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Was macht man in KuWi?

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Ich überlege nun schon seit einiger Zeit, an der Fernuni KuWi zu studieren. Eigentlich studiere ich Geowissenschaften im 4. Semester, aber irgendwie reicht mir diese rein naturwissenschaftliche Ausrichtung nicht und ich würde gerne meinen Horizont erweitern.
Leider kann ich mir unter einem Geschichts- oder Literaturwissenschaftsstudium nicht sooo viel vorstellen, obwohl ich schon recht viel recherchiert habe. Wenn man z.B. in einem Literaturstudium interpretiert (seis jetzt Hausarbeit oder Klausur)- ist das dann vergleichbar mit so nem Aufsatz aus der Schule? Sowas fand ich nämlich immer ganz schrecklich. Auch Geschichtsklausur stell ich mir ziemlich krass vor. Ich würde mir unter einem entsprechenden Studium nicht unbedignt die Anhäufung von Deatilwissen, sondern das Verstehen von Zusammenhängen vorstellen. Und wie wichtig ist die Lektüre-Komponente (bei Literaturwissenschaft)? Ich lese unheimlich gerne und würde es gut finden, mein Hobby zum Beruf zu machen ;).
Also es wäre einfach sehr hilfreich, wenn ihr mal ein bisschen von eurem Studium erzählen würdet.
Und schlussendlich: denkt ihr, die Kombination eines natur- mit einem geisteswissenschaftlichen Studiengangs ist irgendwie sinnvoll?

Danke schonmal

Comments

und herzlich Willkommen beim Studienservice !

Zu den KuWi-Inhalten kann ich nicht viel sagen, aber nach Lesen deines Beitrages würde ich dir raten, dich einfach mal zum nächsten Semester einzuschreiben und es auszuprobieren.

Horizonterweiterung ist immer eine gute Idee, Erfahrungen machst du auf jeden Fall und - was hast du zu verlieren?

Nunja, ich habe geld zu verlieren ;) und ich habe irgendwie auch ein bisschen Angst, mein Erststudium zu vernachlässigen, was natürlich besonders schade wäre, wenn es sich nicht lohnt...

Stimmt. Aber wenn du es nicht machst, ärgerst du dich später vielleicht über eine verpasste Gelegenheit.

Das hängt natürlich auch von deiner persönlichen Situation (Alter?) ab, aber wenn du "hauptberuflich" Geo studiertst, ist ein Teilzeit-Studium an der FeU sicher möglich.:)

Ein wenig Selbstdisziplin gehört natürlich dazu...:cool

Fink,

ich versuche mal, Deine Fragen ein wenig zu beantworten:\

Fink wrote:

Leider kann ich mir unter einem Geschichts- oder Literaturwissenschaftsstudium nicht sooo viel vorstellen, obwohl ich schon recht viel recherchiert habe.



Vielleicht hilft es Dir weiter, wenn Du Dir mal die einzelnen Modulbeschreibungen anschaust, da bekommst Du einen recht guten Eindruck von dem, was Dich erwarten würde! Außerdem kommt es ja auch darauf an, WO man diese Fächer studiert - die Bandbreite ist da sehr groß. Solltest Du also an der Fernuni diese Fächer studieren wollen, macht es Sinn, sich auch hier die Inhalte anzusehen!\

Fink wrote:

Wenn man z.B. in einem Literaturstudium interpretiert (seis jetzt Hausarbeit oder Klausur)- ist das dann vergleichbar mit so nem Aufsatz aus der Schule? Sowas fand ich nämlich immer ganz schrecklich. Auch Geschichtsklausur stell ich mir ziemlich krass vor.


Es ist wahrscheinlich schon etwas anderes, eine naturwissenschaftliche Klausur zu schreiben. Im geisteswissenschaftlichen Bereich muss halt alles immer ordentlich ausformuliert werden - Spiegelstrich-Antworten und Aufzählungen etc. sind da nicht erwünscht. Von daher sollte man vielleicht schon Interesse daran haben, "schön" (aber natürlich auch inhaltlich gehaltvoll !!!) zu schreiben. Ob man das unbedingt mit Schule vergleichen kann, so nach dem Motto "Was wollte uns der Dichter damit sagen?" - das ist glaube ich nicht unbedingt angesagt.\

Fink wrote:

Ich würde mir unter einem entsprechenden Studium nicht unbedingt die Anhäufung von Detailwissen, sondern das Verstehen von Zusammenhängen vorstellen. Und wie wichtig ist die Lektüre-Komponente (bei Literaturwissenschaft)? Ich lese unheimlich gerne und würde es gut finden, mein Hobby zum Beruf zu machen ;).


