wie läufts bei euch inzwischen?
So langsam bekomme ich Bammel vor der Mündlichen Prüfung.
Habt ihr schon alles durch? Lest ihr wirklich alles, auch die Skripte aus der Literaturwissenschaft, wenn man Geschichte als Schwerpunkt hat?
Ich weiß, dass die Prüfer vielleicht den Zusammenhang der Moderne in der Literatur und in Geschichte fragen könnten.
Muss man wirklich ALLES aus den Kursen wissen, oder kann man sich einen Schwerpunkt nehmen und sollte zu den groben Themen wie den Begriff Moderne, die Entwicklung usw. etwas sagen können?
Wurde euch auch schon ein Prüfer zugeteilt?
Fragen über Fragen, über ein paar Antworten wäre ich sehr glücklich!
Schönen Gruß
Nina
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UliS
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View profileNina,
ich habe schon längere Zeit nicht mehr in den "Master" geguckt, weil da immer so wenig los war.
Also ich habe mir einen Prüfer gesucht: Prof. Brandt. Mit ihm habe ich vereinbart, dass meine mdl. Prüfung am 24.8.09 in Hagen stattfinden soll. Als Schwerpunktthema habe ich "die Ursachen der Frz. Revolution" gewählt. Dazu habe ich ihm Anfang Juni ein Thesenpapier geschickt. Er hatte darum gebeten, um mir ggf. noch vor seinem Urlaub Hinweise geben zu können. Da er sich bis jetzt nicht gemeldet hat, gehe ich davon aus, dass er mein Papier so akzeptiert hat.
Natürlich hat er mich auch darauf hingewiesen, dass neben meinem Schwerpunktthema auch die anderen Bereiche des Moduls präsent sein müssen. Ich glaube aber nicht, dass ich die Erzähltextanalyse nach Genette wissen muss, da ich a) Schwerpunkt Geschichte habe und b) Prof. Brandt auch Historiker ist.
Ich fange jetzt erst an, mich mit den Skripten intensiver auseinanderzusetzen.:eek: Da schiebe ich auch ein wenig Panik, weil ich mich seeeehr lange mit der Frz. Revolution beschäftigt habe. Ich tröste mich damit, dass die Prüfung maximal 45 Min. dauert und hoffe, dass nur die Dinge dran kommen, die ich auch weiß;). Ich glaube, es wäre schon wichtig, zum Begriff der Moderne etwas sagen zu können und auch zu dem Studiengang (Geschichte und Literatur). Es schadet sicher auch nicht, besonders den Teil der Skripte zu lesen, den dein Prüfer selber verfasst hat.
Wen hast du denn gewählt? Und was wird dein Schwerpunkt sein?
Liebe Grüße
Uli
UliS
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View profileEs ist hier ja wirklich nichts los. Wenn ich überlege, dass in der Kontaktliste für die ersten Kurse 33 Personen aufgeführt sind, dann ist die Resonanz hier eher mager.
Dennoch will ich meine Prüfungserfahrungen mit der mündlichen Prüfung zum Modul 1E hier gerne einstellen, weil ich davon ausgehe, dass nicht jede/r mein Blog liest. Dabei beschränke ich mich auf die reine Darstellung der Prüfung.
Am 24.8. 2009 hatte ich in Hagen meine mündliche Prüfung zum Modul 1E des Masterstudienganges "Europäische Moderne". Prüfer war Prof. Wolfgang Kruse, als Beisitzerin fungierte Frau Daniela Leliwa, M.A., die auch Protokoll führte Um kurz nach 14 Uhr wurde ich herein gerufen. Die Atmosphäre war sehr freundlich. Prof. Kruse überließ mir die Platzwahl (Licht von vorn oder im Rücken?) und dann ging es los.
Ich machte zunächst eine selbstkritische Bemerkung zu meinem Thesenpapier. Natürlich wäre es richtig, zunächst mit den Ursachen der Französischen Revolution zu beginnen und erst danach die Auswirkungen zu behandeln. Herr Kruse stellte eine allgemeine Frage nach den Ursachen und ließ mich meine Antwort entwickeln. So ging das eigentlich die ganze Prüfung über. Immer wieder wurde auch der Bezug zur Konzeption des Studienganges hergestellt. Worin bestand der Einfluss der Französischen Revolution, aber auch der Industriellen Revolution auf die Moderne? Was war das Besondere im langen 19. Jahrhundert? Worin bestand die Krise der Moderne?
Nach ca. 50 Minuten wurde ich kurzfristig entlassen, Die beiden berieten sich. Als ich wieder herein gerufen wurde, gratulierte mir sogleich Frau Leliwa, ohne dass ich wusste, wie denn nun die Prüfung ausgefallen war. Zu meiner großen Freude verkündete Prof. Kruse, dass sie sich entschlossen hätten, mir die „Bestnote“ (1,0) zu geben. Meinen Dank wehrte er mit den Worten ab: „Das ist ja Ihre Leistung“.
Fazit: Neben dem speziellen Thema sollte man die Konzeption des Studienganges, wie sie im Modul dargelegt ist, präsent haben. Ich glaube, mir hat auch geholfen, dass ich neben den Studienbriefen einiges an weiterführender Literatur zumindest angelesen habe. Wichtig ist auch, auf allgemein gestellte Fragen, dezidiert zu antworten. Neben Sachwissen wollen die Professoren sehen, dass man seine Antworten entwickelt und sich nicht alles (besser: möglichst gar nichts) aus der Nase ziehen lässt. Dazu sollte man eigene Auffassungen vertreten, argumentieren und Begründungszusammenhänge herstellen. Die Prüfung empfand ich als sehr fair und das nicht wegen der Zensur.
