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xenforo

Noch so ein langweiliges Tagebuch

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Nun, nachdem ich schon länger drauf und dran bin, mal sowas wie ein Tagebuch zu tippen (worüber eigentlich?), hab ich heute wagemutig entschlossen, es auch mal zu tun. Eigentlich wollte ich ja erst meine eigene Blog-Software programmieren, aber nachdem mein Entwurf nach drei Wochen immer noch nicht über die ersten 30 Codezeilen hinausgewachsen ist, dachte ich mir dann doch, ich schreib lieber hier rein, da ist wenigstens eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass es ausser mir noch jemand liest (und womöglich sogar einen Kommentar dazu abgibt, aber ich will ja nicht zuviel von meinen Lesern verlangen). Also denn...

WARNUNG vorweg. Es wird jetzt mal ziemlich lang... aber die ganze Vorgeschichte, die mir schon seit Wochen durch den Kopf geistert, will endlich mal runtergepinnt werden.

*Di 23.8.2005* Heute mit Sabine beim Arzt gewesen. Auf dem Ultraschall sieht alles ganz gut aus, nur ob Junge oder Mädchen konnte oder wollte er partout nicht erkennen. Naja, Thomas freut sich jedenfalls schon auf seine Rolle als großer Bruder - er weiss ja noch nicht, was ihn erwartet.
Hmm, eigentlich sollte dies doch ein Studientagebuch werden, ich sollte wohl doch wieder zum Wesentlichen zurückkommen...

Ok, fange ich mal gaaanz vorne an. Irgendwann '73 in diese Welt geworfen worden (warum mich vorher keiner gefragt hat...), Kindergarten, Grundschule, Gymnasium, alles ganz normal. So zu Beginn der Oberstufe wollte ich dann hoch hinaus. Mit dem Ergebnis, dass ich mich unversehens auf einem katholischen Internat wiederfand (und die Leute fragen mich, warum ich heute evangelisch bin). Auf diesem doch eher geisteswissenschaftlich (theologisch!) orientierten Gymnasium wurde - quasi als Protesthaltung - meine Neigung zur Mathematik geweckt. Auf dem Abiball gestand mir der Direktor dann nach ein paar Bier, meine Wahl Mathe/Physik LK hätte er mir ja noch vergeben können, aber dass ich in Religion (GK oh Schreck) nur mit Mühe meine 4 Punkte einsackte und schlimmer noch meinen Lebtag nie Latein gelernt hatte, das grenze schon an Ketzerei. Wie auch immer...

Nach der Schule Ausbildung? Ich? Der ich doch eh hauptberuflich Sohn war? Um Gottes Willen nein! Erstmal zwei Jahre nur Party, weil der Bund mich nicht wollte, dann irgendwann im Sommer '94 doch endlich beschlossen, was Sinnvolles zu lernen. Und man mag sich denken, dass ich mich natürlich für Mathe einschrieb, und das an einer stinknormalen Uni (namentlich Duisburg).

Das Studium erwies sich zumindest die ersten 2-3 Semester als die Fortsetzung der Party mit anderen Leuten. Klar... Ums nötige Kleingeld musste ich mich nicht groß sorgen, Papas monatliche Überweisung war doch fett genug. Dass ich nebenbei tatsächlich noch was lernte, ist mir damals gar nicht aufgefallen. Ok, spätestens jetzt wird man sich wohl ein Urteil über mich gebildet haben, und ich weiss selbst dass dieses nicht sonderlich schmeichelhaft ist. Von mir aus hätte das Leben damals wohl ewig so weitergehen können, aber man wird sich wohl denken dürfen, dass nun irgendwas passierte.

Eines Tages musste ich die merkwürdige Erkenntnis machen, dass ein Mensch, der täglich 2-3 Schachteln Reval ohne raucht, und wenigstens eine Flasche Korn runterkippt, rein gesundheitlich irgendwann an Grenzen stößt.
Tja, und binnen weniger Wochen wurde aus meinem bislang ziemlich fitten Vater plötzlich ein Pflegefall. Und meine liebe Stiefmutter, die bislang immer so rührend für alle tat, war plötzlich der Meinung, dass die Pflege doch besser von den Kindern übernommen werden könnte, und zog es vor, mit ihren Kaffeetanten rumzuhängen.

Also lag es irgendwie auch an mir, meinen Vater auf seinem letzten Gang, der dann noch mehrere Monate dauern sollte, zu begleiten. Als er dann endlich seinen Frieden fand, war ich selbst auch ziemlich Wrack. Dass sich mit meinem Studium schon zwei Semester nichts getan hat, hat mich erstmal ziemlich gar nicht interessiert. Dass ich in dieser Zeit um ca. 20 Jahre gealtert bin, schon eher. Aber danke, es gibt angenehmere Methoden, erwachsen zu werden.

Die folgende Zeit war dann auch von meiner eigenen angeschlagenen Gesundheit geprägt, und irgendwann als ich nach dem 10. Semester soweit war, mit den erlangten Scheinen langsam mal an sowas wie Vordiplom zu denken, zog ich Bilanz. Ernüchternd. Um mich in die Prüfungen zu trauen, hätte ich wohl quasi mein ganzes Studium nochmal wiederholen müssen. Das war zuviel. Ok, ich versuchte erst, mal wieder in den ganzen Stoff reinzukommen, aber mir wurde sehr bald klar, dass es wohl beim Versuch bleiben sollte. Zumal mir die Arbeit neben dem Studium richtig Spaß zu machen begann. Ich jobbte damals schon seit einiger Zeit in einer Werbeagentur so als Mädchen für alles, lernte dort so nebenbei die CGI-Programmierung und auch wenn ich davon nicht reich wurde, für die Miete und zum Leben reichte es (ja, diese Lektion hatte ich doch schon gelernt). Student war ich schlußendlich nur noch auf dem Papier.

