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Winnenden

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Ich eröffne diesen Thread, weil mich das schreckliche Massaker von Winnenden doch sehr traurig macht. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich stehe den ständig neuen Informationen mehr oder weniger fassungslos gegenüber. Wenn man selbst Kinder hat, ist es vielleicht noch ein wenig schlimmer, sich vorzustellen, was dort passiert ist.

Wem es ähnlich geht oder wer vielleicht auch was dazu schreiben will, kann das gerne hier tun.

LG
Sandra

Comments

Sandra,

ja, mich hat das gestern auch sehr entsetzt und beschäftigt.
Ich habe gestern nacht nach der Arbeit noch sehr besorgt die Berichterstattung und Fernsehdiskussionen verfolgt und mich vorhin beim Frühstück noch mit meinem Sohn darüber unterhalten.

Ich vermisse mal wieder Fingerspitzengefühl in der medialen Aufbereitung. Ich fürchte, dass der Rummel um die Person des Täters die Sache für potenzielle Nachahmer noch attraktiver macht.

Neben der geforderten Ursachenforschung, würde ich mir im Moment zeitnahe Reaktionen und Maßnahmen, was die Sicherheit unserer Kinder angeht, wünschen.

Angelika

Ich weiß nicht genau, wie die Medien mit dieser schrecklichen Tat umgehen sollten. Berichten sie zuviel, wirft man ihnen vor, Nachahmer und Trittbrettfahrer auf den Plan zu rufen. Berichten sie zu wenig, kommen sie ihrer Informationspflicht nicht nach.

Ich bin da sehr unsicher. Schlimm finde ich, wenn - was in manchen Sendungen schon wieder passiert - man überwiegend der Schule oder den Lehrern die Schuld gibt. Auch unter denen sind Opfer.

Ich war gestern Abend in der Aufführung "Der Sturm" in der Aula eines Gym. unserer Stadt. Theater-AG, Jugendsinfonieorchester und LK Musik (13) haben das ganze auf die Bühne gebracht, komponiert hat es der erst 16 Jahre alte Maximilian Guth, der selbst im Orchester mitspielte.
Zwischendrin kamen mir immer wieder die Tränen: Ich hatte auf der Fahrt dahin im Radio wieder einen Bericht über den Amoklauf gehört und musste ständig daran denken, als ich die jungen Leute auf der Bühne sah, so aufgeregt und doch so professionell! Glücklich, dass so viele Leute gekommen waren, stolz, dass alles gut klappte usw. Ach, es ist so unfassbar, macht wütend und traurig zugleich. Hin- und hergerissen von Gefühlen für Opfer und Täter bin ich: Habe selbst Söhne, die etwas älter als der Täter sind und unsere Tochter ist in dem Alter der Opfer.
Ich meine, zunächst mal ist Zurückhaltung geboten: Die Medien, die nun über den Ort herfallen und auf der Suche nach auskunftsfreudigen Leuten sind - nee, nee, wir hatten das gerade im letzten Jahr hier in unserer Stadt und es ist einfach nur ekelhaft.
Hedwig

Da stimme ich Uli voll und ganz zu: Berichterstattung ist wichtig, die Frage des "Wie" ist aber wesentlich! Ich habe die Berichte gestern abend auch verfolgt und könnte nicht einmal sagen, dass es dabei in erster Linie um die "Person" des Amokläufers ging; natürlich muss man aber auch über Hintergründe sprechen, um Ähnliches in der Zukunft verhindern zu können - wenn das denn möglich ist.

Ich glaube kaum, dass hier Diskussionen über verschärfte Waffengesetze beispielsweise angebracht wären, denn die Gesetze sind da, es hilft nur nicht, wenn sie missachtet werden. Meiner Ansicht nach haben Schusswaffen in Privathaushalten grundsätzlich nichts zu suchen, basta.

Uns beschäftigte gestern abend die bei uns "übliche" Diskussion: War der Junge krank? Macht ein "gesunder" Mensch so etwas? Liegen die Ursachen für solche Taten nicht eher in der "kranken Gesellschaft"?

Meine Schwiegermutter war bei dem Amoklauf in Austin 1966 live dabei, und sie rief gestern abend ziemlich aufgelöst an - allein die Berichte lösen in ihr Ängste solchen Ausmaßes aus, und das nach mehr als 40 Jahren!

Ich fühle mit den zig Menschen, deren Leben für immer von dieser Tat beeinflusst und bestimmt sein wird.\

UliS wrote:

Ich weiß nicht genau, wie die Medien mit dieser schrecklichen Tat umgehen sollten. Berichten sie zuviel, wirft man ihnen vor, Nachahmer und Trittbrettfahrer auf den Plan zu rufen. Berichten sie zu wenig, kommen sie ihrer Informationspflicht nicht nach.

