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Selbsthilfegruppe Erzähltextanalyse

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Hochmut kommt bekanntermaßen vor dem Fall!

Da hab ich doch milde lächelnd das Einführungsmodul zu den Litwisch.als zweites Modul dieses Semester belegt und dachte, dass ich das auf einer Ar...backe abreißen würde...mich im ersten Kurs fast schon geärgert über den "Peter-Lustig-für-KuWis-Ton" und dann kam das Trio infernale:Stanzel, Petersen und Genette!

Letzerer (bzw. dessen Modell) genießt im Gegensatz zu den beiden anderen, das zweifelhafte Vergnügen bis in mein Zentralhirn vordringen zu können. Stanzel und Petersen haben es gerade mal bis ins Rückenmark geschafft. Ich kann mir augenblicklich noch nicht wirklich vorstellen den Krempel jemals anwenden zu können...
Wie geht es Euch damit?
Lasst uns ne Runde jammern!

schöne Grüße
Angelika

Comments

Angelika,

ich jammere gerne mit, bin aber erstaunt, wie weit die Herren bei dir schon vorgedrungen sind. Bei mir ist es so, dass sie es bis in mein Sprachzentrum geschafft haben. Will heißen: die Namen sagen mir etwas und ich kann sie korrekt aussprechen.:D

Ich hoffe, am kommenden Samstag in Lübeck mehr zu erfahren, weil wir dann den "Sandmann" analysieren wollen.

Bis dahin wünsche ich dir einen guten Rutsch in das neue Jahr.

Ach wie schön, Angelika - ich dachte schon, ich wäre alleine auf weiter Flur mit dem Verständnis der Genette-Theorie.

Eigentlich ist mir das schon klar, worum es geht, aber ich Frage mich, wie denn bitteschön eine Erzähltextanalyse dann aussehen soll (sowas kommt ja dann in der Klausur dran)? Im Grunde kann man die Perspektive doch dann in einem Satz zusammenfassen, oder? Ich kriege einen Text (dieses Semester den Sandmann) - wir gehen mal von einem Ausschnitt aus - und soll bestimmen, ob der Erzähler extradiegetisch-heterodiegetisch-nullfokalisiert etc. ist. Und das war's dann oder wie :confused:?

Fragen über Fragen ... Ich hoffe, ähnlich wie Uli, auf das Prüfungsvorbereitungsseminar bei Prof. Huber in München!

Sandra,

ich habe heute einen Beitrag in Moodle zur Erzähltextanalyse gesehen. René versucht dort, mit Hilfe der Erzähltextanalyse nach Genette, den ersten Brief aus dem Sandmann zu anlysieren. Vielleicht ist das ein guter Ansatz. Leider hatte ich bisher nicht die Zeit, mich intensiver damit zu beschäftigen. [URL="https://moodle.fernuni-hagen.de/mod/forum/discuss.php?d=238764"]Hier[/URL] findest du den Beitrag.

Wenn ich mehr weiß (hoffentlich nach dem 3.1.09), melde ich mich. Ich wünsche dir einen guten Rutsch und ein erfolgreiches und spannendes 2009.

Uliundsandra,

ja, wär toll, wenn Ihr Eure Ergebnisse/ Erfahrungen weitergeben würdet. Ich finds gut, dass wir in Moodle versuchen das zusammen zu erarbeiten, bin mir halt, so wie Sandra nicht sicher, welche Form eine solche Analyse haben soll.

Was René eingestellt hat, sieht schon mal nicht schlecht aus, ich kann mir aber vorstellen, dass man argumentativer vorgehen soll. Also i.S.v. diese und jene Wirkung wird durch den Einsatz von dem Verfahren xyz erzielt.

Wenn ich den Text gelesen habe, machen wir in moodle weiter.

schöne Grüße
Angelika

UliS wrote:

Hallo Sandra,

ich habe heute einen Beitrag in Moodle zur Erzähltextanalyse gesehen. René versucht dort, mit Hilfe der Erzähltextanalyse nach Genette, den ersten Brief aus dem Sandmann zu anlysieren. Vielleicht ist das ein guter Ansatz. Leider hatte ich bisher nicht die Zeit, mich intensiver damit zu beschäftigen. [URL="https://moodle.fernuni-hagen.de/mod/forum/discuss.php?d=238764"]Hier[/URL] findest du den Beitrag.

Wenn ich mehr weiß (hoffentlich nach dem 3.1.09), melde ich mich. Ich wünsche dir einen guten Rutsch und ein erfolgreiches und spannendes 2009.

Danke Uli! Gemeinsam müssten wir das schon hinkriegen. Ich finde es halt grenzwertig, eine Klausuraufgabe zu stellen, die vorher nirgends mal "geübt" werden konnte ...

@Angelika: Ich denke auch, dass wir über die Prüfungsvorbereitungsseminare schlauer werden müssten - das ist bei mir am 16./17.1. in München. Von daher können wir dann das Wissen aus Moodle, München und Lübeck zusammenschmeißen. Dann wird vielleicht ein Schuh daraus :)!

Erstmal einen guten Rutsch Euch allen!

Angelika B. wrote:

ich kann mir aber vorstellen, dass man argumentativer vorgehen soll. Also i.S.v. diese und jene Wirkung wird durch den Einsatz von dem Verfahren xyz erzielt.

Wäre das dann nicht schon wieder eher interpretierend? Das soll es ja, soweit ich verstanden habe, nicht sein! Ach - warten wir ab, was wir an Infos kriegen ...

Theoretisch leuchtet mir ein, was Genette zum Thema sagt. Nur, ob ich das jemals in irgendeiner Form so anwenden kann, dass es für die Klausur reicht, ist im Moment echt fraglich.

Zurzeit befinde ich mich in "Einführung in die Erzähltheorie" von Martinez / Scheffel bei Das "WIE": Darstellung und habe mir mal die "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten" durchgelesen, auf die dort Bezug genommen wird, um das irgendwie nachvollziehen zu können. :confused: Naja, *schaunmermal* Das wird die never-ending-story, das kann ich euch versichern.

Guten Rutsch!

viele-worte wrote:

:confused: Naja, *schaunmermal* Das wird die never-ending-story, das kann ich euch versichern. :)

Ich schätze auch (und das habe ich mir von Anfang an gedacht), dass die Erzähltextanalyse der härteste Brocken sein dürfte ... Aber ich bin da optimistisch - Huber wird's schon richten :)!

vittoriacolonna wrote:

Wäre das dann nicht schon wieder eher interpretierend? Das soll es ja, soweit ich verstanden habe, nicht sein!

Da ich mich ja schon an anderer Stelle mal mit 'Eurem Sandmann' beschäftigt habe und das mit Interesse weiter verfolge, kann ich vielleicht ein bisschen zu dem Problem anmerken:

Man kann durchaus die Wirkung, die eine bestimmte Erzählweise hat, analysieren, ohne den Inhalt des Textes zu interpretieren.

Vielleicht als Analogie: Man kann sich mit der Syntax eines Satzes beschäftigen und 'streift' dabei auch Inhaltliches, beispielsweise Aktiv- oder Passivumformungen oder an welche Stelle des Satzes man einen bestimmten Teil stellt und was sich dadurch ändert, interpretiert aber damit nicht schwerpunktmäßig seine Aussage.

Wenn also Erzähltextanalyse ohne Interpretation gefragt ist, wären z.B. alle Vermutungen darüber, wofür die Augen stehen oder auch die Namen der Personen oder ob Coppelius/Coppola die gleiche Person ist o.ä. fehl am Platz, da das interpretierend ist. Aber zu diskutieren, was durch die spezielle Erzählweise erreicht wird (werden soll), wie es anders sein könnte und was dann damit ausgesagt würde, ist durchaus angebracht, also Überlegungen wie: Wie könnte man die Geschichte anders erzählen (in chronologischer Reihenfolge, ausschließlich in Briefen/Tagebüchern. etc), und was wäre dann anders?

Wenn man also einen Text bekommt, ist natürlich zunächst die Beschreibung der darin vorhandenen Erzählweise wichtig, dann aber auch die Überlegung, wozu diese generell dient, warum sie an dieser Stelle gewählt wurde und was eben eine andere bewirken würde. Dazu kann man dann schon einiges schreiben und so auch sein theoretisches Wissen anbringen und konkret mit Beispielen untermauern (man kann die Textstelle ja z.B. auch mit dem Rest der Geschichte vergleichen; ggf. sogar mit anderen Geschichten, aber das wird im ersten Semester sicher noch nicht verlangt).

Ich hoffe, das hilft ein bisschen - ich will nicht noch mehr verwirren, aber auch nicht zu viel 'vorgeben'...

Finou wrote:

Wenn man also einen Text bekommt, ist natürlich zunächst die Beschreibung der darin vorhandenen Erzählweise wichtig, dann aber auch die Überlegung, wozu diese generell dient, warum sie an dieser Stelle gewählt wurde und was eben eine andere bewirken würde.

Vielen Dank, Finou - meiner Ansicht nach trägst Du hier wirklich nicht zur Verwirrung bei, sondern tust genau das Gegenteil :).

Das Beschreiben ist (für mich zumindest) ein Problem, da ich keine Ahnung habe, wie man das macht. Und im Kursband steht dazu nur lapidar, dass dies zur Propädeutik der literaturwissenschaftlichen Arbeit gehört und daher vorausgesetzt wird. Toll! Da ist man sozusagen "Ersti" für LitWis und kriegt diese Grundlagen nicht vermittelt. Sollte man sich daher ein gewisses Standardwerk zulegen? Und welches wäre das? Hat jemand einen Vorschlag?

