Ich brauche dringend mal euren Rat, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß.
Ich habe mein Abitur im Jahr 2009 mit 2,0 abgeschlossen. Da ich nicht so richtig wusste, in welche berufliche Richtung es gehen sollte, habe ich mich erst mal eine Weile mit Nebenjobs herumgeschlagen.
Nun ist die Wahl auf Psychologie (nicht die klinische Richtung, möchte später definitiv nicht als Therapeutin tätig sein) gefallen. Nach den ersten Recherchen kam sofort die große Ernüchterung: ich habe mit meinem Schnitt und meinen popeligen vier Wartesemestern im Grunde keinerlei Chance auf einen Studienplatz an einer Präsenzuni. Ich müsste vermutlich noch mindestens zwei oder drei Jahre warten. Klar, Bewerbungen werde ich trotzdem losschicken, aber die Wahrscheinlichkeit ist einfach extrem gering und ich muss mich nun nach Alternativen umsehen.
Das Problem ist, dass es für mich keine wirkliche Alternative zu Psychologie gibt. Also kein Studiengang, der mich ebenso oder ähnlich stark reizen würde. Auch keine Ausbildung, während derer ich ja weiter Wartesemester sammeln könnte, um dann im Anschluss Psychologie zu studieren.
Nun bin ich auf die Fernuni Hagen gestoßen, das wäre die einzige momentane Möglichkeit für mich, Psychologie zu studieren. Im Grunde sehe ich jetzt nur zwei Optionen für mich:
1) Ich schreibe mich für den Studiengang an der FU ein und ziehe dieses Studium als Erststudium durch, mache nebenbei zum Geldverdienen dann weiterhin den ein oder anderen Nebenjob. Damit würde ich das "richtige" Studentenleben, mit Hörsaal, anderen Studis etc. jedoch nie kennen lernen. Auch habe ich starke Bedenken, ob ein Fernstudium als Erststudium (fehlende Praxis...) wirklich geeignet ist und ob ich damit später nicht im Vergleich zu anderen Bachelor-Absolventen, die an einer Präsenzuni waren, (v.a. in Bezug auf den Arbeitsmarkt) benachteiligt wäre.
2) Ich schreibe mich an einer Präsenzuni für Soziologie o.Ä. ein (finde ich jedoch lange nicht so interessant wie Psychologie, ist also nicht mein Wunschstudiengang und "reicht" mir eigentlich auch nicht) und schreibe mich dann ein paar Semester später auch bei der Fern Uni Hagen ein, studiere dann quasi parallel an einer Präsenz- und der Fernuni. Die Option gefällt mir deutlich besser als die erste, da ich das Unileben kennen lernen kann, die Sozialkontakte da sind, ich aber trotzdem nicht auf Psychologie verzichten müsste (und bei erfolgreichem Abschluss gleich zwei BA-Abschlüsse in der Tasche hätte). Bedenken habe ich jedoch aufgrund des Zeitaufwands. Ich müsste neben dem Soziologiestudium und dem Fernstudium ja auch noch jobben gehen...
Ich weiß im Moment einfach nicht weiter. Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Was würden diejenigen, die schon studiert haben/gerade studieren und die Anforderungen und das Unileben im Gegensatz zu mir besser einschätzen können/kennen mir empfehlen?
Wegen den allgemeinen Anforderungen eines Fernstudiums mache ich mir übrigens keine Sorgen, da ich der Typ Mensch bin, der ziemlich diszipliniert sein und auch am besten allein/autodidaktisch lernen kann...
Ich bin für jede Antwort dankbar, vielen Dank im Voraus!
Comments
ClaudiaV
Contributions on this page: 1
View profileich würde es auf jeden Fall mit Bewerbungen an Präsenzunis versuchen. Hast du ansonsten mal daran gedacht, im Ausland zu studieren? In Österreich gibt es, glaube ich, Testverfahren, manche studieren auch in den Niederlanden.
Dann gibt es noch die Möglichkeit, einfach an der Fernuni zu beginnen. Das Studium ist fachlich einem Präsenzstudium äquivalent, Praxis hat man auch in einem Präsenzstudium nicht. Die kann man aber beispielsweise im ehrenamtlichen Bereich erwerben, auch neben einem Fernstudium.
