst und interpretierst, bin ich ganz auf Deiner Linie. Ich weiß auch, dass Du und andere nie den Gedankengang gehen, den ich ging.
Gerade deshalb will ich aber darauf aufmerksam machen, dass es auch andere Randgruppen gibt, nämlich die der Nichtsprechenden, Nichtverstehenden, die es schlimm fänden, wenn man ihnen sagte, die wichtigste aller Gottesgaben, die sie menschlich mache, sei die Sprache. In dem Satz oben, den ich hier sinngemäß zitiert habe, ist meiner Meinung nach eindeutig die Sprache als wirklich verbale Sprache (=Gabe) gemeint.

Oh weh, jetzt habe ich hier was angezettelt ;)

Liebe Grüße
Lucky

Jetzt bin ich aber froh!

Ich kenne auch Menschen mit Behinderungen die nicht in unserer Art und Weise sprechen können, aber auch diese Menschen haben eine "Sprache". Ist nur manchmal schwer zu verstehn, aber nicht unmöglich. Jeder Mensch hat das Recht sich auszudrücken in seiner Art. Auch da denke ich, sind wir auf einer Linie.

So wie es bei Herder kein Ort ohne Kultur gibt, gibt es auch kein Volk ohne Sprache und das Recht diese seine Sprache zu sprechen. Und das muß Möglich sein.

Schön, das du geduldig bist

balina

Ich finde es schön, dass wir uns so austauschen können. :)

Und Du musst Dich nicht für meine Geduld bedanken, ich weiß, dass ich manchmal zu sensibel in dieser Hinsicht bin. Aber ich weiß auch, dass es andere ebenso sind, die nicht über Sprache verfügen, die wir verstehen, und daher wollte ich es gern gesagt haben.

Ein bisschen mehr Sensibilität und Toleranz würde unserer Welt ganz gut tun - aber ich bin sicher, dass wir auch da einer Meinung sind. :knuddel:

Liebe Grüße
Lucky
:winke

Luckyyy wrote:

Es ist mir wichtig zu zeigen, dass es auf Menschen, die z.B. davon betroffen sind, nicht sprechen, kommunizieren oder gar Sprache verstehen zu können, sehr diskriminierend wirkt, wenn so etwas wie oben formuliert wird.

Lese gerade Euren Austausch hier und muss Euch mal sagen, dass Ihr die vermeintlichen Differenzen doch sehr schön zusammen bearbeitet und gelöst habt! Und zu dem, was ich oben von Dir zitiert habe, fällt mir nur der Ausspruch von Paul Watzlawick ein:

:) "Man kann nicht nicht kommunizieren!"

Wir haben uns hinterher noch im chat getroffen und es war sehr schön...

balina

balina wrote:

wir haben uns hinterher noch im chat getroffen und es war sehr schön...

Ich find's klasse, wie Ihr hier miteinander umgeht :). Gerade weil man sich durch so ein Forum ja zunächst mal sozusagen "anonym" durchs Leben schlägt (ich meine, man kennt die anderen ja meist nicht persönlich) und zudem ein wichtiger Teil der Kommunikation fehlt, nämlich Mimik, Gestik, Art und Weise des Ausdrucks, muss man meiner Ansicht nach immer vorsichtig sein. Es kommt sonst schnell zu Missverständnissen. Deshalb wollte ich Euch mal dieses Lob aussprechen, weil Ihr das hier super hinbekommen habt!

Tja, ich habe den Kurs ja noch nicht, leider!
Aber das Recht auf die eigene Sprache finde ich auch wichtig.
In der Geschichte war es ja häufig so, dass einem Volk, das besiegt wurde, oftmals verboten wurde, die eigene Sprache zu sprechen, ich denke da an das Gälisch in Irland.
Viele Sprachen und Dialekte gehen trotzdem verloren, z. B. der schlesische Dialekt mit seinem eigenen Wortschatz. Ich bin mal gespannt, wie lange sich das Plautdietsch, Sprache der Russlanddeutschen noch hält. Da gibt es Vereine, deren Mitglieder sich sehr gemühen, die Sprache am Leben zu erhalten.
Viele Jugendliche unterhalten sich so, dass man sie auch nicht versteht.
Wird sich Chinesisich, also ich glaube, die Hauptsprache ist das Mandarin demnächst durchsetzen und die Leute lernen Englisch erst als Zweitsprache?
Die Sprache ist immer im Fluss.

	  		\
	 			**\[COLOR=Red\]passt vielleicht auch zum Thema: europäische expansion... \

[/COLOR]**

Balina

**

Damals größte deutsche Kolonie

		**Heute keine Entwicklungshilfe - Brandenburg**

		 			**Von Michael Frantzen**

		**Das Jubiläum ging spurlos an Brandenburg vorüber. Am 1. Januar 1683 - vor 325 Jahren - hissten brandenburgische Seefahrer den Roten Adler im heutigen Ghana. Rund 40 Jahre wurde in "Groß Friedrichsburg" mit Sklaven gehandelt, mit Gold und Elfenbein.  Text: \**


[url=https://www.dradio.de/dkultur/sendungen/laenderreport/841655/]Deutschlandradio Kultur - Länderreport - Damals größte deutsche Kolonie[/url]

werden Radiobeirtrag hören will oder runterladen
[URL="https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/09/15/drk_20080915_1307_22343a40.mp3"]18. Damals größte deutsche Kolonie[/URL]

	Sendezeit: 15.09.2008 13:07\
	Autor: Frantzen, Michael / Gehring, Christoph\
	Programm: Deutschlandradio Kultur\
	Sendung: **Länderreport**\
	Länge: 21:05 Minuten

[url=https://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/expansion/europ_expansion/gliederung.htm]Europäische Expansion im 15. und 16. Jh.[/url]

ein link der uni münster vielleicht hilft er zum verständnis....