Ich bin froh, dass ich nicht alleine bin mit meiner Ahnungslosigkeit. Ich hoffe sehr, dass es vor der Prüfung noch einige praktische Beispiele geben wird, ich kann mir nämlich sonst absolut nicht vorstellen, wie das in der Praxis aussehen soll.:o

Ich weiß nicht, ob es hilfreich ist (oder eher noch verwirrender :confused:), aber den einzigen allgemeinen Hinweis zur Analyse habe ich hier gefunden:

[URL="https://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/einfuehrungsvorlesungen/2002/Strukturale_Erzaehlanalyse.pdf"]https://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/einfuehrungsvorlesungen/2002/Strukturale_Erzaehlanalyse.pdf[/URL]

da steht z.B. folgendes:

2.1 Strukturale Textanalyse
Die strukturale Textanalyse geht davon aus, dass es keine literaturspezifischen Probleme der
Textanalyse gibt, dass also die methodischen Probleme bei Dichtung und Sachtexten gleich
sind. Sie kann folglich auf alle Fächer angewandt werden, die es mit sprachlichen
Äußerungen zu tun haben.
Die Aufgabe der strukturalen Textanalyse besteht in der Rekonstruktion der Bedeutung
eines Textes. Dabei geht es nicht darum zu rekonstruieren, was der Autor oder der Rezipient
gedacht haben mag, sondern was der Text bedeutet. Es geht um intersubjektiv nachweisbare
Bedeutungen.
Prämissen der strukturalen Textanalyse:
a) eine Beschreibungssprache (= eine Menge von intersubjektiv verstehbaren – definierten –
Begriffen)
b) die Kenntnis des jeweiligen historischen Stands der natürlichen Sprache, dessen sich
der Text bedient
c) die Kenntnis des kulturellen Wissens, dessen sich der Text bedient oder von dem er
gegebenenfalls abweicht (= was die Zeitgenossen des Textes sich im Prinzip denken konnten)
Kulturelles Wissen (kW) bezeichnet die Gesamtmenge der Annahmen über die Realität in
der Kultur eines bestimmten Zeitraums (reicht vom Alltagswissen bis zum Wissen der
Theologie, Philosophie, Naturwissenschaften etc., beinhaltet ferner Normen, Geschlechterrollen,
Auffassungen über metaphysische Instanzen etc.).
Eine wissenschaftliche Interpretation im Sinne der strukturalen Textanalyse läuft also auf eine
Rekonstruktion der Bedeutung hinaus, die der Text für einen optimal kompetenten
Zeitgenossen hat. Die Bedeutung ist dann die Gesamtmenge der Folgerungen, die sich aus
der sprachlichen Struktur des Textes unter Zuhilfenahme von kulturellem Wissen ableiten
lassen.\

Ich weiß nicht, ob euch das weiterhilft, aber für den Narratologiekurs in der Literaturwoche wurde folgendes Buch empfohlen:

[URL="https://www.wbg-darmstadt.de/WBGShop/php/Proxy.php?purl=/wbg/products/search/show,151000450,fludernik.html#151000450"]WBG - Shop - Erzähltheorie[/URL]

Man kann auch das Inhaltsverzeichnis aufrufen, das gibt schon einmal einen guten Überblick.

LG Kuni

PS: Das Buch kann auch ganz normal bei Amazon bestellt werden, man muss dafür nicht Mitglied im WBG werden

Off topic: Kuni, bist Du Mitglied der WBG? Antwort vielleicht als PN, damit es nicht hier den Rahmen sprengt!

Kuni,
Danke für den Tipp.
Ich konnte mir das Buch in der Bibliothek ausleihen und finde es wirklich hilfreich. Da es hauptsächlich für Studienanfänger gedacht ist, werden auch viele Grundbegriffe anschaulich erklärt.
Ich kann mir jetzt zumindest annähernd vorstellen, wie eine Erzähltextanalyse aussehen soll. :) ( Betonung liegt auf 'annähernd', so ganz klar ist mir das noch immer nicht :rolleyes: )

Ich denke aber, dass es zu schaffen ist :)

Laumee

vittoriacolonna wrote:

Off topic: Kuni, bist Du Mitglied der WBG? Antwort vielleicht als PN, damit es nicht hier den Rahmen sprengt!

Was ist denn die WBG?

Angelika B. wrote:

Was ist denn die WBG? :(

:guckstduh[URL="https://www.wbg-darmstadt.de/"]https://www.wbg-darmstadt.de[/URL]

Ja Danke - soweit war ich schon:o.
Ich habe dem Posting von Frau Collonna eine gewisse Skepsis gegenüber der Institution entnommen - zu Unrecht?

Ich danke für Aufklärung

Hm, vielleicht ist 'eine gewisse Skepsis gegenüber der Institution' nicht ganz unangebracht, aber weiter wollte ich mich hier nicht dazu äußern, daher der neutrale Hinweis auf die Website als Einladung zu eigener Recherche... ;)

Die Qualität des genannten Buches betrifft das aber nicht unbedingt, nur zur Klarstellung - und offensichtlich kann man das ja auch ausleihen!

Ich habe auf der Suche nach was völlig anderem zufällig den Link hier entdeckt - ich bin ja mittlerweile auch auf Sandmann gepeilt und dann springt einem sowas ins Auge! ;) Gelesen habe ich das selber nicht, weiß also auch nicht, ob es gut ist; mir war nur aufgefallen, dass einige der Namen, die Ihr aus den Skripten erwähnt hattet, hier wohl auch vorkommen (vielleicht kennt Ihr den Link auch schon):

[URL="https://www.uni-leipzig.de/%7Egerm/mitarb/lehre/dok/stock_2007_WiSe08_romantik_Sandmann-Thesenpapier_subjektiv_objektiv2.doc"]https://www.uni-leipzig.de/~germ/mitarb/lehre/dok/stock_2007_WiSe08_romantik_Sandmann-Thesenpapier_subjektiv_objektiv2.doc[/URL]

So, und jetzt suche ich mal weiter nach dem, was ich eigentlich finden wollte...

Finou wrote:

Ich habe auf der Suche nach was völlig anderem zufällig den Link hier entdeckt - ich bin ja mittlerweile auch auf Sandmann gepeilt und dann springt einem sowas ins Auge! ;) Gelesen habe ich das selber nicht, weiß also auch nicht, ob es gut ist; mir war nur aufgefallen, dass einige der Namen, die Ihr aus den Skripten erwähnt hattet, hier wohl auch vorkommen (vielleicht kennt Ihr den Link auch schon):

[URL="https://www.studienservice.de/www.uni-leipzig.de/%7Egerm/mitarb/lehre/dok/stock_2007_WiSe08_romantik_Sandmann-Thesenpapier_subjektiv_objektiv2.doc"]www.uni-leipzig.de/~germ/mitarb/lehre/dok/stock_2007_WiSe08_romantik_Sandmann-Thesenpapier_subjektiv_objektiv2.doc[/URL]

So, und jetzt suche ich mal weiter nach dem, was ich eigentlich finden wollte... :)

Bei mir klappt der Link nicht!:confused

@UliS
nimm einfach, wenn der link aufgeht, das [url]www.studienservice.de[/url] aus der adresse raus...dann müsste es funktionieren...

bienebeee wrote:

@UliS
nimm einfach, wenn der link aufgeht, das [URL="https://www.studienservice.de"]www.studienservice.de[/URL] aus der adresse raus...dann müsste es funktionieren... :)

So ist es.

UliS wrote:

Bei mir klappt der Link nicht!:confused:

Tut mir leid - ich habe es eigentlich so eingefügt wie immer... :confused: Zugegeben habe ich es nicht getestet, sondern nur schnell hier 'abgeliefert' und mich mich mit meinem Surfbrett umgedreht! :o Gemeinerweise sah der Link ja auch völlig okay aus!

Na ja, Hauptsache, es geht jetzt, habe es repariert!

Ich habe mir den Link von Finou mal angesehen. Es handelt sich um eine Zusammenfassung der Sandmann-Erzählung. Für die Erzähltextanalyse eignet es sich nicht.

UliS wrote:

Ich habe mir den Link von Finou mal angesehen. Es handelt sich um eine Zusammenfassung der Sandmann-Erzählung. Für die Erzähltextanalyse eignet es sich nicht.

Hallo Uli,
es soll wohl eine solche sein....:runzel: ich finds auch nicht besonders gelungen. Die Inhaltsangabe mutet eher an, wie eine Nacherzählung, z.T. sind ganze Textpassagen aus den Reclambüchern zur Textanalyse übernommen worden und einige Aussagen stimmen einfach nicht. Ich denke, dass dieser Text mit Vorsicht zu genießen ist.
Dennoch hat man mal gesehen, wie so etwas aussehen könnte...

Hat hier jemand ne Idee, wie man an eine Muster Erzähltextanalyse kommt, um mal die Form zu sehen, in der ein solcher Text verfasst werden soll?
Ich hab in Moodle auch schon Frau Igl gefragt.

schöne Grüße
Angelika

Angelika B. wrote:

Hat hier jemand ne Idee, wie man an eine Muster Erzähltextanalyse kommt, um mal die Form zu sehen, in der ein solcher Text verfasst werden soll?

Ja - das wäre wirklich hilfreich! Ich habe im Netz recherchiert, aber leider nirgends etwas gefunden. Ich finde es immer noch leicht ärgerlich, dass dies von der Fernuni als Propädeutik vorausgesetzt wird ...