Ich bin da sehr unsicher. Schlimm finde ich, wenn - was in manchen Sendungen schon wieder passiert - man überwiegend der Schule oder den Lehrern die Schuld gibt. Auch unter denen sind Opfer.

SaraH08 wrote:

Uns beschäftigte gestern abend die bei uns "übliche" Diskussion: War der Junge krank? Macht ein "gesunder" Mensch so etwas? Liegen die Ursachen für solche Taten nicht eher in der "kranken Gesellschaft"?

Ich finde besonders schlimm, dass man nicht dahinter kommt, warum diese Amokläufer das tun, weil sie sich ja meist selbst richten. So auch hier. Erst hieß es, Tim K. sei auf der Flucht erschossen worden, später hieß es dann, er habe einen Beinschuss gekriegt und habe sich daraufhin eine Kugel in den Kopf gejagt. Mein Gott, das ist doch alles nicht normal. Und die Unsicherheit bleibt - auch wenn der Täter nicht noch mehr Leuten den Tod bringen kann. Ich Frage mich halt immer nach dem Warum ...

Es stimmt, die Berichterstattung ist ein Drahtseilakt; schade, dass selbst die Öffentlich-rechtlichen inzwischen die Balance etwas zu verlieren drohen.

Viel schlimmer finde ich allerdings, die eindimensionale Verbotsmentalität. In Ihrer Hilflosigkeit und dem Aktionismus, gleich einem politischen Opiat, wird Symptombehandlung betrieben - natürlich werden die Rufe laut, z.B. einschlägige Computerspiele auf den Index zu setzen.
Anstatt endlich mal zu Fragen und aufzuschlüsseln, was in unserer Gesellschaft und ihren Werten schief läuft.

Natürlich ist mein Mitgefühl bei den Hinterbliebenden der Opfer. Man weiss, was es heisst, Menschen zu verlieren - wenn auch nicht auf diese sehr eigene, unfassbar tragische Art.

Aber mich persönlich beschäftigt bei diesen Fällen auch immer die psychologische Betrachtung der Frage, nach den Empfindungen der Eltern des Täters. Der Schmerz über den Verlust des geliebten Sohnes (der nur natürlich wäre) oder die schockierende Tragik, dass der eigene Sohn zu einem Mörder wurde, der mehr als ein Dutzend unschuldiger Menschen geradezu hinrichtete. (Was ebenso auftreten wird). Die Dimension dieser Zerreissprobe muss unvorstellbar sein...

ubbe wrote:

Aber mich persönlich beschäftigt bei diesen Fällen auch immer die psychologische Betrachtung der Frage, nach den Empfindungen der Eltern des Täters. Der Schmerz über den Verlust des geliebten Sohnes (der nur natürlich wäre) oder die schockierende Tragik, dass der eigene Sohn zu einem Mörder wurde, der mehr als ein Dutzend unschuldiger Menschen geradezu hinrichtete. (Was ebenso auftreten wird). Die Dimension dieser Zerreissprobe muss unvorstellbar sein...

Das sehe ich ähnlich. Wieviel Vorwürfe werden sich die Eltern selbst machen (und von anderen gefallen lassen müssen), dass die Waffen nicht sicher genug verwahrt wurden (laut Gesetz müssen die ja unter Verschluss sein). Die kriegen jetzt ja wohl auch ein Strafverfahren an den Hals.

Die Reaktionen der Außenstehenden schwanken sicher zwischen Mitleid mit den Eltern und Kopfschütteln über deren Fahrlässigkeit. Die Trauer um den Sohn gerät da vielleicht sogar ins Hintertreffen ...

Mir gingen gestern (und auch heute noch) so einige Gedanken durch Kopf.
Die ich gerne hier loswerde, wenn ich darf.

Ich fand die Berichterstattung in der ARD übrigens seriös, informativ und so einfühlsam wie es bei der Tat überhaupt möglich ist.
Und ich finde es wichtig, daß darüber berichtet wird.
Laut Expertenmeinungen ist auch eher das Internet das Problem, das solche Taten und deren Täter in einen Kultstatus hochstilisiert.

Da verabschiedet man als Eltern sein Kind frühmorgens nichtsahnend in die Schule und dann passiert so etwas.
Und immer bleibt die Frage nach dem Warum...

Mein tiefes Mitgefühl gilt den unschuldigen Opfern und deren Angehörigen, denen, die das hautnah erleben mußten, den Eltern des Täters...

Ich finde, daß dies ein gesellschaftliches Problem ist. Etwas was uns alle angeht.

Im SWR kam gestern zu dem Thema u. a. die Landeselternbeirätin zu Wort.
Sie hat einiges gesagt, worüber man nachdenken sollte.
Ich versuche das mal wiederzugeben:

Heute sollen Kinder/Jugendliche und auch Eltern nur noch funktionieren.
Der Druck auf beide Seiten ist immens groß. Es wird erwartet, daß beide Eltern arbeiten gehen, es wird erwartet, daß die Kinder in der Schule funktionieren. Nicht mehr der Mensch zählt, sondern nur noch Leistung.