Balina

balina wrote:

[URL="https://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/expansion/europ_expansion/gliederung.htm"]Europäische Expansion im 15. und 16. Jh.[/URL]

ein link der uni münster vielleicht hilft er zum verständnis....

Balina

Danke für den Link, habe ihn gleich zu meinen Lesezeichen hinzugefügt.

zum Nachhören und -denken
[URL="https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/10/06/dlf_20081006_0936_364350f4.mp3"][/URL]

*balina*

[URL="https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/10/06/dlf_20081006_0936_364350f4.mp3"]7. Das Tal der versunkenen Sprache[/URL]

	Sendezeit: 06.10.2008 09:36\
	Autor: Ruschig, Chirine\
	Programm: Deutschlandfunk\
	Sendung: **Tag für Tag**\
	Länge: 06:01 Minuten

2003-06-5
Von Panama nach Jolo - „Terrorbekämpfung" mit Tradition

     Im Spanisch-Amerikanischen Krieg (1898) bemächtigten sich die USA in Südostasien der Philippinen, obgleich die Filipinos am 12. Juni 1898 die erste unabhängige Republik in Asien ausgerufen hatten. Der damalige....

[url=https://www.astm.lu/article.php3?id_article=660&astm_lang=fr]ASTM - Von Panama nach Jolo - „Terrorbekämpfung" mit Tradition[/url]

Habe heut im Kurs über die amerikanische Zeit auf den Philippinen gelesen und diesen Artikel im Netz gefunden...

Balina

Das passt auch zu dem Theam von1898 -philippinisch-amerikanischer Krieg in unserem Kurs. Bin über das Wort [COLOR=Red][I]benevolent assimilation [COLOR=Black]ge[I]stolpert...

Balina
[/I][/COLOR][/I][/COLOR]
[RTF] [URL="https://db.swr.de/upload/manuskriptdienst/wissen/wi0920021605.rtf"]SWR 2 * Frau B. Wenke[/URL]

Dateiformat: Rich Text Format - [URL="https://209.85.135.104/search?q=cache:WB6Y6mrjXvAJ:db.swr.de/upload/manuskriptdienst/wissen/wi0920021605.rtf+benevolent+assimilation&hl=de&ct=clnk&cd=6&gl=de&lr=lang_de&client=firefox-a"]HTML-Version[/URL]
Geleugnet wurden auch die eigenen imperialistischen Interessen und fortan verbrämt als [COLOR=Red]benevolent assimilation[/COLOR]. Zu dieser “wohlwollenden Assimilierung“ ...
db.swr.de/upload/manuskriptdienst/wissen/wi0920021605.rtf - [URL="https://www.google.de/search?hl=de&lr=lang_de&client=firefox-a&channel=s&rls=org.mozilla:de:official&hs=AJx&q=related:db.swr.de/upload/manuskriptdienst/wissen/wi0920021605.rtf"]Ähnliche Seiten[/URL]
[FONT=Arial, Arial, sans-serif]

[FONT=Arial, Arial, sans-serif]Sprecher:
[FONT=Arial, Arial, sans-serif]Die amerikanischen Militärs betraten im Sommer 1898 ein unabhängiges Land, die erste freie Republik Asiens. Die Bevölkerung leistete auch den neuen Kolonialherren erbitterten Widerstand. Um diesen zu brechen, begannen amerikanische Truppen mit der so genannten „Befriedung“ der Inseln: Die Folge war der Amerikanisch-Philippinische Krieg. Er begann im Februar 1899 und endete nach der offiziellen Geschichtsschreibung dreieinhalb Jahre später. Im Süden der Philippinen, in der Sulu-See und auf der Insel Mindanao, deren Bevölkerung vorwiegend muslimisch war und die die Spanier abschätzig „Moros“ genannt hatten, dauerte die amerikanische „Befriedung“ bis 1916.

Wollte nochmal nachfragen, wer den Kurs macht und wie es so läuft...

balina

Balina,
ich mache diesen Kurs noch nicht, da ich als TZ -Studentin nur einen Kurs bearbeiten wollte. Ich bin mit G1 super ausgepowert, aber G2 hört sich seeeerhr interessant an, wird ja auch in G1 erwähnt.

Darin willst du auch deine Hausarbeit schreiben!? Welches Thema bietet sich da an?
LG Doris

Hallöle,
schön, dass du antwortest. Ja ich finde G2 auch total spannend, zumindest Europäische Expansion und auch der KB mit Bild und Bildkultur...

