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Zielgruppe und Nutzen

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Freunde !

bräuchte euren Rat - interessiere mich für den BA PO, zweifle aber noch etwas am Nutzen für meinen persönlichen Werdegang.

Richtet sich BAPO wirklich auch an AN in privaten Unternehmen ?

Bin Dipl.-Kfm. (FH), Berufsausbildung, Berufserfahrung etc. vorhanden und arbeite im kfm. Bereich eines größeren Unternehmens. Habe diverse Master-Pläne (insb. MBA) aufgegeben, da ich nicht schon wieder was mit BWL machen möchte (eintönig, teuer, Nutzen ?)

Wie ist das BAPO-Studium aufgebaut ? Geht es hauptsächlich um Verständnis und Transferdenken, oder letztlich auch nur um´s reine "Auswendiglernen" wie bei BWL ?

Für ein paar Tipps und evtl. eure persönl. Hintergründe wäre ich dankbar !

Grüssle
Janosz

Comments

Janosz,

Auswendiglernen kommt natürlich auch bei BAPO vor, insbesondere beim Modul 1.2.

Ansonsten läßt sich zum Studiengang sagen, dass er halt sehr interdiszisplinär angelegt ist. Neben der Politikwissenschaft gibt es verbindliche Module zu Geschichte und Soziologie, im Wahlbereich zu WiWi, Jura, Psychologie und Philosophie.

Man bekommt also eine relativ umfassende Ausbildung in den Sozial- und Geisteswissenschaften, ein Interesse an einer (wissenschaftlichen!) Beschäftigung mit Politik ist natürlich Grundvoraussetzung.

Ich persönliche strebe eine Tätigkeit im politischen oder vorpolitischen Raum an (Interessenverband, Partei o.ä.).

Bei der Privatwirtschaft ist die Frage, was du willst. Für den Bereich Personal, Öffentlichkeitsarbeit etc. ist der Studiengang z.B. auch geeignet.

Wenn du schon einen WiWi-Studiengang abgeschlossen hast, hättest du den Vorteil, neben der Betriebswirtschaft ein breit angelegtes Wissen nachweisen zu können. Bei Bewerbungen sicher kein Nachteil....

Last but not least: mir macht BaPO wirklich Spaß!

Wie das BaPO Studium an der FernU aufgebaut ist, kann ich leider nicht sagen, da ich nicht hier den BA gemacht habe. Grundsätzlich gilt man als Politikwissenschaftler als Generalist, den man in vielen Bereichen einsetzen kann. Diese Einschätzung deckt sich eigentlich mit meinen Erfahrungen, auch wnn ich das Glück habe, jetzt nach dem BA in meinem "Wunschbereich" arbeiten zu dürfen.

Mit den "auswendig lernen" ist so eine Sache und es kommt drauf an, was du darunter verstehst: Sicher musst du erst mal lernen, wie politische Systeme (z.B. die Bundesrepublik Deutschland) aufgebaut sind (also die klassische Regierungslehre), ich empfand es aber nie als stures auswendig lernen. Das einzige Mal, wo ich wirklich auswendig lernen musste, war bei Statistik (Formeln etc.). In der Politikwissenschaft nehmen, wie in allen Sozialwissenschaften, theoretische Modelle einen breiten Raum ein. Vielfach geht es darum, diese theoretischen Modelle zu verstehen und sie auf empirische Beobachtungen aus der Praxis zu transferieren, um damit (politische) Entwicklungen zu erklären. Es kommt drauf an, was für ein Typ man ist: Das fällt dem einen leicher und dem anderen etwas schwerer.

Da du schon einen Dipl.-Kfm. gemacht hast, dürfte ein Politikstudium sicherlich ein geeignetes "Kontrastprogramm" darstellen. Meine Einschätzung ist, dass man in einem Politikstudium lernt, in größeren Zusammenhängen und Zeiträumen zu denken. Das ist grundsätzlich auch für private Unternehmen interessant.

Ich würde dir vorschlagen es einfach mal auszuprobieren!

Pascal H. wrote:

Wie das BaPO Studium an der FernU aufgebaut ist, kann ich leider nicht sagen, da ich nicht hier den BA gemacht habe.