Ich finde sie hat Recht!
Schlechte Noten werden zu einem Riesenthema, die Kinder fühlen sich schon beim kleinsten Fehler als die großen Versager. Schon Grundschüler haben immense - anerzogene - Versagensängste.
Und wann haben Erwachsene denn noch Zeit für Teenies?
Die meisten sind sich doch selbst überlassen. Kein Ansprechpartner sichtbar nach der Schule, kein Ansprechpartner in der Schule.
Überall soll man angepaßt sein, die Lehrer beschäftigen sich nicht mit den stillen Kindern, sondern mit den Rabauken und disziplinieren die. Wo ist da noch Platz für die Sorgen und Nöte der anderen?
Die Kids werden in einer egosistischen Leistungsgesellschaft groß, soziales Verhalten wird kaum noch anerzogen...
Und die Berufsaussichten? Welcher Ausbildungsbetrieb nimmt denn heute noch Kids ohne Abitur oder hochqualifizierten Realschulabschluß?
Das ist auch falsch.

Und wenn ich mir vorstelle, man kommt mit diesem Druck, mit diesen Ängsten in die Pubertät und man hat das Gefühl man ist damit komplett allein, unglaublich wütend auf alles und jeden...

Ich fand meine eigene Pubertät selbst schwierig.
Aber heute ist sie noch viel schwieriger...

Um hier Hilfe zu leisten muß viel getan werden.
Da sind wirklich ALLE gefragt, die ganze Gesellschaft, Eltern, die Kids selbst untereinander, Schulen, Ausbilder, die Politik usw.

Es wird immer viel über Bildung in Kindergärten, Grundschulen, Ausbau der Kinderbetreuung gesprochen, aber die Probleme der Teenies sind nicht wirklich Thema in der Öffentlichkeit.

Sorry, wenn das alles ein bißchen wirr ausformuliert scheint. Sind einfach meine traurigen Gedanken dazu...

Computerspiele, Leistungsdruck vs. soziale Kompetenz

Das sind die zentralen Begriffe, um die jetzt die öffentliche Diskussion kreist.

Ich selbst kann diesen Spielen überhaupt nichts abgewinnen - kann nicht mal begreifen, wie man an solchem Tun Vergnügen finden kann und ehrlich gesagt bewegt sich solches Treiben für mich persönlich am Rande des guten Geschmacks...um es mal ebenso subjektiv, wie euphemistisch auszudrücken.

Tatsächlich kenne ich ne Menge Leute, die darauf stehen, auch solche, die ich als durchaus reflektierte Leute sehr schätze.

Ich sehe in der Diskussion um diese Spiele (als Ursache)jedoch die Gefahr, die Sache sehr zu vereinfachen. Aus dieser Haltung spricht auch eine gewisse eskapistische Grundhaltung: wenn die Spiele schuld sind, ist die Gesellschaft entlastet.

Tatsächlich ist in unserer Gesellschaft eine Tendenz dahingehend zu beobachten, dass bereits im Kindergarten gefördert wird, was das Zeug hält, anstatt den Fokus auf den Erwerb sozialer Kompetenzen zu legen.

Das zieht sich im weiteren durch die Schulen...Mobbing gehört fast schon zum guten Ton und ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich nach der Trennung von meinem Mann, gelernt habe, dass Kinder ab 12 Jahren keine Betreuung mehr brauchen und der Gesetzgeber davon ausgeht, dass alleinerziehende Mütter vollzeit arbeiten gehen können.

Tatsächlich reiße ich mir deswegen den A... auf, um Mittags zuhause - und damit ansprechbar für meine Jungs zu sein.

Und in der Erziehung muss man sich immer wieder dahinterhängen zu schauen, was die Jungs am PC und im Internet spielen und warum sie das tun, wie sie das beeinflusst....

Es gibt hier keine Patentrezepte. Keine alleinige Ursache. Man muss in alle Richtungen schauen und überlegen und Schule gehört da sicher genauso dazu, wie die Verantwortlichkeit der Eltern.

Und ich bezweifle ganz ehrlich ( obwohl ich das in meiner Erziehung eher streng handhabe), ob Verbote der richtige Weg sind. Das hebt nur noch den Reiz...

Ich sehe in der Diskussion um diese Spiele (als Ursache)jedoch die Gefahr, die Sache sehr zu vereinfachen. Aus dieser Haltung spricht auch eine gewisse eskapistische Grundhaltung: wenn die Spiele schuld sind, ist die Gesellschaft entlastet.

:goodposti

Das sehe ich genauso. Eine weiterführende und grundsätzliche Diskussion
hiesse uns selbst und unsere Werte zu hinterfragen. Wer tut das schon gern, zumal das vernichtende Urteil auf der Hand liegt....