Ja, ich will eine HA schreiben. Thema finden, finde ich schwierig. Bei der PV kam mir der Gedanke, mich der Ausbildung der Missionare und ihr wirken in der Verschrift(lich)ung irgentwie zusammenzu bringen. Es gab da Leute aus einfachsten Verhältnissen , die großes geleistet hatten, aber auch Leute die gescheitert sind. Daraus will ich was basteln. Weiß zwar nicht wie, mal sehn.
Vielleicht kann man es ja auch mit heute vergleichen.. mal sehen wohin mich meine Gedanken führen.
Es sit schweer die richtige Literatur zu finden und das Internet geibt nicht so viel her... oder ich komme nicht ohne weiteres an Bücher.

Zu G1, das liegt schön brav im Ordner und wartete auf mich. da muß ich auch mal langsam ran. Nächste Woche, wenn es geht will ich mich mal daran wagen.

PETRA

G 2

Ich glaube auch nicht, dass ich G 2 dieses Semester schaffe.
Aber G 1 vierter Teil, also 03504 schafft die Grundlagen zu G 2 finde ich.
Vielleicht solltest Du Dir diesen Kurs als erstes anschauen, Balina.
Liebe Grüße, Leona-Marie

Leona-Marie wrote:


Aber G 1 vierter Teil, also 03504 schafft die Grundlagen zu G 2 finde ich.
Vielleicht solltest Du Dir diesen Kurs als erstes anschauen, Balina.\

das hatte ich auch vor...Grüße PETRA

JA Balina,
das ist´natürlich schwierig-aber das Thema umsa spannender. Fahr doch mal, mit deinem FerniUni-Ausweis bewaffnet, an die nächste Uni.Blibliothek, Da wirst du wahrsscheinlich mehr LIteratur bekommen, als dir lieb ist

Ub ist gut, aber in den Katalogen der bibs in meinem umfeld sieht es übel aus. egal ob hessische LB oder mainzer UB...
ich habe eine Quelle in Marburg, komme da aber erst in drei wochen hin.
mal sehn was sich noch auftut.

petra

Sehr, sehr interessant das hier alles ... schade, dass ich noch nicht G 1 und 2 habe. Aber zu den Anfängen dieses Freds kann ich beisteuern, dass ich beruflich sehr viel mit Kurden zusammentreffe und jedesmal tief betroffen bin und meine eigene Freiheit bedenken muss, mit welcher Unbekümmertheit wir in unserer Muttersprache kommunizieren können/dürfen. Es ist ja bei weitem heute immer noch nicht selbstverständlich, sondern wird als pol Instrument benutzt, um Menschen zu drangsalieren, einzuschüchtern usw.
Meine schon, dass man es genau unter diesem Aspekt betrachten muss, denn Menschen, die zu diesen oder jenen Gruppen gehören, werden pauschal in die Unterdrückung einbezogen, unabhängig davon, ob sie sich äußern können usw. Will hier aber kein neues Fass aufmachen, kann nur aus meiner Warte berichten. LG, Hedwig

balina wrote:

Hallöle,
schön, dass du antwortest. Ja ich finde G2 auch total spannend, zumindest Europäische Expansion und auch der KB mit Bild und Bildkultur...

Es sit schweer die richtige Literatur zu finden und das Internet geibt nicht so viel her... oder ich komme nicht ohne weiteres an Bücher.



PETRA


Auf Seite 50 im Kurs 03504 stehen drei Bücher, die Dir vielleicht weiter helfen können.

Leona-Marie wrote:

Auf Seite 50 im Kurs 03504 stehen drei Bücher, die Dir vielleicht weiter helfen können.

HAT DIR SCHON MAL JEMAND GESAGT ; DASS DU GUT BIST?!

BALINA

Balina,
hast du schon einmal überlegt, mit dem betreuenden Prof. Kontakt aufzunehmen? Vll., wenn du ihm/ihr das Problem der Literaturbeschaffung schilderst, kann er/sie vll. Tipps geben. In meinen Augen macht es keinen Sinn, Literatur zu kaufen, die dich keinen Deut weiterbringt- und, zur Hausarbeit musst du dich doch bis zu einem bestimmten Termin angemeldet haben?!

Ich war doch bei Wendt auf der PV, war sogar mit ihm (und andere) bei Subways...
Mein Problem liegt darin, dass ich nicht was machen will, was Generationen von Studies schon gemacht haben. Allerdings, wenn ich nicht nicht weiterkomme mit meiner Idee, werde ich ihn fragen.

balina

PS und bücher kaufen, zu teuer... 48€ für ein Taschenbuch, nein danke.

Das glaube ich dir gerne, aber ist das nicht gerade der springende Punkt. Was, wenn du dir ein Thema überlegst, das schon tausende vor dir gemacht haben?! Kam denn dieses Thema bei der PV nicht auf?

Pinoccio wrote:

Das glaube ich dir gerne, aber ist das nicht gerade der springende Punkt. Was, wenn du dir ein Thema überlegst, das schon tausende vor dir gemacht haben?! Kam denn dieses Thema bei der PV nicht auf?

DAS ist ja mein Problem, es gibt nicht viel darüber. Ist keinThema von tausenden...
Auch haben wir mehr allgemein über HAs gesprochen, dafür intensiv über die Klausur. Aber ich schreibe ja schon G1 und habe im SS08 2 Klausuren geschrieben. UND darauf habe ich echt keine Lust.Obwohl es wahrscheinlich leichter für mich währe...

Tja, ......... dumm! Mehr fällt mir leider im Moment nicht ein, sorry!!!! Kann deinen Frust aber sehr gut verstehen!!