Moin Pascal,

wo hast du denn deinen BA gemacht? War der ähnlich aufgebaut wie BAPO an der FU? *neugierig*

Gunnar,

Ich habe in Bochum einen so genannten 2-Fach-Bachelor gemacht. Ich habe neben Politikwissenschaft noch Geschichte als "2. Hauptfach" studiert. Das hat sich fachlich ganz gut ergänzt, organisatorisch war es eine Katastrophe, weil Veranstaltungen, wie es an Präsenzunis halt so ist, häufig von den Fakultäten zeitgleich angeboten wurden. Was ganz gut war, war das Erlernen wissenschaftlicher Arbeitstechniken, was ich allerdings bei den Historikern gelernt habe, die darauf sehr viel Wert legen. Die ersten 2 Semester, in denen das in Proseminaren erlernt wird, waren schon knüppelhart. Die Abbrecherquote in den ersten 2 Semerstern lag bei 80%.

Ansonsten war das Politikstudium zwar auch in Modulen strukturiert, aber schon völlig anders irgendwie. Ein Modul bestand jeweils aus einer Vorlesung, einer Übung und einem Hauptseminar. Dabei war es dann so, dass in den Volesungsverzeichnissen angegeben wurde, welche Veranstaltung für welches Modul angeboten wurde, so dass man sich "seine" Moidule selbst zusammenstellen konnte. Das war auf der einen Seite natürlich schön, weil man eine gewisse Wahlfreiheit genoss, auf der anderen Seite gab es aber immer wieder Probleme, weil man sich deshalb halt auch den Stundenplan selbst zusammenbauen musste und, wie oben schon erwähnt, Veranstaltungen zeitgleich abliefen. Hinzu kam, dass für einige Module einfach zu wenig Veranstaltungen angeboten wurden, sodass eine Wahlfreiheit faktisch nicht existierte und es so zu völlig überfüllten Veranstaltungen kam. Ich hab an Hauptseminaren teilgenommen, da waren 250 Leute drin! Völliger Wahnsinn, Hauptseminare sind für max. 30 Teilnehmer konzipiert. Aber das Problem gibt es an allen Präsenzunis in Deutschland und liegt einfach am krassen Personalmangel. (Ich hab aber, gerade bei Geschichte, auch an Seminaren teilgenommen, da waren dann nur 5 Leutchen drin, das Seminar endete dann häufig bei einem schönen Weizen im nahegelegenen Biergarten :D )

Inzwischen gibt es in Bochum aber auch Ein-Fach-Bachelor wie zum Beispiel PWG (Politik Wirtschaft Gesellschaft), hier bekommt man dann wie in der Schule einen fertigen Stundenplan.

Neben Politikwissenschaft sah die Prüfungsordnung noch eine 2. sozialwissenschaftliche Disziplin vor, wo man einige Module belegen musste (also Soziologie, Sozialpsychologie oder Sozialökonomie). Diese gingen dann auch in die Endnote mit ein.

Im Bachelor in Bochum muss man zudem 30 Punkte im so genannten [URL="https://www.ruhr-uni-bochum.de/optionalbereich/"]Optionalbereich[/URL] machen. Hier kann man Fremdsprachen lernen, seine PC-Kenntnisse verbessern etc. Das war in den ersten Semestern ziemlich chaotisch organisiert, hatte sich aber hinterher gebessert.

2 Tipps: Modulbeschreibungen und Master Governance

Hallo Janosch,

ob BAPO Dir im Job was nützt, weiß ich nicht. Aber, wenn Dich das Thema interessiert, zwei kleine Anregungen:

- Guck auf die Sites des Studienganges (falls Du noch nicht dort warst): [URL]https://www.fernuni-hagen.de/KSW/bapo/ziele.html[/URL], und guck die einzelnen Module an, die werden auch immer ganz gut beschrieben. Dann siehst Du auch, woeauf Du Dich einlässt ;))

- Guck mal beim Master Governance nach - wer schon ein Hochschulstudium abgeschlossen hat, kann unter bestimmten Bedingungen gleich in den Master einsteigen, ohne vorher den ganzen BAPO absolvieren zu müssen. Dann reichen 1 - 3 Module (1.2, 2.1 und 2.2).

Ich finds hochspannen und hab viel Spaß daran,

Machet jut

Ulrike

Vielen Dank für Euren Input !

Ich würde gerne mal in einen Studienbrief oder in entsprechende Unterlagen reinschnuppern, um ein Gefühl für die Inhalte entwickeln zu können. Aus den Überschriften alleine wird man z.T. ja nicht wirklich schlau.