Ach so, Angelika - das mit der WBG hatte mich nur "neutral" interessiert. Weil die Bücher dort um einiges günstiger angeboten werden :)!

vittoriacolonna wrote:

Ja - das wäre wirklich hilfreich! Ich habe im Netz recherchiert, aber leider nirgends etwas gefunden. Ich finde es immer noch leicht ärgerlich, dass dies von der Fernuni als Propädeutik vorausgesetzt wird ...

Ach so, Angelika - das mit der WBG hatte mich nur "neutral" interessiert. Weil die Bücher dort um einiges günstiger angeboten werden :)!

Hallo Sandra,
ja, Finou hat mich schon per P.N. über die Sache mit dem WBG aufgeklärt...

Das mit der Textanalyse ist im Prinzip ja auch Oberstufenstoff. Eigentlich sollten wir das drauf haben, bzw uns mithilfe des Kursmaterials erarbeiten können. Mir scheint aber, dass -so steht es jedenfalls in meinen Reclamerläuterungen, gerade der Sandmann ein Text ist, der wirklich schwer zu fassen ist und "die Sandmannauslegung zu einer literaturwissenschaftlichen Sonderdisziplin eskalieren lässt"...*Schluck*

Naja, aber wie sagt mein Freund Stromberg immer so hübsch: Das Leben ist kein Ponyhof!
Also lasst uns reinhauen. Mich bringt die Diskussion in moodle schon ein bisschen weiter.

schöne Grüße
Angelika

Angelika B. wrote:

Mich bringt die Diskussion in moodle schon ein bisschen weiter.

schöne Grüße
Angelika

Das würde ich auch gerne sagen können, komme aber zur Zeit nicht in Moodle rein.

*für die Sandmänner und -frauen, 17.1.2009 im Deutschlandfunk*

00:05 Uhr
[URL="https://www.dradio.de/dlf/sendungen/hoerspiel/"]Mitternachtskrimi[/URL]
Wirklichkeit unmöglich machen -
ein romantisches Projekt
Der Sandmann
Von E.T.A. Hoffmann
Mit Christian Brückner
Ursendung
Deutschlandfunk 2009
Länge: ca. 54'
[URL="https://www.dradio.de/dlf/programmtipp/hoerspiel/875037/"]Der Sandmann[/URL]

Hörspiel 17.01.2009 · 00:05 Uhr

	  			\[URL="https://www.dradio.de/dlf/sendungen/hoerspiel/875037/bilder/image\_main/"\] 				\[IMG\]https://www.dradio.de/images/26417/landscape/133,0/\[/IMG\] 			\[/URL\] 			Die Sonne geht nach einer kalten Nacht auf. (Bild: AP)  		\
	 		 			**Der Sandmann**

		**Wirklichkeit unmöglich machen - ein romantisches Projekt**

		**Von E.T.A. Hoffmann**

		 "Nachtstücke./ Herausgegeben / vom Verfasser der Fantasiestücke in / Callots Manir/ Der Sandmann / d. 16. Novbr. 1815 Nachts 1 Uhr" Mit diesem Vermerk versah E.T.A. Hoffmann die erste Niederschrift seiner Erzählung, die in der Tradition des Kunstmärchens der Schwarzen Romantik steht: Der Student Nathanael schildert in einem Brief an seinen Freund Lothar die Begegnung mit dem Wetterglashändlers Coppola, in dem er eine Schreckensgestalt seiner Kindheit wiederzuerkennen glaubt, den Advokaten Coppelius. 

Dieser tauchte stets nur zur Schlafenszeit bei Nathanaels Vater auf, sodass der Junge Coppelius mit dem Sandmann in Verbindung brachte, einem Monster, das Kindern die Augen ausreißt. Vor allem macht Nathanael den fürchterlichen Coppelius dafür verantwortlich, dass der Vater bei einem ihrer nebulösen Experimente zu Tode kam. Dieses Kindheitstrauma wirkt auch nun noch in Nathanael fort. Doch niemand versteht ihn - außer Olimpia, der artigen Tochter des Physikers Spalanzani, mit der es allerdings eine besondere Bewandtnis hat.

E.T.A. Hoffmann (1776-1822) war Kammergerichtsrat in Berlin, Posen und Warschau, Schriftsteller ("Die Serapionsbrüder") und Musikus ("Undine").

Darsteller:
Christian Brückner
Produktion:
Deutschlandfunk 2009
Länge: ca. 54'

@Uli: Du warst doch am 3.01. in Lübeck zum Thema 'Erzähltextanalyse'.

Hat der Prof. denn da nicht irgendwas Erhellendes zum Thema Analyse + Klausur von sich gegeben? Abgesehen davon, dass der Herr Genette ein harter Brocken ist...:(

Ratlose Grüße
Sigrid

Ja, Uli, das interessiert mich auch sehr.
Gibt es brauchbare Infos von Deinem Seminar?

Viele liebe Grüße
Lucky
:winke

@balina: Vielen Dank für deinen Hinweis. Es ist schon toll, was du da immer so "ausgräbst".
@bradbury & luckyyy: Stimmt, ich war bei dem Seminar in Lübeck und warte jetzt auf die PDF-Zusammenfassung von unserem Professor aus Rostock. Ich habe deshalb sehr wenig mitgeschrieben. Er geht davon aus, dass wir eine Textanalyse nach Genette machen müssen. Weiter denkt er, dass wir vielleicht 2 Textauszüge bekommen, um möglichst viele Analysepunkte abdecken zu können.

Es gibt keine "Musteranalyse". Wir sind so vorgegangen, dass wir uns die Kategorien (und Unterkategorien) von Genette angeschaut und dann im Erzähltext Beispiele gesucht haben. Und eigentlich ist auch das nicht ganz richtig: Der Prof. hat diese Beispiele genannt. Da wir aber nicht wissen, welche Textauszüge wir bekommen, ist es ziemlich schwierig.

Wir sind in dem etwas über 4 Stunden dauernden Seminar auch nicht fertig geworden. Die Ebenen des Erzählens (nach Genette) sollen erst am 14.2. behandelt werden.

Ich bin irgendwie ratlos aus Lübeck weggefahren, warte auf die PDF-Dateien und lese zum wiederholten Male den Sandmann, denn eines ist klar: Der Inhalt muss sitzen.

Uli,

:danke: das sind doch schon mal einige konkret anmutende ;) Infos!
Ich werde den Sandmann jetzt lesen bis ich ihn auswendig kann (3x hab' ich schon :D)

Würdest du uns gesammelten, verzweifelten L1ern die PDF des Profs über Mail zukommen lassen? Ich, für mein Teil, wäre dir echt dankbar für jede greifbare Information!!!!

LG Sigrid

Angelika B. wrote:

Das mit der Textanalyse ist im Prinzip ja auch Oberstufenstoff. Eigentlich sollten wir das drauf haben, bzw uns mithilfe des Kursmaterials erarbeiten können. Mir scheint aber, dass -so steht es jedenfalls in meinen Reclamerläuterungen, gerade der Sandmann ein Text ist, der wirklich schwer zu fassen ist und "die Sandmannauslegung zu einer literaturwissenschaftlichen Sonderdisziplin eskalieren lässt"...*Schluck*

Leider war das bei mir aber nicht der Fall - ich habe ja "nur" FH-Reife und die habe ich über das Telekolleg gemacht. Dahinter liegt zwar der bayerische Lehrplan, aber so etwas haben wir nicht gemacht. Dumm gelaufen ... naja, muss ich doch den Scheffel lesen. Vielleicht schreibe ich auch mal an die netten Profs Huber/Pethes - die haben doch sicher sowas zu Hauf rumliegen, was uns als Beispiel dienen könnte ...

vittoriacolonna wrote:

Vielleicht schreibe ich auch mal an die netten Profs Huber/Pethes - die haben doch sicher sowas zu Hauf rumliegen, was uns als Beispiel dienen könnte ...

Wenn sie es denn rausrücken...:fiesgrins

Noch ein Link zur Erzähltextanalyse, dies ist eine Online-Vorlesung. Auch die habe ich mir nicht angesehen; ob sie Euch weiterbringt, müsst Ihr selbst sehen... [URL="https://timms.uni-tuebingen.de/List/List01.aspx?rpattern=UT_200%5B89%5D_____00%5B12%5D_ndlws2008_000_"]https://timms.uni-tuebingen.de/List/List01.aspx?rpattern=UT_200[89]_____00[12]_ndlws2008_000_[/URL]

Es gibt an der Uni Tübingen auch andere Online-Vorlesungen (ich gucke da auch welche, daher komme ich drauf), auch zu Literatur, u.a. auch auf Englisch, falls das nicht stört; also vielleicht einfach mal durchgucken (sobald man oben auf timms klickt, kommt man auf die Gesamtübersicht).

Ansonsten kann ich als Tipp nur noch anbieten, Euch mal eine Textstelle zu nehmen - ob aus dem Sandmann oder irgendeinem anderen Buch - und es daran einfach zu üben, Ihr könnt Euch dann ja untereinander austauschen. Natürlich hätte man dabei gerne ein offizielles Feedback (ich weiß nicht, in wieweit das bei Euch angeboten ist), aber 'Musterlösungen' o.ä. gibt es zu so etwas einfach nicht... ;)

Viel Glück!

Finou wrote:

Noch ein Link zur Erzähltextanalyse, dies ist eine Online-Vorlesung. Auch die habe ich mir nicht angesehen; ob sie Euch weiterbringt, müsst Ihr selbst sehen... [URL="https://timms.uni-tuebingen.de/List/List01.aspx?rpattern=UT_200%5B89%5D_____00%5B12%5D_ndlws2008_000_"]https://timms.uni-tuebingen.de/List/List01.aspx?rpattern=UT_200[89]_____00[12]_ndlws2008_000_[/URL]

Es gibt an der Uni Tübingen auch andere Online-Vorlesungen (ich gucke da auch welche, daher komme ich drauf), auch zu Literatur, u.a. auch auf Englisch, falls das nicht stört; also vielleicht einfach mal durchgucken (sobald man oben auf timms klickt, kommt man auf die Gesamtübersicht).