Dann kam noch eine gaaanz andere Sache hinzu: Für ein Treffen meiner damaligen Lieblings-Newsgruppe reiste ich für ein Wochenende nach Nürnberg. Und dabei fiel mir auf, dass da noch so eine Sache mit dem anderen Geschlecht war. Wie auch immer, fortan ergab es sich dann, dass ich an den Wochenenden immer öfter nach Koblenz fuhr - wo sie wohnte.

Nun stand ich also da, mit den Trümmern eines Mathestudiums in der Hand, und dem Wunsch, endlich raus ausm Ruhrpott zu kommen, also dann irgendwann Koffer gepackt, und Hals über Kopf zu meiner damaligen Freundin gezogen. Erst dachten wir dann ja, ich könnte hier in Ko ein neues Studium anfangen, aber auch erst wenn das Finanzielle passte. Es passte aber noch nicht. Also erstmal als Programmierer angeheuert (es war nicht mehr ganz die Zeit des Internet-Hype, wo man schon auf einen guten Job hoffen durfte, wenn man HTML buchstabieren konnte, aber für mich gab es schon eine gute Nische).

Und irgendwann ist der Traum eines Studiums dann wohl im Alltag verschwunden... in einem Alltag, der von meinem ziemlich chaotischen Job in einer noch chaotischeren Firma geprägt war, von der eigentümlichen Erkenntnis, plötzlich ein Stück Edelmetall in Torusform den ganzen Tag am Finger zu tragen, und der einmaligen Erfahrung wie es ist, eine Handvoll Mensch in Armen zu halten.

Und das nächste Mal erzähle ich vielleicht, wie ich zur FU kam, und was sonst noch in meinem Leben passiert ist.

Comments

Shakka du schaffst das

daumen:

mickey wrote:


(wo ist der Daumen-Thread, wenn man ihn mal braucht),

Den wollte ich heute eröffnen, weil ich gestern in Lisas Tagebuch was von Prüfungen gelesen habe.

Ich drücke auch mit!

Von mir auch ein paar gedrückte :daumen

Oh Java - wie schick. Die Programmer-Prüfung oder eine andere? Um wie viel Uhr sollen wir denn drücken?

Und Mathe und SA - eieiei... und dann ist da auch noch irgendwann das Grillen :rolleyes: :D! Da sollten wir uns auch mal bei Gelegenheit über Fahrgemeinschaften, Mitbringlisten und Co. kümmern.

daumen::daumen:Von mir auch totales :daumen::daumen:!

Anna-dMd wrote:

:daumen:Den wollte ich heute eröffnen, weil ich gestern in Lisas Tagebuch was von Prüfungen gelesen habe.

Jep, nächste Woche fangen meines Wissens die Klausuren für Mathe an...gute Idee, den wieder zu eröffnen :) Dann können wir dort auch gleich für mickey drücken.

Drücke dir auch fest die Daumen! :daumen: :daumen: :daumen

*Uff* Also, wenn alles rundgelaufen ist, dürfte ich heute die letzte Mathe-Klausur dieses Jahres geschrieben haben. Und wie mir heute auf dem Heimweg auffiel, werd ich (unter Annahme des Bestehens) nur noch genau zweimal überhaupt bis zum Erreichen des Dipl. eine solche Klausur schreiben (mal vorausgesetzt, man wertet die multivariaten Verfahren oder OR eher als Wiwi denn Mathe, und ich entscheide mich nicht doch noch irgendwann mal, auf 'nen Master in Mathe aufzustocken).

mickey wrote:

(mal vorausgesetzt, man wertet die multivariaten Verfahren oder OR eher als Wiwi denn Mathe, und ich entscheide mich nicht doch noch irgendwann mal, auf 'nen Master in Mathe aufzustocken).

Na, schon wieder größenwahnsinnig nach einer gut gelaufenen Klausur? :D
Freut mich, dass es so gut lief!

Glühstrumpf hoch die tassen...

Hört sich prima an!

Aktueller Stand: Die ersten Klausuren des Semesters (Mathe II, Java) erfolgreich abgehakt. Weitere Klausuren im September, aber da denken wir mal noch nicht drüber nach.

Und eigentlich dachte ich ja ursprünglich, die Seminararbeit würde im WS geschrieben - weit gefehlt. Die Gliederung sollte bis gestern fertig sein. Also Schonmal die Standardliteratur zum Thema aufgestapelt und munter ans Werk. Da ich mit meinem Thema eh schon berufbedingt "einigermaßen" vertraut bin, ging der erste Entwurf auch einigermaßen flüssig von der Hand.

Aber dann gehts gleich richtig heiter los. Lt. Einladungsschreiben des Lehrstuhls sollte die Gliederung (genauer: der erste Entwurf) bis zum 14. an den Betreuer (Dr. Bortfeldt) gehen, und im Zeitraum 21.-31. August würde man sich dann an die Arbeit machen, diese genauer abzustimmen. Geht nur ganz toll, wenn der Betreuer in fraglichem Zeitraum noch in Urlaub ist. Ok, mich persönlich betriffts weniger, da ich eh erst Ende September Gas geben werde, aber prinzipiell ist das natürlich weniger schön, wenn einem da ein wenig Zeit verloren geht.

Bin mal gespannt, wie's weitergeht.

Wie ist das denn jetzt mit morgen eigentlich?!?