Pinoccio wrote:

Tja, ......... dumm! Mehr fällt mir leider im Moment nicht ein, sorry!!!! Kann deinen Frust aber sehr gut verstehen!!

Das Problem ist nicht nur das Thema, schreiben könnte ich darüber viel. ABER es muß ja alles belegt werden, damit biste wieder bei zitierfähige Literatur!:(
Naja, das wird schon.
ein paar puzzleteile sind ja schon vorhanden....

Wir haben doch ein neues Mitglied in unserer Runde - biblio arbeitet in einer Uni-Bibliothek! Guck mal im Vorstellungsthread, Petra!

*sehr zu empfehlen!!!!! Habe im Netz das Manuskript gefunden und gelesen...klasse!*
deutschlandradio kultur

27.12.2008 · 18:05 Uhr

               \[URL="https://www.dradio.de/dkultur/sendungen/feature/876758/bilder/image\_main/"\]\[IMG\]https://www.dradio.de/images/22849/landscape/133,0/\[/IMG\]\[/URL\]         Kinder in Südafrika (Bild: AP Archiv)          \
                  **Der Geist des Missionars**

                                   **Von Christoph Spittler**

          **Im Jahr 1882 reist Ernst Friedrich Gottschling im Auftrag der evangelischen Missionsgesellschaft zu Berlin nach Südafrika, um Menschen, deren Kultur er nicht versteht, zum Glauben zu bekehren. Er heiratet dort, er und seine Frau bekommen fünf Kinder. Als sie psychisch erkrankt, bringt er seine Familie nach Deutschland, die Frau in eine Anstalt, die Kinder in Pflege und reist zurück nach Afrika. \**




Die Familie sieht er nie wieder. Eine tragische Geschichte. Der Autor, Urenkel des Missionars und Ethnologe, versucht zu verstehen. Er reist den Lebensstationen seines Urgroßvaters nach, findet die alte Kirche des Missionars und eine Wellblechhalle, die heute als Kirche dient, in der Christen ihn freundlich empfangen. Sie helfen ihm bei der Suche nach Antworten - auf ihre Art, mit ihren Ritualen.

Regie: Renate Jurzik
Darsteller: Felix von Manteuffel, Martin Engler, Thomas Vogt, Thomas Holländer, Ilka Teichmüller
Produktion: Rundfunk Berlin-Brandenburg/ Westdeutscher Rundfunk 2007
Länge: 54'25

Christoph Spittler, Jahrgang 1969, ist studierter Ethnologe. Er lebt als freier Hörfunkautor und Lektor in Berlin. Zuletzt: "Was machen Sie da?" (Co-Autorin Johanna Olausson, SWR 2007).

*19:30 Uhr 10.12.08*
[URL="https://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitreisen/"]Zeitreisen[/URL]
"Der Dresdner Kodex"
Ein Schlüssel zum Wissen der Maya
Von Christian Schiller und Marianne Wendt

[QUOTE="balina, post: 581413"][B]sehr zu empfehlen!!!!! Habe im Netz das Manuskript gefunden und gelesen...klasse![/B]

deutschlandradio kultur


[B]Von Christoph Spittler[/B]

[B]Im Jahr 1882 reist Ernst Friedrich Gottschling im Auftrag der evangelischen Missionsgesellschaft zu Berlin nach Südafrika, um Menschen, deren Kultur er nicht versteht, zum Glauben zu bekehren. Er heiratet dort, er und seine Frau bekommen fünf Kinder. Als sie psychisch erkrankt, bringt er seine Familie nach Deutschland, die Frau in eine Anstalt, die Kinder in Pflege und reist zurück nach Afrika. [/B]


Das hört sich wirklich spannend an!
Da siehst Du mal was für interessante Sachen unser Studium zutage bringt.

[url]https://www.francke-halle.de/francke.htm/forschung/indmis.pdf[/url]

balina wrote:

[URL]https://www.francke-halle.de/francke.htm/forschung/indmis.pdf[/URL]

Obwohl ich mich ja jetzt im Masterstudium tummele: Herzlichen Dank für den Link! Wer weiß, vielleicht kann ich ihn irgendwann gebrauchen. Petra, du bist ein Schatz:bussi:.

UliS wrote:

Petra, du bist ein Schatz:bussi:.

Ja, sie ist und bleibt unsere ungekrönte Recherche-Queen :D!

hat jemand die Klausurfrage von G2 letztes Semester zum Thema Außereuropäische Schriftkultur beantwortet und möchte sie mir schicken?
Das wäre wirklich sehr nett.
Hoffnungsvolle Grüße an Alle
Gabi

Eine Vereinbarung zwischen Otto von Bismarck und "Negerkönig" Mlapa III. besiegelte es: das deutsche Reich, selbst noch keine anderthalb Jahrzehnte alt, wurde "Schutzmacht" des westafrikanischen Togo am Golf von Guinea, der damaligen "Sklavenküste" Afrikas. Der Hintergrund: Deutsche Kaufleute, vor allem Hanseaten, wollten ihre Handelsinteressen in "Togoland" militärisch abgesichert sehen, deshalb hatten sie massiven Druck auf Bismarck ausgeübt. Autorin: Almut Finck © WDR 2009 [URL="https://medien.wdr.de/m/1246368591/radio/zeitzeichen/WDR5_Zeitzeichen_20090705_0920.mp3"][Zur Audiodatei][/URL]

Ich sitze grad an G1 und G2 und möchte auch gerne in G2 eine Hausarbeit schreiben, am liebsten zu Kurs 34202. Ich finde den Kurs einfach super spannend und suche jetzt nach einem Thema. Vielleicht was mit Australien? Ich habe 2 Jahre in Australien gelebt und ziehe nächstes Jahr wieder hin.
War es schwer ein Thema zu finden? Vielleicht kann mir jemand helfen der letztes Semester schon eine Hausarbeit geschrieben hat?