Ansonsten kann ich als Tipp nur noch anbieten, Euch mal eine Textstelle zu nehmen - ob aus dem Sandmann oder irgendeinem anderen Buch - und es daran einfach zu üben, Ihr könnt Euch dann ja untereinander austauschen. Natürlich hätte man dabei gerne ein offizielles Feedback (ich weiß nicht, in wieweit das bei Euch angeboten ist), aber 'Musterlösungen' o.ä. gibt es zu so etwas einfach nicht... ;)

Viel Glück!

Danke, Finou - jeder Strohhalm hilft ... Aber irgendjemand auf dieser Welt muss doch sowas schon mal gemacht haben. Es geht ja nicht um eine Musterlösung, sondern darum, dass man einen Eindruck bekommt, wie und was man dazu schreiben hat. Mehr wollen wir ja gar nicht :). Mit sind die Begrifflichkeiten einigermaßen klar, aber wie bringt man das in eine richtige Form? Wo bringt man Beispiele? Muss man den Text vorher zusammenfassen? Fragen über Fragen ...

vittoriacolonna wrote:

Danke, Finou - jeder Strohhalm hilft ... Aber irgendjemand auf dieser Welt muss doch sowas schon mal gemacht haben. Es geht ja nicht um eine Musterlösung, sondern darum, dass man einen Eindruck bekommt, wie und was man dazu schreiben hat. Mehr wollen wir ja gar nicht :). Mit sind die Begrifflichkeiten einigermaßen klar, aber wie bringt man das in eine richtige Form? Wo bringt man Beispiele? Muss man den Text vorher zusammenfassen? Fragen über Fragen ...

Hm, ich tue mich etwas schwer damit, zu konkret zu werden... ;) Ich kenne zunächst mal ja Euer Skript nicht, an das Ihr Euch ja irgendwie halten solltet, und speziell zu Genette usw. habe ich nie was gemacht (mir ist GeGe in meinem Studium nicht begegnet, auch in meinem Bekanntenkreis hat sich keiner der Germanisten oder sonstigen Literaturwissenschaftler mit ihm auseinandergesetzt).

Und dann gibt es eben nicht eine richtige Form, das zu machen - und für sich eine zu finden ist eben dann genau die Leistung, die dort verlangt wird... Man kann auch erst mal ganz kurz den Text oder auch die Gesamtgeschichte zusammenfassen, wenn einem das selbst auch hilft - ich würde es nicht unbedingt tun, da verzettelt man sich schnell ins Nacherzählen, und eigentlich wird bei der Analyse der Text als bekannt vorausgesetzt. Es geht nicht darum zu zeigen, dass man den Sandmann auswendig kann... :) Aber wohl, dass man den Inhalt grundsätzlich kennt und um die unterschiedliche Erzählperspektive weiß - denn darum hat man Euch ja den zu behandelnden Text vorgegeben, ansonsten könntet Ihr ja auch eine ganz unbekannte Textstelle bekommen.

Die Beispiele - auch das geht unterschiedlich. Man könnte also zunächst erst mal alle passenden theoretischen Aspekte beschreiben und dann nachher konkret auf den Text eingehen, man kann das aber auch immer für jeden einzelnen Aspekt machen (also z.B. wenn der Text in der Ich-Erzähler-Perspektive ist, kann man erst mal schreiben, wozu die gebraucht wird oder was sie bewirkt im Gegensatz zu auktorialer Darstellung und dann nachher konkret auf den Text eingehen und sehen, was davon hierauf passt und wie; dann den nächsten Aspekt behandeln - was weiß ich, Analepsen oder was auch immer - und dazu die Beispiele suchen, oder man geht durch den Text und 'hangelt' sich so weiter, oder man beschreibt erst alles theoretisch und dann konkret, oder...).

Alles hat Vor- und Nachteile, und es ist eher eine Frage, mit welcher Art man selbst am besten zurecht kommt, ohne was zu vergessen, ohne sich zu verzetteln, ohne in Zeitnot zu geraten etc. Wichtig ist, dass es ein strukturierter Text ist und man nicht hin und her springt, dass alles abgedeckt ist, dass man es vernünftig belegt und begründet usw. Deshalb eben der Tipp, das mal für sich zu üben an einem Text - also wirklich ganz einfach mal machen und sich überwinden, wenn der erste Versuch nicht so toll ist, ist es ja egal (ist ja noch nicht die Klausur), und es dann ggf. jemanden anders lesen lassen und darüber diskutieren. Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn Ihr das mal mit einem ganz anderen Text macht als dem Sandmann, um Euch da nicht zu sehr von der Geschichte an sich beeinflussen zu lassen...

Es ist halt etwas schwierig - da fehlt natürlich ein Seminar, in dem man sowas mal zusammen erarbeitet an einem Beispiel, ich kann das schon nachvollziehen!

Ich bin auch deswegen so skeptisch 'Mustertexten' gegenüber, weil ich immer wieder erlebt habe, dass sich Leute dann viel zu sehr daran klammern und es genauso auch machen wollen, das geht meist schief! Und mit individuellem Text punktet man auch eher in der Klausur, kein Prüfer mag 20 Mal das Gleiche lesen, selbst wenn es wirklich gut wäre...

Finou wrote:

Es ist halt etwas schwierig - da fehlt natürlich ein Seminar, in dem man sowas mal zusammen erarbeitet an einem Beispiel, ich kann das schon nachvollziehen!

Ich bin auch deswegen so skeptisch 'Mustertexten' gegenüber, weil ich immer wieder erlebt habe, dass sich Leute dann viel zu sehr daran klammern und es genauso auch machen wollen, das geht meist schief! Und mit individuellem Text punktet man auch eher in der Klausur, kein Prüfer mag 20 Mal das Gleiche lesen, selbst wenn es wirklich gut wäre... ;)

Das stimmt wohl, daher hoffe ich auf das Prüfungsvorbereitungsseminar in München am 16./17.1. Ich habe jetzt mal eine Anfrage an die Profs gerichtet - mal sehen, was sie mir antworten, ich werde es Euch dann wissen lassen!

"Musterlösung" wäre ja wirklich nur wegen der äußeren Form interessant ... inhaltlich muss man schon individuell arbeiten, ist ja schließlich 'ne Uni hier :D!

vittoriacolonna wrote:

"Musterlösung" wäre ja wirklich nur wegen der äußeren Form interessant

Äußerliche Form - ich weiß nicht, wie lange Ihr an dieser Analyse schreiben sollt, aber grundsätzlich gilt hierbei wohl immer die 'Essay-Form': Einleitung, Hauptteil, Schluss. Das wusstet Ihr vermutlich schon selbst - aber ich denke nicht, dass man da mehr zu sagen kann! :p Wie gesagt, ob Ihr in der Einleitung alle theoretisch möglichen Erzählperspektiven - um ein Beispiel zu nennen - erwähnt und dann darauf eingeht, welche hier vorliegt, oder ob Ihr in der Einleitung schreibt, welche hier konkret vorliegt und dann erst später darauf eingeht, was noch möglich wäre, oder ob Ihr in der Einleitung schreibt, was alles im Sandmann an Erzählperspektive vorkommt und dann die Textstelle speziell betrachtet, ist dann wieder Euch überlassen...

Ich habe noch folgenden Link zum Thema anzubieten (wird im Buch 'Einführung in die Erzähltheorie' von Fludernik empfohlen).
Neben einem ausführlichen Überblick gibt es auch eine Beispielanalyse.
Das ganze ist zwar komplett in English, aber ich finde es trotzdem ganz hilfreich :)

[url=https://www.uni-koeln.de/~ame02/pppn.htm#N2]Jahn: PPP/Narratology[/url]

(einfach ganz nach oben scrollen, da gibt es einen Index)

Laumee

Für alle, die es noch nicht gesehen haben:
Frau Igl hat in Moodle (im Forum zu 03533) genauere Hinweise zur äußeren Form der in der Klausur geforderten Textanalyse gegeben.

Laumee wrote:

Für alle, die es noch nicht gesehen haben: Frau Igl hat in Moodle (im Forum zu 03533) genauere Hinweise zur äußeren Form der in der Klausur geforderten Textanalyse gegeben.:):):):)

Danke für die Info - ich habe inzwischen auch Antwort von Prof. Pethes. Zunächst mal, zum besseren Verständnis, meine Frage (gekürzt um die Eingangs- und Ausgangssätze meiner Mail ;)):

"Ich wende mich heute mit einer Frage an Sie, die mich und einige Mitstudierende beschäftigt. Es geht um die Klausuraufgabenstellung der Erzähltextanalyse. Wir gehen davon aus, dass diese in der Prüfung nach Genette erfolgen soll. Die Begriffe sind mir klar, die Struktur auch. Ich weiß allerdings nicht, in welcher Form man die Erzähltextanalyse abfassen muss! Der Kursband enthält dazu nichts, soviel ich gelesen habe, wird die im Rahmen der Erzähltextanalyse zu erfolgende Beschreibung als Propädeutik der LitWis vorausgesetzt. Leider bin damit nicht vertraut und Frage mich nun, woher ich Informationen bekommen kann, wie die äußere Form aussehen muss. Meine Recherche im Internet blieb diesbezüglich bisher erfolglos, daher wende ich mich heute hilfesuchend an Sie, in der Hoffnung, dass Sie mir weiterhelfen können.