Detailwissen ist sicher wichtig, aber das Ganze steht ja schon unter dem Überbegriff "Kultur" - insofern werden schon Zusammenhänge hergestellt. Allerdings werden durch die Modulstruktur sehr unterschiedliche Themen angeboten. Die Frage nach der Lektüre-Komponente musst Du Dir insofern selbst beantworten, als dass Du vielleicht nicht immer gerade das lesen musst, was Dir gefällt ... ;)\

Fink wrote:

Und schlussendlich: denkt ihr, die Kombination eines natur- mit einem geisteswissenschaftlichen Studiengangs ist irgendwie sinnvoll?


Das ist vielleicht nicht das Schlechteste - als reiner Geisteswissenschaftler muss man halt damit leben, dass die Berufsaussichten nicht immer soooo rosig sind! :rolleyes:

LG
Sandra

Sandra!

Vielen Dank für deine lange Antwort!
das mit dem "schön" schreiben wär nicht so ein Problem. Es ist, um genau zu sein, auch einer der Gründe, die mich an einem geisteswissenschaftlichen Studium reizen würden. Bei den Naturwissenschaften sind manchmal nicht mal die Professoren wirklich mit der deutschren Sprache vertraut (Rechtschreibung, Grammatik).
Dass nur ein geisteswissenschaftliches Studium die Berufsaussichten nicht gerade erhöht, ist natürlich klar. Aber ich studiere ja eigentlich schon was, was berufsmäßig denke ich nicht sooo schlecht ist. Da hätte ich dann eher Angst, dass die Geisteswissenschaft mich etwas "runterzieht" oder mir zumindest nicht noch zusätzlich etwas bringt- was natürlich irgendwie ärgerlich wäre...

Der Zeitaufwand ist natürlich auch noch so eine Sache. Da ich aber vermutlich jünger bin als die meisten hier (22) und mein ganzes Leben ohnehin bisher mit Lernen verbracht habe, hoffe ich, dass es mir vielleicht etwas leichter fallen wird bzw. ich nicht so viel Zeit verwenden muss... 20 Std die Woche wären wirklich ganz schön happig...

Fink,

dass mit den 20 Stunden ist halt relativ. Das ist immer als Durchschnittswert zu sehen und hängt stark von den Vorkenntnissen ab. Es ist viel Fleißarbeit dabei und viel Stoff pro Modul. Ob das noch neben einem natwis. Studium geht, kann ich nicht beurteilen. Wieviel Belastung hast Du denn jetzt?

Ich würde Dir vorschlagen (ähnlich wie Gunnar), mal ein Modul zu belegen und es einfach auszuprobieren. Da hängst Du dann zwar ein wenig Geld rein, aber danach bist Du vielleicht schlauer :). Umsonst ist das sicher nicht, denn Deinen Horizont wirst Du dadurch garantiert erweitern! Ist halt sicher eine andere Welt ggü. dem, was Du jetzt studierst!

Ein Studium hier an der FU ist zudem auch ein anderer Weg als an einer Präsenzuni! Und die Erfahrung, ob Dir diese Art zu studieren liegt, musst Du, denke ich, selbst machen!

Fink, Du kannst Dir die Kurse auch erst einmal im Studienzentrum ansehen, um einen ersten Eindruck zu bekommen.

Dass man das studienmaterial ansehen kann, ist natürlich super! werde das auf jedenfall machen. und wenn ich dann nicht zu abgeschreckt bin, werde ich wohl ins kalte wasser springen ;). aber vielleicht doch eher geschichte als hauptfach.
studiert hier noch jemand geschichte?

Bei mir wird's wohl Geschichte als Nebenfach werden, da mich LitWis noch mehr interessiert. Aber es werden sich wahrscheinlich, wenn die neue Struktur greift, auch ein paar hier tummeln (hoffentlich!), die Geschichte als Hauptfach wählen wollen.

Ich hoffe, dass es das neue Studienmaterial bald in den Studienzentren gibt - ich glaube nicht, dass Du da jetzt schon (vor Semesterbeginn) fündig wirst!