Freue mich auf gaaaaaaaaaaaaaaaanz viele Antworten!!!!!!

Verena,

hier haben wir div. Freds zu Hausarbeiten, Themenfindung etc... :)
[COLOR=#1d2a8d][U][COLOR=#1d2a8d][U][URL="https://www.studienservice.de/tags.php?tag=Hausarbeit&forumid=1992"]Studienservice - Themen mit dem Stichwort Hausarbeit[/URL][/U][/COLOR][/U][/COLOR]
[COLOR=#1d2a8d][U][COLOR=#1d2a8d][U][url=https://www.studienservice.de/tags.php?tag=Hausarbeit&forumid=1950]Studienservice - Themen mit dem Stichwort Hausarbeit[/url][/U][/COLOR][/U][/COLOR]

VerenaK wrote:

Hallo!

Ich sitze grad an G1 und G2 und möchte auch gerne in G2 eine Hausarbeit schreiben, am liebsten zu Kurs 34202. Ich finde den Kurs einfach super spannend und suche jetzt nach einem Thema. Vielleicht was mit Australien? Ich habe 2 Jahre in Australien gelebt und ziehe nächstes Jahr wieder hin.
War es schwer ein Thema zu finden? Vielleicht kann mir jemand helfen der letztes Semester schon eine Hausarbeit geschrieben hat?

Freue mich auf gaaaaaaaaaaaaaaaanz viele Antworten!!!!!!

Hallo Verena,

in G2 finden 2 Mentorenveranstaltungen statt, ich weiß jetzt leider nicht wo, musst du mal in Moodle schauen. Ich kann eine Teilnahme nur empfehlen. Es ist nicht, wie gemeinhin angenommen wird, eine Veranstaltung nur für Klausurschreiber. Ich war am Samstag bei der G3 Veranstaltung, es war wirklich klasse und es hilft einem auch, ein Thema zu finden, da dort viele gute Tips gegeben werden. Du kannst auch die Mentoren persönlich ansprechen, sie sind für Fragen immer offen.

LG Kuni

[url=https://www.tagesspiegel.de/wissen/pirah-indianer-schlaf-nicht-hier-gibt-es-schlangen/1932682.html]Das glücklichste Volk der Welt: Pirahã-Indianer: "Schlaf nicht, hier gibt es Schlangen!" - Wissen - Tagesspiegel[/url]
[URL="https://www.tagesspiegel.de/"][IMG]https://www.tagesspiegel.de/images/tsp-logo/3114/5.png?format=formatOriginal[/IMG][/URL]

[IMG]https://www.tagesspiegel.de/images/atlas/3716/2.png?format=formatOriginal[/IMG]
14.09.2010 12:58 UhrVon Matthias Glaubrecht
Das glücklichste Volk der WeltPirahã-Indianer: "Schlaf nicht, hier gibt es Schlangen!"

Gesungen, gepfiffen, gesummt: Die Sprache der Pirahã-Indianer am Amazonas stellt Forscher vor ein Rätsel.
[IMG]https://www.tagesspiegel.de/images/wissen/1933128/2.jpg?format=format1[/IMG]
Das glücklichste Volk der Welt. So bezeichnete Linguist Daniel Everett die Piraha. - Foto: Martin Schoeller

Kein Zweifel, der Dschungel ist voller Gefahren, vor allem nachts. Und wer weniger schläft, der härtet sich ab, so glauben die Pirahã (gesprochen: Pidahan). Als eines der letzten Jäger- und Sammler-Völker leben sie an einem Nebenfluss des Amazonas in Brasilien, in einem Reservat von 240 Kilometern Länge, zwei Tagesreisen mit dem Boot von den Außenrändern unserer Zivilisation entfernt. Es sind kaum mehr als 350 Menschen, die noch heute weitgehend ohne zivilisatorische Errungenschaften auskommen, mit einfachen Hütten ohne Wände und festen Boden, ohne Strom, Telefon und auch ohne Arzt.
Daniel Everett kam erstmals 1977 als Missionar zu ihnen, im Auftrag eines amerikanischen Missionsunternehmens und bezahlt von den evangelikalen Kirchen in den Vereinigten Staaten. Er kam, die Pirahã zum Christentum zu bekehren, „um ihre Herzen zu verändern“, und sie dazu zu bringen, einen ihnen fremden Gott anzubeten, an den ihnen fremde Menschen glaubten, deren Kultur und Moral sie annehmen sollten. „Obwohl ich die Pirahã noch nicht einmal kannte, war ich überzeugt, dass ich sie verändern kann und verändern sollte.“