Gibt es eine Art "Muster" welches Sie mir bzw. meinen Mitstudierenden zur Verfügung stellen und anhand dessen wir uns sozusagen "entlang hangeln" könnten? Oder wird die verlangte Form während des Prüfungsvorbereitungsseminars in München am 16./17.1.09 besprochen?"


So - und nun die Antwort:

*"Was Ihre Frage angeht, so sind Sie, wenn ich Ihre Mail recht lese, voll und ganz auf dem richtigen Weg. Lernziel von Kurs 3533 ist ja zunächst einmal, daß die erzähltheoretischen Konzepte und Strukturen nachvollzogen werde. Die Klausuraufgabe einer Erzähltextanalyse dient dann der Überprüfung dieser Kenntnisse in einem exemplarischen Anwendungsfall. [COLOR=red]Das heißt, daß erwartet wird, daß Sie die in der Ihnen vorgelegten Textstelle angewendeten Erzähltechniken identifizieren und zutreffend benennen.
[/COLOR]
Daß Sie hierzu kein 'Muster' finden können, liegt daran, daß in der konkreten literaturwissenschaftlichen Praxis kaum je eine solche 'reine' Erzhltextanalyse vorkommt -vielmehr sind die narratologischen Analysen stets in einen problembezogenen Fragehorizont eingebunden und also mit dem Geschäft der Deutung verbunden (oder anders formuliert: an die Identifikation von Erzähltechniken schließt unweigerlich die Frage nach der Funktion einer solchen Technik an). Das belegt ja nicht zuletzt die von uns als Anwendungsbeispiel gedachte narratologische Analyse des "Verbrecher aus Infamie" im letzten Kapitel des Kursbandes.

[COLOR=red]Den genauen Erwartungshorizont werden Sie aber in der Tat beim Seminar in München besprechen und die Umsetzung dort auch noch einmal einüben."[/COLOR]*

Ich habe jetzt nochmal bezüglich Genette nachgefragt - Frau Igl schreibt ja nur von Genette. Vielleicht brauchen wir Stanzel/Petersen nicht (wobei sich das Wissen darum ja fast von selbst ergibt :)). Wenn ich das habe, stelle ich es hier noch rein!

Sandra, du bist ein Schatz:knuddel:!

Sandra :)

vielen herzlichen Dank für diese wertvollen Infos. Super, dass Du Dich darum gekümmert hast. [IMG]https://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/g015.gif[/IMG]

Ich will ja nicht kniefieselig sein, aber Herr Pethes scheint die Funktion der Erzähltechniken auszuklammern, Frau Igls Aussage dazu war eine andere.......?

Dann werden wir mal sehen, was wir in München noch Weiteres zu hören bekommen, bis spätestens dahin und liebe Grüße

Lucky
:winke

Luckyyy wrote:

Ich will ja nicht kniefieselig sein, aber Herr Pethes scheint die Funktion der Erzähltechniken auszuklammern, Frau Igls Aussage dazu war eine andere.......?

Dann werden wir mal sehen, was wir in München noch Weiteres zu hören bekommen, bis spätestens dahin und liebe Grüße

Lucky
:winke:

Diesbezüglich kommt vielleicht noch was mit meiner zweiten Anfrage hinsichtlich Genette ... mal sehen!

So, nun habe ich auch die Antworten auf meine beiden weiteren Fragen, welche lauteten (wiederum "bereinigt" um die Eingangs- und Ausgangssätze meiner Mail):

"Ich wüsste nun gerne noch, zum besseren Verständnis, ob beim Benennen der Erzähltechniken die Terminologie Genettes heranzuziehen ist oder auch die von Stanzel/Petersen?

Und heißt "Benennen" tatsächlich nur - abhängig von der vorgelegten Textstelle - eine Antwort im Rahmen von "Bei dieser Textstelle agiert eine extradiegetisch-heterodiegetischen Erzählinstanz, die eine nullfokalisierte Perspektive einnimmt"? Oder sollen vielmehr, um mit Genettes Erzähltheorie zu sprechen, die jeweiligen Kategorien Zeit, Modus und Stimme einzeln aufgelistet werden?"

Und hier nun die Antwort von Prof. Pethes:

"Hinsichtlich der Terminologie ist v.a. Einheitlichkeit wichtig, d.h., Stanzel/Petersen sind nicht 'verboten'. [COLOR=red]Allerdings sprechen ja gute Gründe für die revidierte genettesche Terminologie, weswegen wir diese intern
vorziehen [/COLOR]-- im vollen Bewußtsein der Stilblüten, die man damit mitunter produziert. Dennoch: [COLOR=red]Für den Aufgabenteil "Benennen" spricht nichts dagegen, eine Bestimmung wie die von Ihnen angeführte zu wählen, denn sie ist immerhin präzise.[/COLOR] Wichtig wird aber v.a. sein

a) innerhalb der Textstelle ggfs. [COLOR=red]Erzählstimmenwechsel[/COLOR] zu identifizieren
b) die Kategorien [COLOR=red]Zeit und Modus[/COLOR] da mitzuberücksichtigen, wo sie eine Rolle spielen.

D.h. mit anderen Worten: [COLOR=red]Alles, was Ihnen aufgrund der Kategorien in Kurs 3532 bzw. Martinez/Scheffel auffällt, sollten Sie auch benennen[/COLOR]!"

So - das war's auch schon. Ich finde das sehr erhellend - ich hoffe, Ihr auch!

Super Sandra,

herzlichen Dank! Das hilft wirklich enorm weiter.

[img]https://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/g015.gif[/img]

Viele liebe Grüße
Lucky
:winke

Ganz herzlichen Dank, Sandra! Schaut mal in eure Emailordner!

Sandra, ich finde das auch Erhellend - vielen Dank für die Information. Auch an Uli vielen Dank:)

Vielleicht gibt es so ja auch noch Hoffnung sogar für mich...
LG
trollkjerring

Auch von mir herzlichen Dank an Sandra + Uli!

Vielen Dank an Uli und Sandra!

Herzliche Grüße

Ja, von mir auch herzlichen Dank!
das hört sich doch mal ganz gut an!
Ich schiebe schon latent Panik, weil ich gerade mal die Hälfte des Materials gelesen habe. Vertiefend gelernt hab ich noch so gut wie nichts.

Werd mir jetzt mal nen Plan entwerfen, wie ich die Restzeit nutzen werde...es wird ganz schön knapp für mich :runzel:

Angelika

Habe hier noch einen [URL="https://www.li-go.de/definitionsansicht/prosa/erzaehltextanalyse.html"]Link[/URL] entdeckt, der zwar die Begriffe auch nicht anders erklärt, dafür aber eine Menge literarische Textbeispiele dazu enthält, woran man die einzelnen Aspekte der Erzähltextanalyse fest machen bzw. erkennen kann!

Angelika B. wrote:


Ich schiebe schon latent Panik, weil ich gerade mal die Hälfte des Materials gelesen habe. Vertiefend gelernt hab ich noch so gut wie nichts.\

Wow, endlich einmal jemand mit dem gleichen Problem wie ich es habe [URL="https://webkatalog.snukk.de"][IMG]https://www.smilies-smilies.de/smilies/angst_smilies/angst14.gif[/IMG][/URL]. So langsam schiebe ich auch Panik. Das habe ich nun von meinem Wesen, alles bis auf die letzte Minute herauszuschieben. [URL="https://webkatalog.snukk.de"][IMG]https://www.smilies-smilies.de/smilies/angst_smilies/panic.GIF[/IMG][/URL]

Liebe Grüße aus Ungarn. Sabine

Ich drücke Euch allen die Daumen, dass Ihr alles gut schafft. Ich kann mich ja noch nicht aktiv beteiligen, aber verfolge dennoch eine Menge. Im nächsten Semester bin ich dann bei L1 dabei.

LG Verena

Ein kleiner Test für Textanalytiker!

[URL="https://www.li-go.de/definitionsansicht/test.html"]Online-Tests[/URL]

übrigens hat uns Frau Ebeling diese Seite ausdrücklich empfohlen

gangstersparadise wrote:

ein kleiner Test für Textanalytiker!

Super Seite! Wenn man das beantworten kann, ist man gut vorbereitet :).

Lerngruppe?

Hallo,
die PV in Hagen war ein Schnelldurchlauf durch alle Kursbände. Ich war ein wenig erschrocken darüber, dass die Klausur so ganz anders gestaltet war, als die bisherigen. Ging es früher in den Fragen eher darum große Zusammenhänge herleiten zu können, wird nun Detailwissen punktuell abgefragt. Ich denke, zwar- ähnlich wie Sandra, dass das Ganze machbar ist, jedoch finde ich ich in Anbetracht der Breite des Stoffes die Klausurstellung ganz schön heftig.
Frau Gretz stellte bei der Veranstaltung selber fest, dass die Inhalte sehr komprimiert vermittelt werden und es mutet ein bisschen wie Lotto spielen an aus dem Wust von Informationen die richtigen Details zu lernen.
Naja nützt ja alles nix, müssen wir durch.

Ich fand die Gruppenarbeit zur Erzähltextanalyse zum Schluss hin dann doch noch ganz hilfreich.
Obwohl ich immer ein Weilchen brauche, um mich in den Hoffmanntexten zu orientieren, habe ich nun eine vage Vorstellung davon, was erwartet wird.

