Ich habe mal in Scobel reingezappt - da hatten sie es gerade von Führerpersönlichkeiten und was diese auszeichnet. Stauffenberg war wohl stark von Stefan George beeinflusst. Und George ist doch ein interessantes Beispiel für die unsägliche Vereinnahmung der NS-Ideologen für ihre Zwecke - und schon sind wir wieder bei der daraus resultierenden Werkimmanenz der 1950er Jahre ...
Sandra,
soweit ich es verstanden habe, hat George selbst nie eindeutig Stellung zur nationalsozialistischen Ideologie bezogen. Zwar hat er sich 1933 nicht in deren Dienst gestellt, jedoch war er, wie Benn bspw. auch von der "idee vom neuen Menschen" recht angetan und hat sich nie ausdrücklich vom NS distanziert.
George verstand sich wohl selbst als "Herrscher" seines Kreises, den er selbst Staat nannte und der sowohl junge Nationalsozialisten, wie jüdische Intellektuelle anzog.
Ich muss gestehen, dass der Blick durch die kulturwissenschaftliche Brille (der nicht wertende) auf dieses Thema wieder einmal mehr nachvollziehbar macht, wie die Ideen der NS wirkten und sich in der Bevölkerung so etablieren konnten.
Ich werd mir mal diese neue Biographie zum Geburtstag wünschen...
da gibts wohl auch noch ein Buch drüber mit Beiträgen von Max Weber und Georg Simmel..
Ich muss gestehen, dass der Blick durch die kulturwissenschaftliche Brille (der nicht wertende) auf dieses Thema wieder einmal mehr nachvollziehbar macht, wie die Ideen der NS wirkten und sich in der Bevölkerung so etablieren konnten.
Ich werd mir mal diese neue Biographie zum Geburtstag wünschen... da gibts wohl auch noch ein Buch drüber mit Beiträgen von Max Weber und Georg Simmel..
Letzteres würde mich auch interessieren - zumal ich ja im nächsten Semester Weber, Simmel und Durkheim im Modul S2 bearbeiten darf!
Ich denke, es gibt viele dieser "zwielichtigen" Personen in der NS-Geschichte. Möglicherweise liegt das auch daran, dass diese den tatsächlichen Verlauf der Geschichte nicht voraussehen konnten und sich daher zunächst von Hitlers Vision angezogen fühlten. Vielleicht auch aus Halbwissen (schließlich hat Hitler ja nie einen Hehl daraus gemacht, wo es hingehen soll - sein Buch "Mein Kampf" wurde zu allen möglichen Gelegenheiten verteilt ... verschwand aber wohl bei den meisten ungelesen im Bücherschrank) - und später war dann die Distanzierung schwierig ...
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vittoriacolonna
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View profileIch habe mal in Scobel reingezappt - da hatten sie es gerade von Führerpersönlichkeiten und was diese auszeichnet. Stauffenberg war wohl stark von Stefan George beeinflusst. Und George ist doch ein interessantes Beispiel für die unsägliche Vereinnahmung der NS-Ideologen für ihre Zwecke - und schon sind wir wieder bei der daraus resultierenden Werkimmanenz der 1950er Jahre ...
Angelika B.
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View profileSandra,
soweit ich es verstanden habe, hat George selbst nie eindeutig Stellung zur nationalsozialistischen Ideologie bezogen. Zwar hat er sich 1933 nicht in deren Dienst gestellt, jedoch war er, wie Benn bspw. auch von der "idee vom neuen Menschen" recht angetan und hat sich nie ausdrücklich vom NS distanziert.
George verstand sich wohl selbst als "Herrscher" seines Kreises, den er selbst Staat nannte und der sowohl junge Nationalsozialisten, wie jüdische Intellektuelle anzog.
Ich muss gestehen, dass der Blick durch die kulturwissenschaftliche Brille (der nicht wertende) auf dieses Thema wieder einmal mehr nachvollziehbar macht, wie die Ideen der NS wirkten und sich in der Bevölkerung so etablieren konnten.
Ich werd mir mal diese neue Biographie zum Geburtstag wünschen...
da gibts wohl auch noch ein Buch drüber mit Beiträgen von Max Weber und Georg Simmel..
vittoriacolonna
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View profileLetzteres würde mich auch interessieren - zumal ich ja im nächsten Semester Weber, Simmel und Durkheim im Modul S2 bearbeiten darf!
Ich denke, es gibt viele dieser "zwielichtigen" Personen in der NS-Geschichte. Möglicherweise liegt das auch daran, dass diese den tatsächlichen Verlauf der Geschichte nicht voraussehen konnten und sich daher zunächst von Hitlers Vision angezogen fühlten. Vielleicht auch aus Halbwissen (schließlich hat Hitler ja nie einen Hehl daraus gemacht, wo es hingehen soll - sein Buch "Mein Kampf" wurde zu allen möglichen Gelegenheiten verteilt ... verschwand aber wohl bei den meisten ungelesen im Bücherschrank) - und später war dann die Distanzierung schwierig ...
vittoriacolonna
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View profileSpannend finde ich zum Thema auch dieses Projekt hier:
[URL="https://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E29D71C347D3B445BA08775482FB71F41~ATpl~Ecommon~Scontent.html"]Zeitungszeugen[/URL]
Eigentlich stand immer alles in der Zeitung ...