Ein kleines Beispiel soll das erläutern. Prof. Kruse bettete in eine Frage die Feststellung ein, dass die Industrielle Revolution ja etwas Prozesshaftes gewesen ist (zumindest habe ich ihn so verstanden). Ich habe darauf geantwortet, dass es auch in der Französischen Revolution vorrevolutionäre Prozesse gegeben habe und die Bauernrevolten, die Adelsrevolte und die Forderungen der Bürger für sich genommen keine Revolution darstellten.
Vielleicht solltet ihr bei der Abfassung eines Thesenpapiers, das ihr ja vor der Prüfung einreicht, darauf achten, schon dort Verknüpfungen eures Spezialgebietes mit den übrigen Teilen des Moduls herzustellen. Mir hat das geholfen. Fragen zum literaturwissenschaftlichen Teil des Moduls wurden nicht gestellt, ich selbst bin aber von mir aus in meiner Darstellung auf Affinitäten deutscher Literaten wie Schiller, Goethe und Klopstock zur Revolution (zumindest in ihrem ersten Teil) eingegangen.
Was hat noch geholfen? Ich glaube, mir hat geholfen, dass ich mich nicht zu sehr an meinem Thesenpapier festgeklammert habe, sondern auch Aspekte behandelt habe, die über den Inhalt der Studienbriefe hinausgingen. Empfohlene Literatur, wie z.B. das kleine Büchlein von Franz J Bauer: Das 'lange 19. Jahrhundert', (Reclam) haben bei mir zum Verständnis der Epoche sehr beigetragen.
Vielleicht habt ihr ja noch weitere Fragen? So weit ich kann, will ich sie gerne beantworten. Aber jede Prüfung und auch jeder Prüfer ist anders. Ich würde mich auch freuen, von anderen Prüflingen Erfahrungsberichte (auch zu Klausuren oder Hausarbeiten) hier lesen zu können.
Athina
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View profileUli - herzlichen Glückwunsch zur Traumnote!
ich schau nicht wirklich regelmäßig hier rein und bin auch etwas schreibfaul was newsgroups anbelangt...!
Mich würde interessieren, wie Du Dein Thesenpapier aufgebaut hattest, welchen Umfang es hatte etc. üblicherweise erhält man immer ziemlich schwammige Angaben hierzu.
in diesem Sinne....Grüße...Sigi
UliS
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View profileSigi,
zwei Bemerkungen vorweg:
1.) finde ich es toll, dass sich überhaupt noch jemand in dieses Forum verirrt;) und
2.) deine Ortsangabe (Nafplion) erinnert mich an eine Traumreise, die ich vor 23 Jahren ganz alleine gemacht habe und die mich u.a. an den Strand bei Drepanon geführt hatte, wo ich dann einen Surfschein gemacht habe. Eine damalige Kollegin hatte eine Tochter, die mit einem griechischen Restaurantbesitzer in Nafplion verheiratet war.
[U]Zum Thesenpapier[/U]: Ich hatte ja die "Ursachen der Frz. Revolution und ihre Auswirkungen auf die Moderne" zum Thema. Mein Thesenpapier habe ich in drei Teile gegliedert: Ursachen, Wirkungen und die Frz. Revolution in der Geschichtsschreibung.
In dem Papier (Umfang 3 Seiten, inklusive Literaturliste) habe ich auch teilweise kontroverse Positionen erwähnt und mich selber positioniert (z.B. bei der Frage, ob die Bauernunruhen des Jahres 1789 eine Ursache für den Ausbruch der Revolution war. Ich habe das verneint, weil Bauernrevolten Bestandteile des gesamten 18. Jahrhunderts waren, ohne dass es zu Revolutionen gekommen war. Einiges hatte ich eher oberflächlich formuliert, was dann aber zu intensiveren Nachfragen in der Prüfung führte (was ja auch durchaus gewollt ist). Bei der Darstellung der FR in der Geschichtsschreibung habe ich z.B. auf drei unterschiedliche Schulen (Richtungen) verwiesen: konservative, liberale und sozialistische Richtung. Das führte dann auch in der Prüfung zu der Frage, was man an der Beschäftigung mit dem Forschungsgegenstand ablesen könne. Meine Antwort: Bei kaum einem anderen Thema wird von Historikern so politisch argumentiert wie bei der FR. Nirgendwo wird die politische Ausrichtung so deutlich wie bei der Erforschung der FR.
Soviel zunächst mal an Information. Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen.
Athina
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View profileDas ist ja lustig, eigentlich kennt "man" Nafplion nicht...hast Du den Surfschein bei Hans & Elke gemacht?
Das mit dem Thesenpapier könnte viele interessieren - dachte ich - bei meiner ersten mündlichen Prüfung hab ich erst mal recherchiert wie so ein Ding aussehen soll, denn anscheinend gehen die Meinungen dazu ziemlich auseinander!
In diesem Sinne und viele Grüße...Sigi
UliS
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View profileSigi,
genau: den Schein habe ich bei Hans und Elke gemacht.
Kannst du verstehen, dass ich im Augenblick ziemlich gerührt bin? Das war alles vor 23 Jahren!!! Gibt es die beiden noch?