Wer hätte denn Lust so eine Art Lerngruppe zu bilden, ähnlich wie im Seminar. Also wir teilen den Text auf, jeder bearbeitet seinen Teil und wir diskutieren dann die Analysevorschläge. Wir könnten das entweder über private e-mails machen oder eine feste Lerngruppe im Studi -VZ bilden (oder geht das hier auch?)

schöne Grüße
Angelika

Angelika B. wrote:

Wer hätte denn Lust so eine Art Lerngruppe zu bilden, ähnlich wie im Seminar. Also wir teilen den Text auf, jeder bearbeitet seinen Teil und wir diskutieren dann die Analysevorschläge. Wir könnten das entweder über private e-mails machen oder eine feste Lerngruppe im Studi -VZ bilden (oder geht das hier auch?)

Meinst Du die Analyse des Beispieltextes "Der goldene Topf", der bei der PV genutzt wurde? Könnte man auch hier machen, brauchen dafür ja nur einen neuen Thread eröffnen:).

Angelika B. wrote:

Frau Gretz stellte bei der Veranstaltung selber fest, dass die Inhalte sehr komprimiert vermittelt werden und es mutet ein bisschen wie Lotto spielen an aus dem Wust von Informationen die richtigen Details zu lernen.

Prof. Huber meinte zum Thema Glossar, dass auf jeden Fall was zur Editionswissenschaft kommt und auch wohl zur Rhetorik. Darauf werde ich mich mal konzentrieren. Es wird NICHTS zur Poetik gefragt (also diese Reimformen etc.), weil das nicht Bestandteil des Glossars ist.

Und der Teil des Glossars zur Erzähltextanalyse ist ja eigentlich schon gelernt, wenn man das Thema intensiv bearbeitet hat (was ja zwingend ist, um die Klausuraufgabe lösen zu können).

Bleibt noch, sich einen Überblick über die Kernthesen der Literaturtheorien zu verschaffen und das war's dann.

Wenn darüber hinaus was kommt, habe ich dann halt die Punkte versemmelt ... Kann ich mit leben - wenn es auf zwölf Fragen des ersten Teils der Klausur insgesamt 20 Punkte gibt, ist das ja wohl nicht soooo wild :)!

vittoriacolonna wrote:

Meinst Du die Analyse des Beispieltextes "Der goldene Topf", der bei der PV genutzt wurde? Könnte man auch hier machen, brauchen dafür ja nur einen neuen Thread eröffnen:).

Nein, ich meine den "Sandmann". Und ich würde das gerne auf eine Gruppe von Leuten beschränken, die gemeinsam daran arbeiten wollen. Muss aber nicht.

schöne Grüße
Angelika

hab mir heute auch mal (nachdem ich den kurs zur erzähltheorie vor zwei monaten schon mal überblicksmäßig durchgearbeitet hatte) das modell von genette intensiv angeeignet und es ist mir auch sehr einleuchtend, muss ich sagen...
jetzt grad wollt ich dieses quiz machen, wovon sandra hier den link reingestellt hat, das is wirklcih gut, allerdings war die seite dann überlastet und ich hab außerdem festgestellt, dass ich ziemlich schlecht war! :)
naja, ich bin prinzipiell keiner der wegen tests oder klausuren oder ähnlichem in verzweiflung ausbricht, aber ich denke, dass ich auch schon sehr spät dran bin.
wie geht ihr jetzt weiter vor? hat jetzt schon irgendwer eine "vollständige" erzähltextanalyse irgendwo parat, damit ich mir sowas mal ansehen könnte?
das wär spitze!

Was hat euch auf diesen präsenzveranstaltungen bzw. klausurvorbereitungen geholfen??? hat da irgendwer von euch hilfreiches material? ich war leider auf keiner von diesen!!!

Ja, wir haben in Gruppenarbeit einen anderen Text von Hofmann ananlysiert und es gab am Ende eine Musterlösung dazu, die auch in moodle eingestellt werden soll.
Es war recht wohltuend das Ganze mal in einem Fließtext zu sehen und mir ist dann auch schnell klar geworden, was Frau Igl meinte, als sie anmerkte, dass wir die Sache zu detailliert angegangen wären.

Zum weiteren Vorgehen verweise ich auf meine Einladung zur Lerngruppenbildung. Auf diese Art und Weise hätten wir den ganzen Text mal in allen Kategorien untersucht. 20 Augen sehen halt mehr als zwei...:rolleyes

Ähm... ja... da wär ich gern dabei bei dieser lerngruppe!?

und das ergebnis von diesem andren hofmann text kommt bald auf moodle, sagst du!?
-hast du es nicht selber auch irgendwie auf deinem computer???

Nein, leider nicht. Er war Bestandteil einer Probeklausur, die man uns auf dem Seminar ausgehändigt hat.
Frau Igl hat angekündigt diese nach dem Seminar in Hagen einzustellen, wenn ich das richtig gelesen habe.

schöne Grüße
Angelika

Hab den Textauszug bei Gutenbergspiegel gefunden:

Veronika mußte Mantel und Schleier ablegen und sich bei der Alten niederkauern, die ihre Hände ergriff und fest drückte, mit den funkelnden Augen das Mädchen anstarrend. Nun fingen die sonderbaren Massen - waren es Blumen - Metalle - Kräuter - Tiere, man konnte es nicht unterscheiden - die die Alte aus dem Korbe genommen und in den Kessel geworfen, an zu sieden und zu brausen. Die Alte ließ Veronika los, sie ergriff einen eisernen Löffel, mit dem sie in die glühende Masse hineinfuhr und darin rührte, während Veronika auf ihr Geheiß festen Blickes in den Kessel hineinschauen und ihre Gedanken auf den Anselmus richten mußte. Nun warf die Alte aufs neue blinkende Metalle und auch eine Haarlocke, die sich Veronika vom Kopfwirbel geschnitten, sowie einen kleinen Ring, den sie lange getragen, in den Kessel, indem sie unverständliche, durch die Nacht grausig gellende Töne ausstieß und der Kater im unaufhörlichen Rennen winselte und ächzte. - - Ich wollte, daß du, günstiger Leser, am dreiundzwanzigsten September auf der Reise nach Dresden begriffen gewesen wärest; vergebens suchte man, als der späte Abend hereinbrach, dich auf der letzten Station aufzuhalten; der freundliche Wirt stellte dir vor, es stürme und regne doch gar zu sehr, und überhaupt sei es auch nicht geheuer, in der Äquinoktialnacht so ins Dunkle hineinzufahren, aber du achtetest dessen nicht, indem du ganz richtig annahmst: ich zahle dem Postillion einen ganzen Taler Trinkgeld und bin spätestens um ein Uhr in Dresden, wo mich im Goldnen Engel oder im Helm oder in der Stadt Naumburg ein gut zugerichtetes Abendessen und ein weiches Bett erwartet. Wie du nun so in der Finsternis daherfährst, siehst du plötzlich in der Ferne ein ganz seltsames flackerndes Leuchten. Näher gekommen, erblickst du einen Feuerreif, in dessen Mitte bei einem Kessel, aus dem dicker Qualm und blitzende rote Strahlen und Funken emporschießen, zwei Gestalten sitzen. Gerade durch das Feuer geht der Weg, aber die Pferde prusten und stampfen und bäumen sich - der Postillion flucht und betet - und peitscht auf die Pferde hinein - sie gehen nicht von der Stelle. - Unwillkürlich springst du aus dem Wagen und rennst einige Schritte vorwärts. Nun siehst du deutlich das schlanke holde Mädchen, die im weißen dünnen Nachtgewande bei dem Kessel kniet. Der Sturm hat die Flechten aufgelöst, und das lange kastanienbraune Haar flattert frei in den Lüften. Ganz im blendenden Feuer der unter dem Dreifuß emporflackernden Flammen steht das engelschöne Gesicht, aber in dem Entsetzen, das seinen Eisstrom darüber goß, ist es erstarrt zur Totenbleiche, und in dem stieren Blick, in den hinaufgezogenen Augenbrauen, in dem Munde, der sich vergebens dem Schrei der Todesangst öffnet, welcher sich nicht entwinden kann der von namenloser Folter gepreßten Brust, siehst du ihr Grausen, ihr Entsetzen; die kleinen Händchen hält sie krampfhaft zusammengefaltet in die Höhe, als riefe sie betend die Schutzengel herbei, sie zu schirmen vor den Ungetümen der Hölle, die, dem mächtigen Zauber gehorchend, nun gleich erscheinen werden! - So kniet sie da, unbeweglich wie ein Marmorbild. Ihr gegenüber sitzt auf dem Boden niedergekauert ein langes, hageres, kupfergelbes Weib mit spitzer Habichtsnase und funkelnden Katzenaugen; aus dem schwarzen Mantel, den sie umgeworfen, starren die nackten knöchernen Arme hervor, und rührend in dem Höllensud, lacht und ruft sie mit krächzender Stimme durch den brausenden tosenden Sturm

vielen dank... da werd ich mich jetzt gleich mal dran versuchen u dann hoffentlich bald auf moodle was zum ablgeichen finden!!!

Wer hat sonst noch gute texte zum üben? bzw hat schon irgendwer auch eine fertige analyse irgendwo parat??

phkr1 wrote:

wer hat sonst noch gute texte zum üben? bzw hat schon irgendwer auch eine fertige analyse irgendwo parat??