Bleibt das Problem des Studentenlebens ;)
Es gibt durchaus die Möglichkeit von der Fernuni an eine Präsenzuniversität zu wechseln, nachdem man einige Module abgeschlossen hat. Ich kenne persönlich 2 Studentinnen, die diesen Weg gegangen sind und dabei ganz gute Erfahrungen mit der Anrechnung der Module gemacht haben. Das kann allerdings von Uni zu Uni unterschiedlich sein, man muss wohl damit rechnen, bei einem solchen Wechsel eventuell ein Semester zu verlieren. Dieser Wechsel ist auf jeden Fall auch dann möglich, wenn die Abinote nicht für den NC für Studieneinsteiger reicht.
Liebe Grüße
Claudia
vroni0815
Contributions on this page: 1
In Luxemburg geht z.B. ein Psychologiestudium ohne NC auch an der Uni. Ich würde mich an Deiner Stelle aber für Psychologie an verschiedenen Unis bewerben, bei Dir werden ja noch Wartesemester dazu gerechnet, wenn Du noch nicht an einer Uni warst.
Vielleicht hast Du ja Glück und kommst doch irgendwo rein? Also meine Freundin (okay Abi 2001) ist mit dem Schnitt von 2,0 in Psychologie reingekommen in Bremen.
Ansonten: einfach ausprobieren.
Entweder Soziologie oder ähnliches an Präsenzuni und parallel Psychologie. Das machen einige, es ist wohl zu schaffen. Kommt noch darauf an, wieviel Du jobben gehen möchtetst. Oder Psychologie an der Fernuni und später versuchen in das Fach an eine Präsenzuni reinzukommen, indem Module angerechnet werden.
Zudem gibt es einige Unis die bieten Wirtschaftspsychologie als Studiengang an. Ich weiß nicht, wie da der NC liegt. Könntest du ja auch probieren.
Du musst abwägen, ob Dir das Studentenleben oder das Studienfach wichtiger ist. Ich persönlich finde die FernUni super, fand es an der Uni auch nicht gerade viel besser. In Vorlesungen zu sitzen fiel mir schwer, es ging zu langsam, manchmal schweifen die Profs vom Thema ab... aber die Erklärungen in Vorlesungen oder in Tutorien können manchmal natürlich "einfacher" sein, als nur durch lesen. Lernen musst Du letztendlich ja doch allein. Und eine regionale Lerngruppe von Angesicht zu Angesicht gibt es auch an der FernUni. Mach doch eine Pro- und Contra- Liste?
Grüße, Verena
sonnenscheiner
Contributions on this page: 1
View profiletendenziell gingen die NCs mit Wirtschaftspsychologie wohl höher als die für Psychologie.
Was dir auch bewusst sein muss: Wenn du sowohl FU als auch Präsenzuni nimmst, musst du unter Umständen nur für den 'Flair des Studentenlebens' oft 500€ ohne Gegenleistung in Form von Kursen an Präsenzunis ausgeben. Du hast zwar ein Semesterticket und ein bisschen Bespaßung unterm Semester, mehr aber auch nicht. Häufig genug nicht mal einen Platz in den Seminaren, die du laut Plan bei den Sozialwissenschaftlern besuchen müsstest. Und du hast weniger Zeit zum Jobben mit Präsenzstudium am Fuß.
Ich würde dir daher zur 1. Lösung raten. Das Studentleben kannst du auch über lokale Stammtische und den Gang zu Semesterparties an Unis deiner Nähe einholen. Kontakte kannst du bei Präsenzveranstaltungen der FU auch knüpfen.
Grüße sonnenscheiner
Azrael
Contributions on this page: 1
View profileIch rate Dir auch zur 1. Option. Du hättest mit dieser Option den Vorteil, Praktika machen zu können um Dein praktisches Wissen zu erweitern und um Kontakte zu knüpfen.
LG Azrael
airwencell
Contributions on this page: 1
View profileHey Tamla,
hast Du dein Studium jetzt begonnen? Würde mich mal interessieren, wie Du dich jetzt entschieden hast und damit zurecht kommst.
Es geht mir vor allem darum, wie Du das mit den Nebenjobs machst- wie Du das zeitlich schaffst.
Ciao!