Unsere Gesellschaft geht emotional vor die Hunde und das schon seit langer Zeit. Einsamkeit, Hilflosigkeit und Machtlosigkeit vergiften schon lange unser Leben. Das Selbswertgefühl ist im Keller. Ich muss bei mir auch feststellen, dass ich mich oft unwohl und unaufgehoben fühle... man fühlt sich in diesen Momenten fehl am Platz.
Ich muss dazu sagen, dass ich keine Kinder habe.

Ich kann es jetzt nicht abschließend soziologisch, psychologisch, historisch oder ähnlich erklären. Dafür sind meine Gedankengänge so komplex und ich habe noch nicht versucht es in eine Reihe zu bekommen.

Thema: Computerspiele... Ich spiele selber ab und an, aber eher in Gesellschaft, also zusammen mit einem tatsächlich anwesenden Menschen. Menschen, die das exzessiv betreiben, sind auf der Flucht vor der Realität und ich denke, der Grund dafür muss angepackt werden. Würde man sich an sich wohler fühlen, müsste man gar nicht erst solche Maßnahmen ergreifen.

Das geht alles schon so weit. Es ist doch einfach unglaublich, dass ein 16- oder 17jähriger Mensch andere und sich selbst auslöscht. Ein Leben zählt nichts mehr.

Ich habe gestern ein Interview mit zwei Schulkameraden gesehen, die mir erstaunlich gefasst vorkamen. Es schleicht sich ein, dass es zum Alltag gehört, dass Menschen eben Amok laufen. Wo sind die Emotionen?

Unsere Gesellschaft krankt, nicht dieser spezielle Jugendliche ist krank. Das glaube ich.

ubbe wrote:



Aber mich persönlich beschäftigt bei diesen Fällen auch immer die psychologische Betrachtung der Frage, nach den Empfindungen der Eltern des Täters. Der Schmerz über den Verlust des geliebten Sohnes (der nur natürlich wäre) oder die schockierende Tragik, dass der eigene Sohn zu einem Mörder wurde, der mehr als ein Dutzend unschuldiger Menschen geradezu hinrichtete. (Was ebenso auftreten wird). Die Dimension dieser Zerreissprobe muss unvorstellbar sein...

[URL="https://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,612846,00.html"][COLOR=#810081]https://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,612846,00.html[/COLOR][/URL]

Der gute Mann scheint u.a. auch Depressionen gehabt zu haben.
In dem Bericht wird auch deutlich, dass Tim wie damals auch die (sorry für den Ausdruck) Arschlöcher in Erfurt ihre Taten vorher angekündigt haben.

Unsere Gesellschaft, insbesondere unsere Kinder, sollten soetwas viel ernster nehmen und nicht nur mit einem einfach LOL abtun.

Eine Freundin, ihr Partner und ich, haben als das in Erfurt war lange mit ihren Kindern gesprochen, sie versucht dafür zu sensibilisieren, dass man Mama, Papa, oder eben der Mia sowas erzählen muss!
Wir hoffen, dass es a) soweit nie kommt und b) sollten sie soetwas doch einmal mitbekommen im Netz, es uns sagen werden...
\

Madmartigan wrote:



Ich habe gestern ein Interview mit zwei Schulkameraden gesehen, die mir erstaunlich gefasst vorkamen. Es schleicht sich ein, dass es zum Alltag gehört, dass Menschen eben Amok laufen. Wo sind die Emotionen?

Unsere Gesellschaft krankt, nicht dieser spezielle Jugendliche ist krank. Das glaube ich.


Gestern Abend sagte ein Psychologe, dass der wahre Schrecken meist erst in der Nacht nach der Tat bzw. erst Nächte danach abklinkt und damit in den ersten Stunden und Tage viele "Betroffene" zunächst kühl und emotionslos wirken. Das ist oftmals der körpereigene Schutz.

Und weils gestern noch nicht gereicht hat:

[URL="https://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,612841,00.html"]Freiburg: Schule nach Bombendrohung geräumt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama[/URL]



Mich macht das alles sehr fassungslos und traurig, mir fehlen die Worte um das zu beschreiben

Ich habe heute ein Interview mit einem Psychologen gemacht, der damals in Erfurt erste Hilfe geleistet hat. Er meinte, dass die ersten Tage gar nicht einmal das Dramatischste sind. Dass Menschen Wut haben, Angst haben, trauern, ist völlig normal und dieses Recht dürfe man auch niemandem absprechen. Aber das große Problem tritt ein, wenn das öffentliche Interesse nachlässt und die Psychologen wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt sind und auch die politischen Debatten verebbt sind. Posttraumatische Belastungsstörungen zeigen sich erst Wochen, Monate später. Und darum muss man sich vor allem kümmern, um eine nachhaltige Betreuung. Ich weiß nicht, wie es in Baden Württemberg aussieht, aber hier in Thüringen ist man auf Katastrophen offenbar wenig vorbereitet. Also ich meine nicht Technisches Hilfswerk oder Feuerwehr, sondern die psychologische Betreuung. Ein niedergelassener Psychologe ist kaum in der Lage, sich ausdauernd um die Patienten auch nachhaltig zu kümmern, er muss ja sein normales Tagesgeschäft wieder aufnehmen. Und die großen Debatten nach Gutenberg - man müsse jetzt Therapeuten speziell schulen und Notfallpläne erstellen - sind im Sande verlaufen.