Siehe hierzu meine Beiträge in diesem Thread #44 und #48! Es gibt nichts Fertiges, weil niemand eine Erzähltextanalyse einfach nur so macht, sondern diese immer als Grundlage für eine weiterführende Frage an einen Text verbunden ist.

auf dem Schlauch

Hallo ihr Lieben,

ich bin mir etwas unsicher geworden. Ich war auf der Klausurvorbereitung in Hagen. Dort wurde die Kathegorie MODUS wesentlich ausgeweitet, wie ich finde. Im Studienbrief geht es ja im Bereich DISTANZ "nur" um die Darstellung der Ereignisse (dramatisch/showing und narrativ/telling). Die Wort- und Gedankenrede und die damit verbundene meinerseitige Verwirrung taucht ja im Studienbrief nicht auf... (erzählte Rede/zitierte Rede...etc.)
Da aber auch immer wieder von Scheffel/Martinez die Rede ist, Frage ich mich, ob es nicht doch sinnvoll wäre die ganze Palette in der Klausur anzuwenden. Was meint ihr?

Herzlichst, Sabine

@ Sabine A.:
schau da mal rein: [url=https://www.li-go.de/definitionsansicht/ligostart.html]Literaturwissenschaftliche Grundbegriffe online[/url] und dann bei "erzähltextanalyse"!
ich hab mir die kategorien modus und stimme hier drinnen auch nochmal genauer angesehen, werden detailierter und differenzierter beschrieben als im studienbrief! zahlt sich sicher aus die paar unterscheidungen mehr, die hier noch getroffen werden, auch mitzulernen u anzuwenden!!!

bedankt

Ja, ich danke Dir phkr1 (interessanter Name:D). Die Seite ist wirklich klasse und auch teilweise besser beschrieben als im Studienbrief. Ich arbeite heute schon den gnazen Tag damit...Nur ehrlich: Ich lerne jetzt nichts mehr zusätzlich, was nicht unbedingt sein muss :eek:...

Also MUSS ich? :confused:

Sabine...genauso schlau als wie zuvor

So, präsentier euch jetzt mal meine erste "Erzähltextanalyse", die ich gestern in etwa 2 Stunden entworfen habe!
Folgenden Text hab ich analysiert (der laut Angelika bei irgendeiner Präsenzveranstaltung Thema war):

Veronika mußte Mantel und Schleier ablegen und sich bei der Alten niederkauern, die ihre Hände ergriff und fest drückte, mit den funkelnden Augen das Mädchen anstarrend. Nun fingen die sonderbaren Massen - waren es Blumen - Metalle - Kräuter - Tiere, man konnte es nicht unterscheiden - die die Alte aus dem Korbe genommen und in den Kessel geworfen, an zu sieden und zu brausen. Die Alte ließ Veronika los, sie ergriff einen eisernen Löffel, mit dem sie in die glühende Masse hineinfuhr und darin rührte, während Veronika auf ihr Geheiß festen Blickes in den Kessel hineinschauen und ihre Gedanken auf den Anselmus richten mußte. Nun warf die Alte aufs neue blinkende Metalle und auch eine Haarlocke, die sich Veronika vom Kopfwirbel geschnitten, sowie einen kleinen Ring, den sie lange getragen, in den Kessel, indem sie unverständliche, durch die Nacht grausig gellende Töne ausstieß und der Kater im unaufhörlichen Rennen winselte und ächzte. - - Ich wollte, daß du, günstiger Leser, am dreiundzwanzigsten September auf der Reise nach Dresden begriffen gewesen wärest; vergebens suchte man, als der späte Abend hereinbrach, dich auf der letzten Station aufzuhalten; der freundliche Wirt stellte dir vor, es stürme und regne doch gar zu sehr, und überhaupt sei es auch nicht geheuer, in der Äquinoktialnacht so ins Dunkle hineinzufahren, aber du achtetest dessen nicht, indem du ganz richtig annahmst: ich zahle dem Postillion einen ganzen Taler Trinkgeld und bin spätestens um ein Uhr in Dresden, wo mich im Goldnen Engel oder im Helm oder in der Stadt Naumburg ein gut zugerichtetes Abendessen und ein weiches Bett erwartet. Wie du nun so in der Finsternis daherfährst, siehst du plötzlich in der Ferne ein ganz seltsames flackerndes Leuchten. Näher gekommen, erblickst du einen Feuerreif, in dessen Mitte bei einem Kessel, aus dem dicker Qualm und blitzende rote Strahlen und Funken emporschießen, zwei Gestalten sitzen. Gerade durch das Feuer geht der Weg, aber die Pferde prusten und stampfen und bäumen sich - der Postillion flucht und betet - und peitscht auf die Pferde hinein - sie gehen nicht von der Stelle. - Unwillkürlich springst du aus dem Wagen und rennst einige Schritte vorwärts. Nun siehst du deutlich das schlanke holde Mädchen, die im weißen dünnen Nachtgewande bei dem Kessel kniet. Der Sturm hat die Flechten aufgelöst, und das lange kastanienbraune Haar flattert frei in den Lüften. Ganz im blendenden Feuer der unter dem Dreifuß emporflackernden Flammen steht das engelschöne Gesicht, aber in dem Entsetzen, das seinen Eisstrom darüber goß, ist es erstarrt zur Totenbleiche, und in dem stieren Blick, in den hinaufgezogenen Augenbrauen, in dem Munde, der sich vergebens dem Schrei der Todesangst öffnet, welcher sich nicht entwinden kann der von namenloser Folter gepreßten Brust, siehst du ihr Grausen, ihr Entsetzen; die kleinen Händchen hält sie krampfhaft zusammengefaltet in die Höhe, als riefe sie betend die Schutzengel herbei, sie zu schirmen vor den Ungetümen der Hölle, die, dem mächtigen Zauber gehorchend, nun gleich erscheinen werden! - So kniet sie da, unbeweglich wie ein Marmorbild. Ihr gegenüber sitzt auf dem Boden niedergekauert ein langes, hageres, kupfergelbes Weib mit spitzer Habichtsnase und funkelnden Katzenaugen; aus dem schwarzen Mantel, den sie umgeworfen, starren die nackten knöchernen Arme hervor, und rührend in dem Höllensud, lacht und ruft sie mit krächzender Stimme durch den brausenden tosenden Sturm

Hier meine Analyse:

Der vorliegende Text ist vor allem durch einen krassen Einschnitt in Zeile 9 gekennzeichnet, wodurch es sich empfiehlt, ihn hier in zwei Teile zu trennen, um diese sodann jeweils einzeln zu analysieren. Beginnen wir mit dem ersten Teil, der also dann von Beginn des Textes bis zum Wort "ächzte" in Zeile 9 reicht;

Wenden wir Genettes Kategorie der Zeit auf diesen Abschnitt an, könnte man zuerst einmal auf eine "Zeitdeckung" in der Unterkategorie Dauer hinweisen, denn das Verhältnis zwischen erzählter Zeit und Erzählzeit scheint sehr deutlich in der Korrelation eins zu eins zu stehen.
Desweiteren lässt sich in deisem Abschnitt ein "repetitives Erzählen" erkennen, denn das Zubereiten der (wofür auch immer verwendeten) Brühe wird wiederholt dargestellt, indem die Alte zuerst "sonderbare Massen" in den Kessel wirft und nur kurz danach "blinkende Metalle", "eine Haarlocke" und "einen kleinen Ring" hinzufügt.
Übergehend zur Kategorie des Modus lassen sich in der Unterkategorie der Distanz vor allem zwei Auffälligkeiten nennen. Erstens werden die Ergeignisse eher im dramatischen Modus geschildert (das Kommentar "man konnte es nicht unterscheiden", das allein schon deswegen, weil es ein Kommentar ist, eher in den narrativen Modus gehören würde, darf hier ignoriert werden), was die enorm unmittelbare Darstellung verrät, und zweitens findet sich in den Zeilen 8/9 eine "Erwähnung eines sprachlichen Aktes" ("grausig gellende Töne ausstieß"), die ebenfalls die Unmittelbarkeit der Darstellung unterstützt.
Zur Fokalisierung bleibt zu sagen, dass es sich um eine "externe" handelt, denn im Inhalt der untersuchten Zeilen lässt sich weder eine "Übersicht" einer allwissenden Erzählinstanz, noch die Wahrnehmung des Geschehens aus einer der Figuren erkennen, sondern lediglich eine neutrale "Außensicht" der Dinge.
In der dritten großen Kategorie Genettes, der Stimme, ist das eindeutig "spätere Erzählen", sowie das "extradiegetische Erzählen" (= "primäres Erzählen!) erwähnenswert, wobei man letzteres daran erkennt, dass man nur eine Binnenerzählung und keine zusätzliche Rahmenerzählung vorfindet.
Zu guter letzt kristallisiert sich in der Frage der Stellung der Erzählinstanz eine "heterodiegetische" heraus, denn aus dem Text geht nicht hervor, dass die Stimme in irgendeiner Art als Figur in der Erzählung vorkommt.

