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wie vorgehen beim exzerpieren?

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Aus moodle L1

Liebe Studierende,

wenn Sie in der Moodle-Lernplattform des Moduls L1 angekommen sind, haben Sie die ersten organisatorischen Hürden Ihres Studiums bereits erfolgreich überwunden. Nichtsdestotrotz türmen sich die umfangreichen Kursmaterialien vor der einen oder dem anderen unter Ihnen möglicherweise zu einem schier unbezwingbar wirkenden Berg auf. Die Masse an Material, die Sie im Rahmen des ersten Moduls zu bewältigen haben, ist für sich genommen schon anspruchsvoll. Was noch hinzukommt, ist die Schwierigkeit, den Stoff sinnvoll zu strukturieren und – bei der wenigen Zeit, die vielen von Ihnen neben anderen Verpflichtungen für das Studium bleibt – die Lektüre effizient zu gestalten. In diesem Sinne möchte ich Ihnen unterstützend ein paar Tipps für Ihre Lektüre geben.

1. Lesestrategien / Etappen der Lektüre

Grundsätzlich lassen sich mehrere Lesestrategien bzw. Etappen der Lektüre unterscheiden:
Kursorisches Lesen: worum geht es in dem Text? (grundsätzliche Relevanz)
Langsames Lesen: Was sind die Kernaussagen? Wie ist der Text gegliedert? Was ist der Argumentationsaufbau? (Unterscheidung von Inhalt und Aufbaulogik)
Zeitlupenlesen: Worin liegt die Schwierigkeit unverständlicher Textstellen? (Unbekannte Prämissen, unbekannte Terminologie, zu wenig Vorwissen, unverständliche Argumentation, … ?)
Selektives Lesen: Welche Teile des Textes sind für mich relevant?
Kritisches Lesen: Ist die Argumentation nachvollziehbar? Gibt es logische Brüche oder kritische Einwände? Sind Argumente anderer Autoren plausibler?

Sie sehen: Lesen braucht Zeit, die professionelle Lektüre ist ein mehrstufiger Prozess. Wenn Sie jedoch die verschiedenen Lesestrategien beherrschen und sich einen Text in mehreren Etappen, je nach Schwierigkeitsgrad der Darstellung und eigenem Vorwissen, erschließen, arbeiten Sie trotzdem effizient. Anders als beim einmaligen schnellen Lesen erreichen Sie bei der strategischen Lektüre ein viel besseres Textverständnis und memorieren die Inhalte ungleich besser. Zudem vermeiden Sie die Gefahr, dass Sie zwar Stichworte aus dem Text wiedergeben können, jedoch den jeweiligen Sinn und die größeren Zusammenhänge nicht richtig erfassen.

Hier sei auch auf den Sinn von Paraphrasierungen hingewiesen: Oft haben wir den Eindruck, einen Zusammenhang zu verstehen, kommen dann aber ins Straucheln, wenn wir ihn in eigenen Worten erläutern sollen – nutzen Sie diesen „Indikator“. Wenn Sie versuchen, das Gelesene zu paraphrasieren, merken Sie schnell, ob Sie den Sinn tatsächlich erfasst haben.

2. Vorschlag für ein Lektüreverfahren

Wie lässt sich nun ein Lektüreprozess pragmatisch, d.h. zeitökonomisch und dabei trotzdem effizient gestalten? Ein meines Erachtens gut umsetzbarer Vorschlag für ein Lektüreverfahren findet sich bei Madeleine Marti und Marianne Ulmi in ihrem Beitrag Lesend denken – Strategien im Umgang mit Fachtexten:[1]

Lesen Sie einen Text zuerst einmal durch, ohne Unterstreichungen vorzunehmen. Lesen Sie den Text ein zweites Mal durch und vollziehen Sie folgende drei Arbeitsschritte:
Markieren Sie die Kernaussagen und die Argumentationsstruktur des Textes.
Gliedern Sie inhaltlich: Fassen Sie mit Leitwörtern den Inhalt der einzelnen Abschnitte zusammen.
Gliedern Sie logisch: Benennen Sie die Funktion eines Abschnitts. Also: Wird eine These aufgestellt oder mit einer Begründung erläutert? Werden Beispiele oder Belege aufgeführt? Werden Ergebnisse dargelegt oder Schlussfolgerungen gezogen?