Das sei der Hintergrund nahezu jeder Missionstätigkeit, schreibt Everett heute, nachdem er die Pirahã über drei Jahrzehnte immer wieder besucht und mit Frau und drei Kindern über Jahre immer wieder bei ihnen im brasilianischen Regenwald gelebt hat. Doch am Ende ist er es, der dank dieses Lebens bei den Pirahã „entkehrt“ wird. Als Everett seinen Glauben verliert, verliert er auch seine Familie.
Zusammengenommen sieben Jahre hat Everett, der heute Professor für Linguistik an der Universität von Illinois ist, seit seinem ersten Besuch bei den Pirahã im Urwald verbracht. In seinem Reise- und Lebensreport „Das glücklichste Volk“ schildert er nicht nur den Alltag eines Feldforschers am Amazonas. Sein Buch ist zugleich die Geschichte eines physischen wie auch intellektuellen Abenteuers. Die Lektüre ist dabei geradezu eine Wohltat, denn Everetts Bericht kommt nicht daher als massentaugliche Hochdruckbelehrung über die vermeintlich sinnstiftenden Reiseabenteuer eines fernseherprobten Laien-Wanderpredigers, wie der Buchmarkt sie ansonsten bereithält. Hier berichtet einer unaufgeregt, aber hautnah und authentisch von seiner tatsächlich ungewöhnlichen Reise zu einem – wie er meint – wahrhaft glücklichen Volk in einem bis heute verborgenen Winkel der Welt; zu Menschen, die sich beim Gutenacht-Sagen mit den Worten verabschieden: „Schlaf nicht, hier gibt es Schlangen“.
Fesselnd erzählt Everett von einer uns völlig fremden Welt, eröffnet einen faszinierenden Einblick in eine fremde Lebensweise, eine andere Sicht auf die Welt und vor allem eine ganz andere Art zu denken. Sein Buch mäandriert dabei auf gelungene Weise zwischen Abenteuer- und anthropologischem Forschungsbericht, der zudem beinahe beiläufig Einblicke in die Erkenntnisse der Linguisten erlaubt. Denn um Menschen zu bekehren, mussten Missionare überall auf der Erde zunächst die Sprache der Einheimischen lernen. Die Pirahãs machten es Everett wie schon seinen Vorgängern nicht leicht. Das Naturvolk blieb monolingual, weil es in seiner Abgeschiedenheit des Amazonas keinen Grund hatte, etwas anderes zu lernen als „Apaitsiiso“ – jene Sprache, „die aus dem Kopf geboren ist“.
Tatsächlich unterscheidet sich Pirahã als ureigene Sprache von allen anderen, auch der anderer Amazonas-Indianer. Nicht nur, dass sie die gesungen, gepfiffen und gesummt wird, sie weicht auch strukturell von anderen Sprachen ab. Ihr fehlen viele Elemente, die wir für natürlich halten. Dass sie nur drei Vokale und acht Konsonanten besitzt, mag man noch hinnehmen, auch dass es kein Wort für „danke“ oder „Entschuldigung“ gibt.
Vor allem aber kennen die Pirahã keine Wörter für Zahlen, keine für Farben, keine für gestern und heute. Sie bilden keine Nebensätze und verbinden daher niemals zwei einzelne Aussagen zu einer. Aus „der Mann hat ein Kanu“ und „der Mann fällt einen Baum“ wird bei den Pirahã niemals „der Mann, der ein Kanu hat, fällt einen Baum“, erklärt Everett. Weil ihnen genuine Farbbezeichnungen wie „rot“, „schwarz“ oder „grün“ fehlen, machen sie Farben durch charakteristisch gefärbte Dinge „wie Blut“, „wie Kohle“ oder „das ist noch nicht reif“ anschaulich. Fremden geben sie den Namen des ihnen am ähnlichsten Sippenmitglieds, und sie wechseln diese Namen mehrmals im Leben. Daniel Everett, den sie anfangs „Xoogiái“ nannten, hatte im Laufe seiner Karriere bei den Pirahã immerhin vier Namen, bis er als „Paóxaisi“ nach einem sehr alten Mann der Sippe benannt wurde.
Vergeblich versuchte Everett, den Pirahã, die nicht zählen können, das Rechnen beizubringen. Sie waren auch nach Monaten fruchtlosen Lernens nicht in der Lage, auch nur die Thematik zu fassen: Nicht einem von ihnen gelang es, bis zehn zu zählen oder eins und eins zu addieren. In ihrer Sprache gibt es lediglich zwei Zahlwörter, meinte Everett anfangs. „Hói“ heißt eins und „hoí“ zwei (man beachte die feinen tonalen Unterschiede). Heute glaubt er indes, dass eine bessere Entsprechung „wenige“ und „viele“ wäre und den Pirahã somit Zahlwörter gänzlich fehlten. Immerhin: Offenbar spielt es für diese Menschen durchaus eine Rolle, ob entweder wenige oder viele Fische gefangen werden.
Dank ihrer Besonderheiten – und wohl auch aufgrund der inzwischen bekannten Thesen Everetts – gehört Pirahã neuerdings zu den Sprachen, für die sich Linguisten auf der ganzen Welt interessieren. Unter ihnen haben Everetts Forschungen eine Debatte ausgelöst, denn seine Analyse ist umstritten. So glaubt Everett, dass die Sprache der Pirahã eng mit ihrer Lebensweise und dem Lebensraum verknüpft ist. Schließlich lehnen sie alles Abstrakte ab und kümmern sich nur um das Erfahren des Augenblicks. Dagegen sind viele Linguisten von einer universalen sprachlichen Grundstruktur und Grammatik des Menschen überzeugt, gleichsam dem kleinsten gemeinsamen Nenner der etwa 6500 lebenden Sprachen. Sie gehen davon aus, dass die Fähigkeit, komplexe Satzstrukturen zu bilden, in unseren Hirnen genetisch angelegt ist. Everett hält stattdessen die Sprache für flexibler und von der jeweiligen Kultur bestimmt, mithin unterscheiden sich Sprachen für ihn je nach Lebensraum und den Wertmaßstäben einer Gemeinschaft.
Vermutlich deshalb blieben seine Bekehrungsversuche bei dem Volk letztlich erfolglos. Die fantasievolle Geschichte eines Jesus von Nazareth blieb ihnen gänzlich unbegreiflich. Erst spät erkennt Everett warum. Die Pirahã sprechen nur über Dinge, die sie selbst erlebt haben. Sie reden nicht über die ferne Vergangenheit oder die Zukunft, schon gar nicht über Fantasie-Ereignisse. „Hey, Dan“, fragen sie ihn, „wie kannst Du Jesus Worte haben, wenn Du ihn nie gesehen hast?“ Die Pirahã glauben nur, was sie sehen. Punkt. Manchmal glauben sie auch Dinge, die ein anderer ihnen erzählt hat – vorausgesetzt, dieser war tatsächlich Zeuge der geschilderten Ereignisse.
Der Missionar erkennt, dass Schöpfungsmythen nicht zur Forderung der Pirahã nach unmittelbaren Belegen passen. Als Everett später als Linguist arbeitet, werden solche Belege auch für ihn als Wissenschaftler entscheidend. Für das, was er den Pirahã über seinen Glauben sagte, konnte er nur subjektive Begründungen anführen: seine eigenen Gefühle. Am Ende des Buches bekennt Everett, wie er durch die Beschäftigung mit den Pirahãs, die er anfangs bekehren sollte, das Wesen seiner eigenen Religion, den Akt des Glaubens an etwas, das man nicht sehen kann, ernsthaft infrage zu stellen begann. „Religiöse Bücher wie Bibel und Koran verherrlichen diese Art des Glaubens an Dinge, die nicht objektiv sind und der Intuition widersprechen. Das Leben nach dem Tod, die jungfräuliche Geburt, Engel, Wunder und anderes mehr.“
Ein für primitiv gehaltenes Volk im Regenwald lehrt ihn, den christlichen Missionar und Sprachwissenschaftler, die Unmittelbarkeit des Erlebens und die Forderung nach Belegen.
David Everett: Das glücklichste Volk. Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas. DVA Sachbuch, München 2010, 416 Seiten, 24,95 Euro.