Schwieriger gestaltet sich die Analyse nach dem genannten Einschnitt, also jenes Textteils, der sich von der Wortgruppe "Ich wollte..." in Zeile 9 bis zum Ende des Textes erstreckt. Irritierend ist hier vor allem anfangs das direkte Ansprechen des "Lesers" in der "Du-Form". Doch auch hier lassen sich die Kategorien Genettes erfolgreich anwenden;

Auffällig ist vor allem der Übergang, der sich etwa ab Zeile 22 vollzieht und noch einmal einen kleinen Einschnitt im Text-Ganzem darstellt, was sich auch in der methodischen Anwendung der Kategorien bemerkbar machen wird.
So kann man in der Kategorie Dauer zuerst eine "Zeitraffung" erkennen (in der stark verkürzten Schilderung des Entschlusses und der Vorgeschichte zur Dresden-Reise des "angesprochenen Lesers"), die dann imme mehr in eine "Zeitdeckung" oder "Szene" übergeht zu dem Zeitpunkt, als der "Leser" das Schuspiel der Alten mitverfolgt.
Auch hier lässt sich wie im ersten Abschnitt ein "repetitives Erzählen" finden, diesmal allerdings über die Angst Veronikas, die sich zuerst im vergeblichen Schreiversuch, später in den krampfhaft zusammen und nach oben gehaltenen Händchen äußert.
In der Kategorie der Distanz ist wieder ein Übergang erkennbar und zwar jener von der Präsentation der Ereignisse im narrativen zu jener im dramatischen Modus, welchen man darin erkennt, dass die Erzählinstanz sich immer mehr zurückzieht und die "Du-Anrede" immer mehr verschwindet, wodurch die Unmittelbarkeit gesteigert wird.
Auch hier lässt sich auf jenen zweiten kleinen Einschnitt im Text (Zeile 22) verweisen, denn vom Satzbeginn "Der Sturm..." weg bis zum Ende es Textes wird der Leser nur noch einmal persönlich in der "Du-Form" angesprochen.
Äquivalent dazu versteht sich der Übergang von anfänglicher "Nullfokalisierung" (Erzählinstanz zeichnet sich durch relativ große Übrsicht über das Gesamt-Geschehen aus) zu späterer "interner Fokalisierung", denn zum Ende hin wird nur noch aus der Innensicht des "Lesers" beobachtet.
Übrig bleibt nun noch die Kategorie der Stimme; Bezüglich des Zeitpunkts der Narration lässt sich hier ein Bruch an anderer Stelle erkennen, denn ab Zeile 14 (ab "ich zahle...") wird vom "späteren" zum "gleichzeitigen Erzählen" im "historischen Präsens" gewechselt zum Zwecke der Vergegenwärtigung.
Im Hinblick auf Ebene und Stellung formiert sich ein "extradiegetisch- heterodiegetisches" Erzählen. Man sieht hier wie wichtig die Unterscheidung zwischen Fokalisierung und Stellung der Erzählinstanz ist, denn wärhen die Fokalisierung (also die Wahrnehmung der Erzählinstanz) sich verändert im Laufe der Textpassage (von Nullfokalisierung auf interne Fokalisierung), bleibt die Stellung als heterodiegetische konstant, denn die Erzählinstanz kann währen des gesamten Textes nicht als Figur im Erzählten ausgemacht werden.

So, das wars... nachdem das anderthalb Seiten auf zwei unlinierten DIN A4 Blättern waren, hab ich hier aufgehört, ohne auch noch kleinere "Interpretationen" im Sinne von "Warum hat der Autor hier die Nullfokalisierung gewählt und dort die interne" usw. vorzunehmen. Denn ich dachte mir, die sind nicht unbedingt notwendig, wenn die Länge eh schon die vorgegebenen anderthalb Seiten erreicht hat.

Bitte sagt mir eure Meinungen, Verbesserungen, Gedanken dazu...

Hab vor allem gesehen, dass ich mir gar nicht so schwer getan hab bei der ganzen Sache (ich hoff hald jetzt, dass ich nicht kompletten Blödsinn analysiert habe) und sogar einige analysierte Dinge am Ende weggelassen habe, um den Text nicht zu lang werden zu lassen!!!

Freu mich schon auf eure Kommentare, mfg Philipp

@Sabine: ach, da ist doch eigentlich nur in der Kategorie "Distanz" ein wirklich krasser Unterschied zum Studienbrief... und die dortigen Unterpunkte "Präsentation von Ereignissen/Worten/Gedanken" hast du innerhalb von 15 Minuten intus, wenn du mich fragst. mir hats geholfen um das Ganze noch besser zu verstehen!!!

Sabine A. wrote:

Hallo ihr Lieben,

ich bin mir etwas unsicher geworden. Ich war auf der Klausurvorbereitung in Hagen. Dort wurde die Kathegorie MODUS wesentlich ausgeweitet, wie ich finde. Im Studienbrief geht es ja im Bereich DISTANZ "nur" um die Darstellung der Ereignisse (dramatisch/showing und narrativ/telling). Die Wort- und Gedankenrede und die damit verbundene meinerseitige Verwirrung taucht ja im Studienbrief nicht auf... (erzählte Rede/zitierte Rede...etc.)
Da aber auch immer wieder von Scheffel/Martinez die Rede ist, Frage ich mich, ob es nicht doch sinnvoll wäre die ganze Palette in der Klausur anzuwenden. Was meint ihr?

Herzlichst, Sabine

Die Wort- und Gedankenrede ist im KB auf Seite 64 unter der Überschrift Darbietungsweisen zu finden.
Frau Igl hatte dazu auch eine Ü-Aufgabe gestellt. Erinnerst Du Dich? Also nichts Neues....

schöne Grüße
Angelika

Philipp,
sieht schon recht ordentlich aus. Wenn ich mir einige kleine Anmerkungen erlauben dürfte:
einen 'krassen Einschnitt' umschreibt man besser mit dem Begriff 'Zäsur'...
...und ...
die Ansprache des Lesers stellt eine Metalepse dar, da dieser die Ebene wechselt, indem er in die Geschichte hineingezogen wird.

Ob der Schluss aus der Perspektive des Lesers erzählt wird, finde ich nicht eindeutig - das repetitive Erzählen zum Ende des Textauszuges würde durchaus dafür sprechen.

Es gibt, wie Frau Gretz uns nochmal versichert hat keine allgemeingültige Wahrheit in Bezug auf die Analyse. Es gibt Wahrscheinlichkeiten, die man argumentativ herleitet.

ich hab grad noch ne andere Baustelle und dann sehe ichs mir nochmal genauer an, ich hab gesehen, dass Du es auch in moodle eingestellt hast.
bis später
Angelika

Zäsur... stimmt... is wohl eher der fachausdruck! :)

ja? das ist auch eine Metalepse? ich dachte bei Metalepsen geht es immer nur um die Erzähl-Instanz. also wer auf welcher ebene ERZÄHLT und nicht auch um den LESER!?!?

nein, ich bin eh nicht der Auffassung, dass der Schluss klar aus der Perspektive des Lesers erzählt wird, aber man merkt doch einen Übergang in diese Richtung hin, der dramatische Modus immer intensiver wird durch die seltenere Du-Anrede, wodurch der Eindruck entsteht mehr durch die Augen des Lesers zu sehen, als durch jene der Erzählinstanz die den Leser anspricht!!

Angelika B. wrote:

die Ansprache des Lesers stellt eine Metalepse dar, da dieser die Ebene wechselt, indem er in die Geschichte hineingezogen wird.

Genau dieser Punkt war in München sehr lange diskutiert worden. Selbst Prof. Huber hat diese Stelle nicht eindeutig als Metalepse identifizieren können ... :eek:\

Angelika B. wrote:

Es gibt, wie Frau Gretz uns nochmal versichert hat keine allgemeingültige Wahrheit in Bezug auf die Analyse. Es gibt Wahrscheinlichkeiten, die man argumentativ herleitet.

Das war auch die Aussage von Huber/Igl in München - solange man gut argumentiert, warum man auf eine bestimmte Annahme kommt und erkennbar ist, dass man das Prinzip verstanden hat, gibt es auch Punkte! Das gilt besonders für solche Stellen im Text wie die oben diskutierte Metalepse :). Macht doch Mut, oder?

Hmhm. In meiner Gruppe war ich auch die einzige, die das als Metalepse identifiziert hat.....

und ich bin mir immer noch nicht sicher, warum der Hoffmann das macht. Der angesprochene Leser erscheint mir, genau wie im Sandamanntext als Vehikel sich selbst in die Geschichte einzubringen....Dennoch sagte Frau Gretz, dass die Erzählung damit nicht homodiegetisch wird, weil es nur den Leser betrifft...Der Autor wäre nach meiner Theorie durch die Metalepse ein unbeteiligter oder gar beteiligter Beobachter....
Das macht mich total verrückt :mad:...

Was meint Ihr, werden die Briefe dran kommen?

Hm... ich glaube dass diese ganze metalepse Frage im endeffekt dann nicht wichtig sein wird... wenn das so unklar ist..
als was hat prof huber die stelle dann identifiziert???

Angelika B. wrote:

hmhm. In meiner Gruppe war ich auch die einzige, die das als Metalepse identifiziert hat

Wir waren eine Vierer-Gruppe und hatten (bis auf einen) alle die Idee einer Metalepse - wobei mir der Begriff vorher auch nicht wirklich klar war. Daher auch die vielen Diskussionen, denn Prof. Huber hat uns kein Beispiel für eine Metalepse geben können.\

Angelika B. wrote:

Der Autor wäre nach meiner Theorie durch die Metalepse ein unbeteiligter oder gar beteiligter Beobachter....

Der Autor? Oder meinst Du die Erzählinstanz? Die Ansprache des Lesers durch die Erzählinstanz macht meiner Ansicht nach weder den Autor noch den Leser zum beteiligten Beobachter! Das ist halt typisch Hoffmann - irgendwie ist man nie sicher, wer eigentlich beteiligt ist. Ich habe mich bei der Textstelle gefragt, ob die Erzählinstanz überhaupt die erzählte Situation erlebt hat ... Das macht mich dann wahnsinnig :confused:.\

Angelika B. wrote:

Was meint Ihr, werden die Briefe dran kommen?

Könnte ich mir gut vorstellen, da sind ja viele Interpretationsspielräume und Ebenenwechsel gegeben. Und das ist wohl gewünscht: Eine Stelle im Text zu finden, an der sich verschiedene Perspektiven ablesen lassen.