Hm ja literatur finde ich auch super, aber ich mag das zerlegen von büchern nicht so gerne. naja mal abwarten, man muss sich ja nicht gleich entscheiden. versteh ich das richtig, dass du auch erst zum nächsten ws anfängst?

ich denke auch, dass es das neue studienmaterial noch nicht geben wird. allerdings kann man sich schon mal nen eindruck verschaffen, wie gut es ist. wie verständlich, optisch und didaktisch aufgebaut etc.

möchtest du kuwi aus beruflichen gründen studieren oder eher aus spaß bzw persönlicher entfaltung? bei mir wird es wohl maximal ne mischung aus beidem werden mit starker tendenz zum letzteren...

Habe schon angefangen, aber als Akademiestudierende. Muss also dieses Semester Modul 2 bearbeiten und Klausur bestehen, dann kann ich zur Zugangsprüfung antreten. Naja, und ob die klappt, wissen die Götter.

Da ich zwar im alten Studiengang angefangen habe (sprich: ohne Schwerpunkt), mich aber erst nach WS 08/09 ordentlich einschreiben kann (das hängt halt von der Zugangsprüfung ab), werde ich zum "alten" Studiengang nicht mehr zugelassen. Finde ich ein wenig schade, da ich den irgendwie besser fand (da war halt von allen vier Fakultäten ein wenig drin - jetzt muss man ja sechs Module das Gleiche studieren). Aber ich kann damit leben, LitWis interessiert mich eh' am meisten.

Ich mach das hier nur "hobbymäßig" - beruflich kann ich das Gelernte nur anteilig anwenden.

Sandra,
ich verfolge schon eine ganze Weile dein Engagement in diesem Forum und traue mich nun,auch einmal zu schreiben, ob meine Zeit noch gar nicht gekommen ist. Aber ich platze vor Neugier. Ich bin 45 Jahre und hole gerade mein Abi auf dem Abendgymnasium nach, ein hartes Brot, aber zwei Jahre sind schon geschafft. Theoretisch könnte ich ja an der Fernuni Hagen auch ohne Abi studieren, ich glaube du machst das so. Ist das richtig? Aber ich will versuchen, das eine Jahr noch zu schaffen. Ich bin total glücklich, dass es ab diesem Jahr meinen Lieblingsstudiengang Literaturwissenschaften wieder gibt, ich habe an ein Wunder nicht mehr geglaubt. Jetzt bin ich sehr neugierig - vielleicht weiß das ja schon einer - was das an Pflichtlektüre, Romane, Dramen etc. gelesen werden muss. Das würde mich sehr interessieren, da Literatur mein größtes Hobby ist. Vielleicht kann ich mich ja auch als Noch-Nichtstudent hier ein bisschen austauschen?
Alles Liebe von anstasia

Anastasia,

na klar kannst Du hier im Studienservice schon dabei sein - ich freue mich besonders über "Neuzugänge" im Bereich KuWi, da ist eh' zu wenig los!

Ich denke, dass Du das mit dem Vollabi richtig machst. Den Weg, den ich gehen muss, würde ich an Deiner Stelle garantiert nicht vorziehen. Denn so eine Zugangsprüfung kann ja auch daneben gehen. Ich habe nur FH-Reife auf dem zweiten Bildungsweg gemacht. Daher muss ich es so machen.

Du könntest aber, wenn es Dich soooo brennend interessiert, mal ein Studienzentrum in Deiner Nähe besuchen und dort einen Blick in die Studienbriefe werfen. Oder, wenn es Deine Zeit zulässt, auch schon als Akademiestudierende Kurse belegen und bearbeiten. So als kleiner Einstieg vorab, sozusagen.

Welche Pflichtlektüre zu lesen ist, weiß ich leider auch noch nicht, da der neue Studiengang erst zum Wintersemester beginnt. Ich muss mich im zweiten Modul (nach der alten Struktur) u. a. intensiv mit der Textinterpretation der Ödipus-Tragödie von Sophokles auseinandersetzen.

So - und nun weiter viel Spaß hier im Forum wünscht Dir
Sandra

vittoriacolonna wrote:

Aber es werden sich wahrscheinlich, wenn die neue Struktur greift, auch ein paar hier tummeln (hoffentlich!), die Geschichte als Hauptfach wählen wollen. \

Ich werde Geschichte als Hauptfach wählen, dann kann ich euch berichten :) Aber erstmal muß ich im September M1 hinter mich bringen :p

Mit den Studienzentren bin ich nicht sicher. In Leverkusen wollen die einen Studienausweis sehen, bevor sie einen in die Bibliothek lassen. Also besser mal vorher anrufen, ob es möglich ist, sich die Kurse anzusehen.

