Ich habe in vielen Jahren und vielen Hausarbeiten eigentlich immer geglaubt, ich wäre sicher im Zitieren, aber nun bin ich mir durch die ganzen Plagiataffären meiner Arbeitsweise nicht mehr sicher. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Denn in der BA-Arbeit soll mir kein Fehler unterlaufen.
Mich überkommt eine plötzliche Unsicherheit im Unterscheiden zwischen Inhalten, die allgemein bekannt sind und deswegen nicht zitiert werden müssen (Wenn zum Bsp. zig Autoren schreiben, dass die Bildungspolitik dann und wann entstanden ist und weshalb, oder Zusammenhänge, die sonnenklar sind,beinahe eine wissenschaftliche Alltagserfahrung, die zig mal in der Literatur wiedergegeben wird.) UND Inhalten, die geistiges Eigentum, also eine spezifische Feststellung eines Zusammenhangs, widerspiegeln.
Wann ist es also erworbenes Wissen und dennoch Allgemeingut und muss damit nicht zitiert werden?
Wäre schön, wenn mir jemand auf die Sprünge helfen kann, sonst ist mein Fußnotenapparat am Ende nur unnötig aufgebläht und das kostet Platz und wäre auch unnötig. Ich neige dann eher zum zuviel zitieren (also der Form "Vgl. auch bei ....") als zu wenig.
Viele Grüße
Sihaya
Comments
joe_mainz
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View profileSihaya,
immer dann, wenn Du Dich in [U]Deiner[/U] Argumentation [U][I][B]konkret[/B][/I][/U] auf die Erkenntnisse [U]anderer Autoren[/U] abstützt, solltest Du diese zitieren.
Beispiel:
Das Entstehungsdatum der BRD ist bekannt und braucht nicht zitiert zu werden.
Wenn aber irgendein Autor aus dem Datum eine Erkenntnis ableitet und Du diese Erkenntnis in Deiner Argumentation verwenden (... oder widerlegen) möchtest, dann ist ein Zitat angebracht.
Gruß aus Mainz,
Joe
sweetheaven
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View profilealso mir wurde gesagt, ich müsse jede Aussage in der BA in Literaturzusammenhänge setzen. Das ist mittlerweile eine ganz heikle Situation. In einer HA, die ich im SS2011 schrieb, war ein kleiner, von mir einfach formulierter Satz drinnen, wo es dann im Nachhinein hieß, dass da die Literaturquelle fehlt. (Vorwurf der wissenschaftlichen Ungenauigkeit) Obwohl es wirklich 'blöd' aussieht, wenn man pro Seite an die 15 Quellenangaben verarbeitet - lieber Vorsicht als Nachsicht. Da man die Ansätze und Theorien, die man verarbeitet, ja auch diskutieren soll, also seine eigenen Schlussfolgerungen und Gedanken miteinbringen soll, ist es ratsam, auch zu 'forschen', ob jemand anderes vielleicht ebenfalls schon auf die selbe oder eine ähnliche Schlussfolgerung kam. Sonst stellt sich im Nachhinein die Frage: Was war zuerst da? Das Ei ode das Huhn? Und speziell im Bereich des bösen 'Plagiats' glaubt man da dem Studierenden weniger. Also, nach dem Satz, den du irgendwie sinngemäß wiedergibst, ein vgl. hin und achte darauf, dass die Wortfolge des Satzes eine komplett andere ist als die Wortfolge im Original. Wenn da ähnliche Wortkombinationen sind und du auch ein vgl. setzt kann das trotzdem als Plagiat gewertet werden.
Sihaya
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View profileIch danke allen für ihre Antworten!
Habe entschieden lieber zu viel als zu wenig zu zitieren und mir am Besten einfach treu zu bleiben, mich nicht verrückt zu machen - damit bin ich ja auch erst bis zur BA gekommen.
-> In einem Buch ist mir aufgefallen, dass selbst bei indirekten Zitaten/ anders formulierten Inhalten nicht immer mit "Vgl." belegt wird, sondern ohne vgl. davor, als wäre es ein direktes Zitat, auch wenn der Satz nicht in Anführungszeichen stand. Das hat mich irritiert. Kennt jemand den Grund? Ich ziehe das immer so durch, dass es bei einem direkten Zitat ohne Vgl. gekennzeichnet wird und bei indirekten Zitaten UND Inhalten, die ich woanders her, aber anders formuliert habe, dann aber immer mit Vgl. kennzeichne.
Viele Grüße und Danke schonmal im Voraus!
sweetheaven
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View profileSihaya,
also ein 'vgl.' niemals, wenn du etwas exakt (direkt) zitierst. In den Arbeitstechniken für Politikwissenschaftler wurde das ja kurz und knapp vorgestellt. Ich habe mich auch immer an diese Anweisungen dort gehalten und es hat sie nie jemand beschwert. Wichtig ist halt nur, dass bei indirekten Zitaten auch der Wortlaut möglichst gänzlich verändert wird, weil sonst sind wir da im Graubereich drinnen, wo es schon eher ein direktes Zitat ist. Das widerum gilt gleich als das böse 'Plagiat'. Da heißt es heute: Holzauge sei wachsam. ggg