Skip to content
xenforo

Sapere - Aude! - Vom alltäglichen Wahnsinn, den man doch eigentlich hinter sich gelassen glaubte?!

Content

Als ich letztes Jahr von der Universität Bonn mein Magister-Zeugnis überreicht bekam und mit den Tränen kämpfte, weil dieser lange, grauenvolle, unerträgliche und unsägliche Weg nun endlich, für immer und ewig ab sofort ein Ende haben würde, schwor ich mir, dass ich NIENIENIE wieder ein Studium machen wollte - Promotion war ok, da gab es keine Fristen, keine Klausuren, nur die weite des eigenen menschlichen Geistes (dachte ich)- aber NIENIENIE wieder ein Studium. :ichnicht:
Das dem allem natürlich nicht so war, bemerkte ich ungefähr ein Jahr später, als ich nach ungefähr (gefühlten) 1000 Jobwechseln durch (fast) jede Branche (Unternehmensberatung, Immobilien, Verlag), dann eigentlich keine Lust mehr hatte mir, ähnlich wie mein Studium, die Promotion mit Jobs zu finanzieren, die mehr Zeit in Anspruch nahemn, als diese selbst. So warf ich alles hin und bewarb mich auf eine Vollzeitstelle in einem Verlag als Marketing- und Projektleiterin, die auch prompt bekam. :cool:

Nach ungefähr drei Monaten begann mir die Promotion zu fehlen, denn sie hatte mich geistig auf eine andere Art gefördert als es meine Arbeit konnte. Was nun :confused:??? Wie schrecklich! Ich hatte zuviel Freizeit :eek: (ein Zustand, den ich kaum kannte und auch nicht wirklich zu schätzen wußte)!

Früher fand ich BWL, VWL oder Jura total schrecklich. Das mag daran liegen, dass zwischen uns Geisteswissenschaftlern im Schloss und dem Juridicum der Uni Bonn einfach auch eine - sagen wir- "räumliche" Distanz liegt. Für mich kam etwas, was am Juridicum gelehrt wurde in keinen Fall in Frage und umgekehrt war es genauso.
Und mit wirtschaftlichen Zusammmenhängen konnte ich auch nichts anfangen. Ich las lieber James Joyce oder Goethe. Was interessierte mich die Wirtschaft? Vor allem, wenn Sie immer wieder darauf pochte, dass Kultur in unserer heutigen Gesellschaft nicht mehr zu suchen hatte! Jedesmal sein Studienfach zu verteidigen oder sich erklären zu müssen, "was man denn damit machen könne", ödete mich an. Manchmal hätte ich auch gerne gebrüllt:"Wir retten Euch vor dem Untergang!" Ne, das hätte mir wahrscheinlich keiner geglaubt. :auweia:

Ja, nun. Als ich aber von der Promotion abließ und in meinen neuen Job begann, merkte ich, dass Wirtschaft auch Spaß machen kann - wenn man sie nicht mit Klischees behaftet und sich drauf einlässt. Und das ist ja auch genau das, was wir Geisteswissenschaftler auch immer predigen: ein offener Geist ist fähig zu allem oder wie es bei meiner Absolventenfeier der Bonner Bürgermeister ausdrückte "Sapere - Aude!" - Habe den Mut Dich Deines Verstand zu bedienen!
Und so begann ich nach einer Möglichkeit zu suchen meinen Job und ein Studium auf einmal zu machen, Erfahrungen mit beidem hatte ich ja schon durch die Selbstfinanzierung des ersten Studiums, und stieß auf die Fernuni Hagen. Ich las Erfahrungsberichte, Flyer, Forenbeitrage etc. und bin schließlich hier gelandet.
Ich werde mich zwar erst zum Sommersemester 2012 für WiWi einschreiben, aber um es damals leichter zu haben, als im Erststudium ("Ich schreib mich mal ein, mal schaun was wird..." uah), fange ich lieber jetzt an mich zu informieren und Kontakte zu knüpfen.

Viele Grüße aus Bonn

Comments

Herzlichen Glückwunsch