In Frankfurt ist man da nicht so streng - aber ist vielleicht wirklich ganz gut, sich vorher zu erkundigen!

Vor der Zugangsprüfung habe ich einen Riesenbammel:(

Gibt es denn hier Erfahrungswerte, wie z. B. die Durchfallquote ist? Ich habe gehofft, das das nur eine "Formalität" ist, wenn man die ersten beiden Klausuren bestanden hat, weil doch die Prüfung genau den gleichen Stoff umfasst, nur halt in mündlicher Form. War wohl Wunschdenken...

LG
trollkjerring

Sandra,
danke für deine schnelle Antwort. Leider kann ich mich jetzt noch nicht als Akademiestudierende anmelden. Das würde ich gerne, aber dieses Abitur neben der Arbeit lässt mir schon kaum Zeit zum Atmen. Ich bin jetzt in der letzten Phase vor der Fachhochschulreife und muss in der nächsten Woche noch 3 Tests schreiben. Ich weiß schon nicht mehr, wie ich das noch einordnen soll.
Ist die Ödipus-Problematik ein Teil der Literaturwissenschaften? Das kann man doch auch ganz gut in Soziolgie einordnen.
Was genau ist denn der Unterschied deines Weg, den du jetzt gehst? Mir hatten sie bei der Fernuni gesagt, die Prüfungen sind identisch mit denen der Studenten mit Abitur. Deshalb wollte ich ja hier schon alles hinschmeißen.
Im Moment muss ich wieder vermehrt englische Bücher lesen, weil die Abi-Prüfung im nächsten Jahr garantiert nicht witzig ist. In Deutsch und Geschichte bin ich absolute Spitze, da könnte ich sofort Abi schreiben, aber das interessiert ja keinen :)
Ich werde mich hier immer mal melden, besonders wenn es im WS dann losgeht und die ersten ihre Erfahrungen einbringen.
Liebe Grüße von anastasia

anastasia, ich wünsche Dir viel Erfolg beim ABI

Anna,
kann ich gut gebrauchen. Ich glaube, das letzte Jahr wird nicht witzig. Aber ich denke, auch das Fernstudium ist dann wieder schwer. Den Vorteil, den ich vielleicht habe, dass ich es gewöhnt bin, jeden Tag nach Feierabend noch 5 Stunden zur Schule zu gehen und das ganze WE zu lernen. Da kommt es mir vielleicht dann doch erstmal einfacher vor, wenn ich nach Feierabend auf der Couch sitzenbleiben kann :)
Liebe Grüße von anastasia

anastasia_63 wrote:

Ist die Ödipus-Problematik ein Teil der Literaturwissenschaften? Das kann man doch auch ganz gut in Soziolgie einordnen.
Was genau ist denn der Unterschied deines Weg, den du jetzt gehst? Mir hatten sie bei der Fernuni gesagt, die Prüfungen sind identisch mit denen der Studenten mit Abitur. Deshalb wollte ich ja hier schon alles hinschmeißen.


Hallo anastasia,

ich muss halt die Zugangsprüfung machen. Also erst zwei Pflichtmodule studieren, Klausuren bestehen und danach in Hagen bei einem Prof antreten, der dann über Wohl und Wehe meiner weiteren Uni-"Karriere" entscheidet. Finde ich nicht so prickelnd ... ich mag nicht so gerne mündliche Prüfungen, auch wenn ich bisher noch in keiner gescheitert bin.

Die Klausuren sind in der Tat die gleichen, die auch alle anderen Studenten schreiben müssen. Da gibt es keinen Unterschied. Schließlich bekommt man die studierten Module nach der Zugangsprüfung ja auch voll anerkannt!

Die Ödipusgeschichte ist in diesem Modul die Grundlage für Textinterpretationen in den Kulturwissenschaften. Da das Modul noch aus der alten Struktur kommt, in der ja vier Disziplinen unter einem Dach vereint waren, hat der Autor des Studienbriefs versucht, sich der Ödipus-Tragödie aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern. So wird neben verschiedenen Bearbeitungen der Sage in verschiedenen Zeitepochen u. a. auch eine philosophische Betrachtung und auch die berühmte Freudsche Deutung thematisiert.

Die Lerndisziplin, die Du beschreibst, wird Dir sicher von Nutzen sein. Wenn man mal in dem Lerntrott drin ist, findet man sich auch leichter in das selbstständige Arbeiten an der Fernuni hinein. :)

LG
Sandra