Bei diesem Lektüreverfahren geht es darum, dass Ihnen die inhaltlichen Zusammenhänge eines Textes klarwerden, aber auch seine Struktur, sein Argumentationsaufbau.

Die „Investition“ in ein strukturiertes Lektüreverfahren lohnt sich in jedem Fall und ist eine gute Basis, damit Sie bereits zu Beginn Ihres Studiums einen fundierten und motivierenden Zugang zur (Literatur-)Wissenschaft finden!

Herzliche Grüße aus München,
Ihre Natalia Igl

Ich gehe so vor, wie es in dem Beitrag von Frau Igl beschrieben ist. Den Artikel, auf den sie sich bezieht, habe ich kurz gelesen.

Wichtig finde ich persönlich Zusammenfassungen, die ich mir nach dem zweiten Lesen und dem Anstreichen mache.

LG Miss Sophie

Danke!

mein problem ist nur, meine exzerpte werden immer ellenlang :(
naja, ich werd schon noch reinkommen ;)

lg, marina

Das Problem kenne ich. Ich weiss, dass einem die Zeit ohnehin wegläuft, aber vielleicht kannst Du versuchen nachträglich die erzählten Exzerpte erneut zu verdichten und zu kürzen?

Ich nehme mir immer einen Absatz vor und versuche ihn so kurz wie möglich mit meinen eigenen Worten zusammenzufassen. Absatzweise vorzugehen, hilft mir, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.

Aber macht Dir keine Sorgen, schließlich wirst Du dafür nicht benotet.
LG Miss Sophie

Meine Exzerpte sind auch immer zu lang. In der Prüfungsvorbereitung kürze ich sie immer auf das Wesentliche (man hat dann ja mehr den Gesamtüberblick und kann einschätzen was wichtig sein könnte) und schreibe mir dann noch mal Stichpunkte auf Karteikarten.

Bin bis jetzt gut damit gefahren. Aber ich habe auch lange gebraucht, um für mich persönlich eine Lernstrategie zu entwickeln.

LG Kuni

KuniKühn wrote:

Meine Exzerpte sind auch immer zu lang. In der Prüfungsvorbereitung kürze ich sie immer auf das Wesentliche (man hat dann ja mehr den Gesamtüberblick und kann einschätzen was wichtig sein könnte) und schreibe mir dann noch mal Stichpunkte auf Karteikarten.


Da haben wir das gleiche Konzept Kuni :p Ich mache es genau wie Du und fahre damit wunderbar.

KuniKühn hat vollkommen Recht, jeder muss letztendlich seine eigene Lernstrategie entwickeln.

In diesem Sinne allen ein glückliches Händchen dabei.
LG Miss Sophie

Ich exzerpiere immer möglichst kurz, arbeite mit Absätzen, Tabellen, farblichen Markieren, Kursiv- und Fettschrift. Ich kann besser am Rechner exzerpieren, wenn ich damit für eine Klausur lernen muss; da kann ich im Zweifel alles nochmal verschieben, unterstreichen, kleiner machen.. usw.

Praktisch fand ich diese Veranstaltung: [COLOR=#1D2A8D][U][URL="https://www.fernuni-hagen.de/stz/castrop-rauxel/veranstaltungen/arbeitenmitstudienbriefen031109.shtml"]Arbeiten mit Studienbriefen - Veranstaltungen - Castrop-Rauxel- Studienzentren in NRW - FernUniversitt in Hagen[/URL][/U][/COLOR]

Bei wirklich schweren Sachen hat mir am Anfang des Studiums die Loci-Methode ([COLOR=#1D2A8D][U][URL="https://schule.jugendnetz.de/index.php?id=173#c189"]fit@school: Die Loci-Methode[/URL][/U][/COLOR] ) geholfen, obwohl ich das Prinzip zuerst total bescheuert fand.

netti,

danke für die info :)

zur zeit gehts schon ein bisschen besser, hab heute mit dem karteikartensystem angefangen. :)

lg, marina