Zu diesem Volk stand vor einiger Zeit auch ein Artikel in GEO.
Dort wurde, meine ich, hervorgehoben, dass diese Menschen keine Nebensätze bilden.

[QUOTE="balina, post: 581424"]

[B]. „Hey, Dan“, fragen sie ihn, „wie kannst Du Jesus Worte haben, wenn Du ihn nie gesehen hast?“ Die Pirahã glauben nur, was sie sehen. Punkt. Manchmal glauben sie auch Dinge, die ein anderer ihnen erzählt hat – vorausgesetzt, dieser war tatsächlich Zeuge der geschilderten Ereignisse.[/QUOTE]

Vielleicht bin ich in diesem Punkt auch ein kleiner Pirahã ;) Deshalb in bin ich auch so gespannt auf die Metaphysik in P1 :)

Ich danke Dir für diesen faszinierenden Artikel.

Herzlich Lucky :knuddel

Leona-Marie wrote:

Zu diesem Volk stand vor einiger Zeit auch ein Artikel in GEO.
Dort wurde, meine ich, hervorgehoben, dass diese Menschen keine Nebensätze bilden.

ich habe ihn gefunden, passst hat zu AEG.... demnächst gibt es nur noch die Links (sonst bekomme ich vllt Hauverbot, wenn das jeder macht *hüstel*)

Das Volk ohne Nebensätze

GEO-Redakteur Malte Henk begleitete einen Sprachforscher ins Herz Amazoniens – wo Pirahã-Indianer die Grundsätze der Linguistik aus den Angeln heben


[URL="https://www.geo.de/GEO/info/newsletter/abo/62788.html?t=img&p=1"] [IMG]https://www.geo.de/div/image/62788/interview.jpg[/IMG] [/URL] © Martin Schoeller
[URL="https://www.geo.de/GEO/info/newsletter/abo/62788.html?t=img&p=1"][IMG]https://www.geo.de/images/GEO/enlarge.png[/IMG][/URL]
Bildunterschrift: Keine Nebensätze, viel Sprengstoff: Sprachforscher Everett beim Sammeln von Beweismaterial