Ich weiß gar nicht, was genau ich damit sagen will - nur, dass ich unendlich mit den Menschen mitleide, die jemanden verloren haben oder um ihr Leben fürchten mussten. Wie hart diese ersten Tage sein müssen und wie hart die Zeit danach, will ich mir überhaupt nicht ausmalen. Ich hoffe sehr, dass die Menschen adäquate Hilfe bekommen. Dass, wenn man Amokläufer schon nicht verhindern kann, immerhin die Opfer Trost bekommen.

Erfurt war damals so ein schreckliches Ereignis für uns in Thüringen, so nah, so unfassbar. Meine halbe Familie besteht aus Lehrern und an seine Schulzeit erinnert man sich natürlich auch. Winnenden zeigt, dass diese Taten immer wieder Nachahmer finden werden. Und es wird nicht das letzte Mal sein, dass so etwas passiert, meinte der Psychologie-Prof heute zu mir. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte ein Kind ... ich würde es am liebsten gar nicht zur Schule lassen. Aber man kann ein Kind nicht so ängstigen, dass es sich nicht mehr raus traut - nur als Mutter würde es mir schwer fallen.

Was zur Berichterstattung gesagt wurde, halte ich für völlig richtig. Mich stört jedoch vor allem, dass die Gründe (so plausibel sie auch scheinen mögen) für die Tat nun so eifrig herbeigezogen werden ohne einen logischen Zusammenhang erkennen zu lassen. Laut Aussagen der Lehrer, Schüler und Bekannten war der Junge eben ein ganz normaler Junge, recht unauffällig, aber nicht zu introvertiert. Durch und durch normal. Nun finden die Medien plötzlich beinahe stündlich neue Ansätze. Zuerst fand man die PC-Spiele, die tatsächlich gewaltverherrlichend sind, aber nicht den Auslöser für eine solche Tat darstellen können. Diese Spiele verharmlosen und distanzieren den Spieler lediglich, ein Gewaltpotential schüren sie auch nach Expertenaussagen definitiv nicht.
Ein weiterer Ansatz war der große Leistungsdruck. Der Junge ging auf die Realschule und hatte (so habe ich es in den Medien gehört) durchweg durchschnittliche Noten. Seitens der Schule halte ich den Druck für unwahrscheinlich. Dass die Eltern Druck auf den Jungen aufbauten ist zumindest denkbar, aber darüber weiß man nichts genaues, was eine Schlussfolgerung also nicht zulässt. Nun durchwühlt man die Privatsphäre des Jungen, um Antworten auf das Wieso zu bekommen. Doch wie heißt es so schön: Wer sucht, der findet. Ich bin mir sicher, dass bei jedem hier ebenfalls ein Ansatz gefunden werden könnte, wenn man ganz explizit nach dem Auslöser für eine solche Tat sucht und wenn die Person noch so unverdächtig / gewöhnlich scheint. Bei mir wäre es wahrscheinlich die recht unkonventionelle Kindheit, die Gespräche mit diversen Psychotherapeuten, all die IQ-Tests bei Kinderpsychologen, die eine normale Kindheit kaum zuließen, meine zurückhaltende Kontaktfreudigkeit sowie mein jetziges Leben, welches für manchen "Experten" vielleicht zu wenig Zeit für Hobbies o.ä. beinhaltet. Ein mögliches Persönlichkeitsprofil wäre demnach vielleicht: Psychose, introvertiert, soziale Inkompetenz, Burn-Out etc. Davon trifft (soweit ich das beurteilen kann) überhaupt nichts zu, jedoch denkt man bei psychotherpeutischer Behandlung oft unweigerlich an eine psychische Krankheit, Bindungsschwierigkeiten u.v.m., die den Auslöser für eine solche Tat darstellen könnten. Alles natürlich reine Spekulation. Ich würde mir diesbezüglich etwas mehr Distanz auf Seiten der Medien wünschen. Zuerst kommt nun die Welle gegen "Killer-Spiele" wie auch 2006 (ich bin auch kein Freund von solchen Spielen und von PC-Spielen generell), danach kommt die zunehmende Gewalt an Schulen und die Verantwortungslosigkeit auf Seiten der Eltern. Natürlich sollte man sich fragen, wie so etwas passieren könnte, aber eine gesunde Distanz wäre wünschenswert.