Die EUR 60,- für den Schnupperkurs (79993, Strukturwandel der Demokratietheorien) an der FU sind mir erstmal zuviel. Kann mir vielleicht jemand von Euch einen Studienbrief (oder einen Auszug daraus) elektronisch zukommen lassen - bzw. habt Ihr einen Tipp, wo man entsprechendes ergattern könnte ?

Alternativ würde ich mir das Buch "Studium und Arbeitstechniken der POWI" von Simonis/Elbers zulegen (kostet nur rund EUR 12,-).

Vielen Dank !

LG
Janosz

Janosz wrote:


Alternativ würde ich mir das Buch "Studium und Arbeitstechniken der POWI" von Simonis/Elbers zulegen (kostet nur rund EUR 12,-).

Mach das! Es entspricht exakt dem Kurs 1.1

Gruss,
Polli

den 1.2a-Kurs "Das Parteiensystem der BRD" von v.Alemann gibt´s als Buch bei der Bundeszentrale für politische Bildung [URL="https://www.bpb.de"]www.bpb.de[/URL] .

Nachtrag: Ich hab grad gesehen, dass es online wohl nicht mehr zu bekommen ist. Sorry.

Ich hätte ein Exemplar anzubieten von "Das Parteiensystem der BRD". Ist von 2000, bis ich so weit bin mit dem Studium gibt es bestimmt schon eine Neuauflage.

Gruß
Ulli

Hey Fans,

werde mich für das SS 07 einschreiben. Probier das einfach mal aus.

Wie ist denn der Umfang je Semester so einzuschätzen? Ein Modul besteht ja aus ca. 4 Kursen. Aus wievielen Studienbriefen (oder Einheiten) setzt sich denn ein Kurs zusammen? Wieviel Seiten sind denn so im Semester zu bearbeiten? Ihr müsst jetzt natürlich nicht nachzählen, so ne grobe Schätzung würde schon helfen!

Janosz

Janosz,

ein Kurs hat i.d.R. zwischen 200 und 300 Seiten, im Grunde ein "normales" Buch.

Die Bearbeitungszeit ist dabei sehr unterschiedlich. Das liegt zum einen an den Kursen selbst. Zum anderen ist es natürlich ein Unterschied, ob du bei einem Modul eine Hausarbeit schreiben willst und schon konkrete Vorstellungen hast oder ob du eine Klausur schreibst, in der alle Kurse relevant sind.

Besuch mal ein Studienzentrum

Hallo janosz,
ich würd Dir empfehlen besuch mal ein Studienzentrum. Dort kannst Du Studienbriefe einsehen und Dich auch beraten lassen. Sie bieten auch Vorbereitung für die Hausarbeit im Modul 1.1 an. Fand ich sehr empfehlenswert und hilfreich, vor allem siehst Du auch mal paar andere Abenteuerlustige die das Studium wagen wollen. Gut ist auch die Texte zu den älteren Hausarbeiten sich runterzuladen und durchzulesen. Gibt gute Übung im lesen englischer Texte und die Themen sind auch recht spannend.
Modul 1.1 ist so der Einstieg, deftiger (theoretischer und mehr lernen) wirds im Modul 1.2 aber ich denke das wird man auch schaffen.

Viele Grüße aus Schwaben
Frank\

Janosz wrote:

Vielen Dank für Euren Input !

Ich würde gerne mal in einen Studienbrief oder in entsprechende Unterlagen reinschnuppern, um ein Gefühl für die Inhalte entwickeln zu können. Aus den Überschriften alleine wird man z.T. ja nicht wirklich schlau.

Die EUR 60,- für den Schnupperkurs (79993, Strukturwandel der Demokratietheorien) an der FU sind mir erstmal zuviel. Kann mir vielleicht jemand von Euch einen Studienbrief (oder einen Auszug daraus) elektronisch zukommen lassen - bzw. habt Ihr einen Tipp, wo man entsprechendes ergattern könnte ?

Alternativ würde ich mir das Buch "Studium und Arbeitstechniken der POWI" von Simonis/Elbers zulegen (kostet nur rund EUR 12,-).

Vielen Dank !

LG
Janosz

Pascal,
darf ich mal fragen wie du mit deinem BA an deinen jetzigen Job gekommen bist??? Und was genau du machst???