"Herr Everett, würden Sie für eine GEO-Reportage mit uns in den Dschungel fahren, zu den Pirahã?"
"Natürlich, das mache ich gerne."
Das fing ja gut an! Ein Jahr ist es her, dass GEO-Redakteur Malte Henk mit Daniel Everett telefonierte, einem Linguisten aus Illinois, über dessen Theorien in der Sprachwissenschaft eine Art Glaubenskrieg ausgebrochen ist. Everett lebte selbst jahrelang im Reservat der Pirahã-Indianer im Amazonasgebiet; er veröffentlichte 2005 einen Artikel über ihre Sprache, der ihn berühmt machte. Die Pirahã, behauptete er nämlich darin, sprechen keine Nebensätze; ihrer Sprache fehlen komplexe Strukturen. Dabei gehen viele Linguisten davon aus, dass es genau die Fähigkeit ist, komplizierte Sätze zu bilden, welche uns Menschen vom Tier unterscheidet.
Eine Menschheitsfrage also. Und die Antwort darauf, so scheint es, lässt sich bei 350 Indianern im Dschungel finden. Henk freute sich auf die Expedition.
[URL="https://www.geo.de/GEO/info/newsletter/abo/62788.html?t=img&p=2"] [IMG]https://www.geo.de/div/image/62788/wasser.jpg[/IMG] [/URL] © Martin Schoeller
[URL="https://www.geo.de/GEO/info/newsletter/abo/62788.html?t=img&p=2"][IMG]https://www.geo.de/images/GEO/enlarge.png[/IMG][/URL]
Bildunterschrift: Ein Kopf für Sprachen: Daniel Everett ist ein halbes Leben lang in die Dschungelwelt der Piraha in Brasilien eingetaucht


Aber dann – diese Schwierigkeiten! Zuerst wollte die staatliche Indianerbehörde keine Einreisegenehmigung erteilen. Dann nur für die Journalisten, aber nicht für Everett; dabei ist er der einzige Forscher, der sich mit den Pirahã verständigen kann. Im Juli 2009 schließlich, nach Monaten des Wartens, kam endlich die Erlaubnis: Es konnte losgehen!
Mit einem eigens gemieteten Boot samt Koch, Skipper und Crew fuhren die Journalisten – neben Henk noch Martin Schoeller, einer der berühmtesten Porträtfotografen unserer Zeit – gemeinsam mit Everett zwei Tage lang durch den Regenwald. Dann verbrachten sie anderthalb Wochen bei den Pirahã, diesen Jägern und Sammlern, die nahezu unberührt von der Zivilisation am Ufer eines Flusses siedeln. Everett, Schoeller und Henk gingen nachts mit ihren Gastgebern auf Alligatorenjagd; sahen zu, wie die Pirahã-Kinder Taranteln durchs Dorf trieben; lernten, wie man ein Wildschwein ausnimmt; und halfen mit beim Fällen eines Baumes, dessen Krone ein Bienennest barg. (Die Bienen stachen gnadenlos zu.)
Noch nie hatte Henk eine solch aufwändige Recherche für eine Reportage erlebt: Fotograf Schoeller hatte eigens zwei Assistenten mit in den Regenwald gebracht, die ihm beim Aufbau seines mobilen Fotostudios halfen. Und als sich alle Teilnehmer der Expedition nach geglückter Rückkehr in die Zivilisation zum Gruppenbild aufstellten, da drängte sich gut ein Dutzend Menschen auf dem Oberdeck des Bootes.
Tonaufnahmen der Pirahã-Sprache sowie eine Fotoshow mit weiteren Bildern von Martin Schoeller aus dem brasilianischen Dschungel finden Sie im Internet unter [url=https://www.geo.de/piraha]Fotogalerie: Pirah, die Ureinwohner Brasiliens - Fernziele - GEO.de[/url].

Ich krieg´ den Kurs in den nächsten Wochen und freu´ mich schon auf die PV zu dem Thema im November :).

vll schaut noch jemand rein:

gerade auf "phoenix" : Das Weltreich der Deutschen"
[url=https://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/das_weltreich_der_deutschen_(3_3)/328762?datum=2010-10-15]PHOENIX - Das Weltreich der Deutschen (3/3)[/url]

wird sicher morgen nochmal wiederholt, gerade eben ging Teil 2 zu Ende, da ging es um von Trotha und Co

Teil 3 hat gerade begonnen: Südsee

Gibbets nicht zufällig irgendwo im Netz zu schauen? Also 1-3?
Konnte auf der Seite nix finden und war natürlich zu keiner Sendezeit daheim.

JSchneider wrote:

Gibbets nicht zufällig irgendwo im Netz zu schauen? Also 1-3?
Konnte auf der Seite nix finden und war natürlich zu keiner Sendezeit daheim.

Ich hoffe, das ist dieselbe Sendung. 3 Teile?

[URL="https://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/995726/Kopfjagd-in-Ostafrika#/kanaluebersicht/994036/sendung/Das-Weltreich-der-Deutschen"]Kopfjagd in Ostafrika - Das Weltreich der Deutschen - ZDFmediathek - ZDF Mediathek[/URL]

und noch ein wenig Infos hierzu

[URL]https://weltreich.zdf.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,8048730,00.html[/URL]

jep, das ist es kuhni !

Ihr seid spitze. Danke.

[URL="https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/10/23/dlf_20101023_1840_37e6795c.mp3"]1. Man nannte sie "Hottentotten"-Forderungen aus Namibia u.d.dt.Kolonialgeschichte[/URL]

     Sendezeit: 23.10.2010 18:40\
     Autor: Salm, Jürgen\
     Programm: Deutschlandfunk\
     Sendung: **Hintergrund**\
     Länge: 18:21 Minuten

zum Nachlesen und Hören