Liebe Grüße
Dennis

Außerdem wünschte ich mir eine etwas größere Distanz von Politikern. Dieser Innenminister von BaWü ist ein Brechmittel. Es ist so offenkundig, dass er sich bei den Pressekonferenzen in den Vordergrund stellen will. Ermittlungsergebnisse sollte lieber die Polizei vortragen, aber nicht er. Andererseits muss er jetzt auch Falschmeldungen (siehe Internetchat) verantworten.

Was mich an der ganzen Geschichte außerdem stört: Immer steht bei der Berichterstattung der Täter im Vordergrund. Er bekommt damit - wenn auch posthum - die Aufmerksamkeit, die er wohl immer vermisst hat. Über das Leid der Opfer und deren Angehörigen wird nur verhalten gesprochen.

UliS wrote:

Was mich an der ganzen Geschichte außerdem stört: Immer steht bei der Berichterstattung der Täter im Vordergrund. Er bekommt damit - wenn auch posthum - die Aufmerksamkeit, die er wohl immer vermisst hat. Über das Leid der Opfer und deren Angehörigen wird nur verhalten gesprochen.

Hallo Uli,
Genau das finde ich insofern problematisch, weil es genau diese Aufmerksamkeit ist, die mit solchen Taten erpresst werden soll.

ich finde, dass die verantwortlichen Behörden erst mal alles an Informationen zusammentragen sollten und die Ergebnisse erst dann veröffentlichen, wenn es tatsächlich ein Täterprofil gibt.

Dann sinken zwar die Einschaltquoten und "Zeitungs"-auflagen, aber die Nation würde nicht täglich über Halb-oder Unwahrheiten diskutieren.

schöne Grüße
Angelika

Über das Leid der Opfer und deren Angehörigen wird nur verhalten gesprochen.

Es ist richtig, dass der Täter unangenehm viel Aufmerksamkeit bekommt, was die Sorge zulässt, dass Nachahmer darin bestärkt würden, diesen großen Abgang und damit die erhoffte Bühne zu erhalten...

Die (bewusste?) Zurückhaltung in der Darstellung des Leids, die ich so eigentlich gar nicht erkennen kann, fände ich aber schon angemessen und der Pietät geradezu verpflichtet.

Ich selbst stamme aus der Nähe von Winnenden und war selber schon öfters in Winnenden. Das ist natürlich ein extrem trauriges Ereignis. Meine Meinung dazu ist sicher etwas hart und unbequem. Der Nährboden, in welchem unsere Menschheit derzeit weltweit lebt, muss geradezu solche Taten hervorbringen. So dieser Nährboden nicht geändert wird, solange wird es immer wieder schreckliche Taten aller Art geben (Amok, Kinderschänder, Terror jeder Art etc.).

Für mich ergeben sich folgende Fragen:

- wo liegen die Wurzeln des Übels unserer Zeit und wie kann man diese noch verändern?
- wenn man diese Frage tiefgreifend beantwortet hat, wer ist für sich selbst zu so einer Veränderung im Inneren und Äußeren bereit?
- sehr pessimistisch, aber meiner Meinung nach, realistisch: Gibt es unter den gegebenen (globalen) Entwicklungen noch Hoffnung?
- inwieweit könnte ich eine indirekte Mitbeteiligung an solchen (potenziellen) Taten haben?

Kirchencoolman

@kirchencoolman:
da mich die Frage nach dem Zeitgeist auch interessiert: was meinst du denn sei der Nährboden unserer Zeit? Und siehst du wirklich die Amokläufe als Folge davon? Und, warum kann man nichts dagegen tun? Es ist ja direkt ein Gefühl, als könnten wir gar nichts tun. Dieses Gefühl, immer nur vorwärts zu können. Warum entsteht das? Und wie sehen das andere?
Viele Grüße Susanne

Berichterstattung

Hat zufällig gestern jemand Anne Will geschaut?

Normalerweise schaff ich die Sendung gerade mal bis zur Anmoderation und schalte dann wutentbrannt aus...
nicht so gestern:

Es ging um die Berichterstattung, v.a. den vorschnellen Urteilen, Ferndiagnosen und ungesichterten "Fakten" die veröffentlicht werden.
Zur Abwechslung mal recht sehenswert, weil differnziert....

Natürlich bedienen die Medien da ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Informationen, wahrscheinlich auch, weil man es einfach verstehen will...Dennoch wurde das Ganze von der anwesenden Professorin für Kriminologie(Deren Namen ich vergessen habe) als sehr bedenklich bis gefährlich eingestuft...

Ich schaue Anne Will beinahe jeden Sonntag (am liebsten jedoch, wenn der Herr Heil und der Herr Pofalla anwesend sind, denn das heißt Zickenkrieg hoch drei ;) ), so auch gestern. Die anwesenden Gäste haben mich nicht allesamt gefallen, aber die Professorin für Kriminologie wirkte durchaus kompetent und glaubwürdig.

Liebe Grüße
Dennis

espe wrote:

@kirchencoolman:
da mich die Frage nach dem Zeitgeist auch interessiert: was meinst du denn sei der Nährboden unserer Zeit? Und siehst du wirklich die Amokläufe als Folge davon? Und, warum kann man nichts dagegen tun? Es ist ja direkt ein Gefühl, als könnten wir gar nichts tun. Dieses Gefühl, immer nur vorwärts zu können. Warum entsteht das? Und wie sehen das andere?
Viele Grüße Susanne



Mit "Nährboden unserer Zeit" meine ich die aus meiner Sicht schädlichen Geistesgifte, wie Egoismus, Konkurrenzkampf, Superstar-Shows, Einer muss der Beste sein etc. Ich sehe die Erde als einen lebendigen Organismus und wenn in einem Organismus jedes Glied tut was es will und Eigeninteressen verfolgt, so schadet das dem Ganzen und am meisten aber vielleicht sich selbst...
Echtes Gemeinwohl (= gleiches Glück für alle, mindest. was die Existenzbedürfnisse betrifft) ist heutzutage kaum zu finden. Wenn ich die Entwicklungshilfe etwa sehe, da werden die Leute abhängig von unserem mörderischen System gemacht...
Naja... irgendwie kann ich meinen Standpunkt in den paar Sätzen gar nciht rüberbringen... Seht es mir nach

((Etwas ironisch ist, dass das in Winnenden passiert ist. Ich stamme ja etwa 25 km weit weg von dem Ort. Schon in der Kindheit war in der schwäbischen Bevölkerung der Spruch, wenn jemand ein bisschen was verrücktes getan oder gesprochen hat "... du kommsch glei mit dem grünen Wägele nach Winnenden...". Ein echt sehr gängiger Spruch in der größeren Region!!))

der Spruch, wenn jemand ein bisschen was verrücktes getan oder gesprochen hat "... du kommsch glei mit dem grünen Wägele nach Winnenden..."

Liegt sicher daran, dass dort die regionale psychiatrische Anstalt angesiedelt ist, oder?
In Schleswig-Holstein wohl mit Schleswig gleichzusetzen, das ebenso im Sprachgebrauch verankert ist.

Mit "Nährboden unserer Zeit" meine ich die aus meiner Sicht schädlichen Geistesgifte, wie Egoismus, Konkurrenzkampf, Superstar-Shows, Einer muss der Beste sein etc.

Klingt vielleicht etwas zu pessimistisch, beinahe apokalyptisch, aber einen Gedanken (vor allem unter Kulturwissenschaftlern) sollte es Wert sein, ob die abendländische Kultur nicht ihren Scheitelpunkt überschritten hat. Parallelen zu anderen Kulturen, die an den gleichen Problemen nagten (z.B. der römischen) sind nicht von der Hand zu weisen. Werteverfall, Migration, Sicherheitsprobleme...
Was denkt Ihr?

Ja, stimmt. Dort ist ne bekannte psychische Anstalt.
Klar wirkt meine Meinung pessimistisch (ich selbst bin sonst eigentlich immer gut drauf und ich selbst lass die Geschichten von Verschwörungsfanatikern auch nicht zu nahe kommen, ohne dass ich diese gänzlich ignoriere), glaube aber, dass es eigentlich sehr realistisch ist. Aber egal, darüber könnte man unendlich lange diskutieren.

Klar wirkt meine Meinung pessimistisch

ne, ich meinte meine :D
Hat ja auch nichts mit Verschwörungstheorien zu tun, sondern mit den Parallelen der Geschichte.
Ich arbeite mit so einem Verschwörungsheini zusammen - da kommen ganz andere Dinger :auweia:...

Meine gesamte familie lebt im direkten umkreis von Winnenden. Meine Mutter ist mindestens 2-3mal pro woche dort. Ich habe von der Berichterstattung hier in Schottland nicht viel mitbekommen, aber als ich es online gesehen habe war meine erste Handlung meine Mutter anzurufen und sicherzustellen dass sie nicht dort war..

Ich kann nicht sonderlich gut in worte fassen, was in mir vorgeht wenn ich darüber nachdenke. Außer dass ich sehr traurig bin.
Meine Schwägerin kannte den jungen, ihr bruder ist im selben tischtennisverein. Es ist bekannt dass von seinem vater ein extremer druck ausgeübt wurde.
dass reicht nicht um so eine tat auszulösen. Es heißt immer die gesellschaft ist so im eimer... Das stimmt in gewisser weise auch, andererseits hat es immer solche grausamkeiten gegeben.. Menschen sind zu unglaublichen greueltaten in der Lage. Wieviele Mordfälle werden jedes jahr verhandelt? Nicht nur in Deutschland sonder überall, unabhängig von der westlichen Kultur und gesellschaft??
Eine Irische Kollegin hat mir erzählt dass vor ca. 15 Jahren, zwei 11-jährige jungen an einem zweijährigen Baby Horrorfilme nachgespielt und im endeffekt zu tode gefoltert haben. Sie war damals in demselben alter und hat auch die horrorfilme ihres großen bruders angeschaut, wäre aber trotzdem nie auf die idee gekommen so etwas nachzumachen. Ich bin in der schule auch massivst gemobbt worden, war gastschütze im verein meines bruders und beide gewehre meines burders waren zu hause eingelagert.. Ich hab mich oft geprügelt, aber auf jemanden zu schießen??

Es muss eine kombination von sehr vielen Dingen sein, die einen Menschen dazu treibt diesen weg zu gehen. Depressivität ist eine sehr komplizierte Angelegenheit. Ich habe meine Mutter 6 Jahre lang durch diese Krankheit begleitet. Jetzt ist sie endlich in der Lage wieder alleine zurechtzukommen und ich kann mein Leben leben. Aber ich weiß und habe gesehen, mit welcher körperlichen gewalt depressive gegen ihren eigenen körper vorgehen und wie leicht es passieren kann, dass diese gewalt sich gegen andere richtet.
Die Schuld alleine bei der Familie, der Gesellschaft oder seiner Krankheit zu suchen wird nie wirklich das Warum klären. Das Warum hätte wenn dann nur Tim selbst beantworten können, vielleicht wäre auch es aber auch ihm nicht möglich gewesen einen grund zu nennen. Weil es möglicherweise keinen expliziten Grund gab.
Und das ist es doch was es so schockierend macht. Wir suchen einen grund, das problem, dann kann das problem gelöst werden und wir alle können uns beruhigt zurücklehnen.
Die Welt funktioniert nur leider nicht auf diese weise. Man kann nicht alles mit dem Verstand erfassen und logisch auseinander und wieder zusammen puzzeln.
Das Warum wird wohl nie ganz beantwortet werden können und unser beileid kann nur den opfern und deren familien gelten.

Ich habe jetzt einfach drauflosgeschrieben und werde den Text nicht nocheinmal durchlesen. Ich möchte niemandem auf die Zehen treten und wenn ich vom "thema" abgekommen bin tut mir das leid.

@Kirchencoolman: ich kenne diesen spruch und diverse abwandlungen seit meiner grundschulzeit. Ich kann es nicht mehr witzig finden. Als meine Mutter nach Winnenden musste, hat mich die Erinnerung wie wir als Kinder auf dem Schulhof diese Witze gemacht haben, zusammenbrechen lassen. Es mag gängig sein, aber meiner Meinung nach ist es respektlos gegenüber den Menschen, die dort behandelt werden.

@ Also meine Darstellung des Winnenden-Spruchs sollte kein Witz sein - das wäre eine bösartige Unterstellung mir gegenüber - viel mehr eine makabre Situation darstellen. Witze würde ich über so ein grausames Verbrechen nicht machen (wobei ich den Tim auch als Opfer sehe, nicht als Verbrecher... irgendwie tut mir der doch auch leid... und vor allem seine Eltern...)

Und ganz allgemein:
So eine Tat ist grausam. 16 Tote, das ist bitter.
Trotzdem muss ich daran denken - und nehmt mir meine Gedanken nicht übel - dass tagtäglich rund 100.000 Menschen an Hunger oder den Folgen von Hunger sterben. Das ist doch der alltägliche Holocaust. Jeden Tag aufs Neue und das bittere ist, er wäre vermeidbar...

Trotzdem muss ich daran denken - und nehmt mir meine Gedanken nicht übel - dass tagtäglich rund 100.000 Menschen an Hunger oder den Folgen von Hunger sterben.

Du hast vollkommen recht. Dazu kommen Kriege inkl. ethnischer Säuberungen usw.
Dieses millionenfach ebenso sinnlose sterben hat (leider) nicht die gleiche Aufmerksamkeit.
Das liegt sicher daran, dass Winnenden quasi unter uns geschah. Das man sich damit identifizieren konnte; uns nah ist und die mediale Infrastruktur vorhanden ist.

Ich weiss dass du es nicht als witz gemeint hast kirchencoolman...

und ich finde es vollkommen korrekt, dass man solche vorkommnisse in relation sehen muss. Wie gesagt Menschen waren immer grausam, da hilft es nichts diese generation und ihre umgebung allgemein zu verteufeln. Hier oben sind vor kurzem 5 menschen in einer lawine umgekommen, einer unserer gäste hat gemeint, dass wäre natürliche Auslese. Die Bemerkung mag von schlechtem geschmack zeugen, ist aber nicht ganz falsch. Auch wenn es sehr zynisch oder herzlos klingt.